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WAZ: Nur noch Mangelverwaltung - Kommentar von Birgitta Stauber-Klein
Essen (ots) - Es ist ein Teufelskreis. Je ärmer die Kommune, je
größer der Anteil der armen Kinder, desto schlechter, willkürlicher
und teurer ist das Betreuungs- und Bildungsangebot.
Zwar überweisen Bund und Länder Milliarden für den Ausbau der so
genannten U3-Betreuung, um 2013 einen Rechtsanspruch garantieren zu
können. Doch die bitterarmen Kommunen im Ruhrgebiet können ihren
Eigenanteil nicht aufbringen. Sie haben - vor allem, wenn sie unter
Finanzaufsicht stehen - keine Spielräume für zusätzliche Ausgaben.
Was also bleibt diesen Kommunen übrig, als zu knausern,
umzuschichten, zu streichen, wo es gerade nicht auffällt?
Ohnehin ist nur die Rede von Quantität, von Betreuungsquoten und
Prozentzahlen. Die Debatte über zu viele skandalös schlechte
Einrichtungen, über zu große Gruppen, in denen nun auch Kleinkinder
krabbeln oder über pappiges, aufgewärmtes Mittagessen - wo überhaupt
kein Geld da ist, wird diese Qualitätsdebatte erst gar nicht geführt.
Ob es um Hartz-IV-Sätze geht, um Familienpolitik oder Bildung und
Erziehung: Im Mittelpunkt steht stets die Frage: Was kosten uns die
Kinder? Dabei müsste die einzige Frage, die über die reine
Mangelverwaltung hinausgeht, lauten: Was sind uns, der Gesellschaft,
die Kinder wert?
Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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