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Neue OZ: Kommentar zu Istanbul
Osnabrück (ots) - Weg der Toleranz
Als Brücke zwischen Ost und West gilt Istanbul schon wegen seiner
Lage: Die Metropole erstreckt sich sowohl auf der europäischen als
auch auf der asiatischen Seite des Bosporus. Den Rang einer
Europäischen Kulturhauptstadt aber muss sich die Stadt noch
verdienen.
Mehr als jede andere Stadt ist die 12-Millionen-Metropole auch ein
Schaufenster der Gesellschaft. Fast die gesamte kulturelle, ethnische
und religiöse Vielfalt lebt hier auf engstem Raum zusammen: Türken,
Kurden, Armenier, Griechen, Juden, Christen und Roma. Ihren Erfolg
werden die Programmgestalter und die politisch Verantwortlichen
deshalb auch daran messen lassen müssen, welche Rolle sie anderen
Religionsgemeinschaften und Ethnien als der der türkisch-muslimischen
Mehrheit zuweisen.
Es gibt Grund zu Optimismus: So werden für Istanbul 2010 zum
ersten Mal frühere Sakralbauten von Christen und Juden aus
öffentlichen Mitteln renoviert. Ausstellungen erinnern an armenische
Architekten. Sollte Istanbul diesen Weg der Toleranz weitergehen, hat
die pulsierende Metropole das Zeug zur Europäischen Kulturhaupstadt
der Superlative.
Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung
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