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Caritas zu Schröder-Vorschlag / Geplante Ausweitung der Pflegezeit zu
begrüßen / Vorschlag enthält viele offene Fragen
Berlin (ots) - "Der Vorschlag der Bundesfamilienministerin ur
Gestaltung der Pflegezeit ist interessant", so Caritas-Präsident
Peter Neher. Angesichts der großen Zahl pflegebedürftiger Menschen
sei es zu begrüßen, dass über eine Ausweitung einer Pflegezeit von
derzeit sechs Monaten auf zwei Jahren nachgedacht werde und es
Überlegungen zur Finanzierung gebe.
Kritisch sieht Neher, dass der Vorschlag "allein die betroffenen
Arbeitnehmer und Arbeitgeber belastet und keinen Beitrag der
Solidargemeinschaft vorsieht." Auch müsse geklärt werden, ob die
geplanten zwei Jahre am Stück genommen werden müssten oder ob eine
Stückelung denkbar sei. Pflege sei nicht immer ein kontinuierlicher
Prozess und verlange daher Flexibilität von den betroffenen
Angehörigen. Auch die Frage, wie eine Versicherung gestaltet sein
soll, die im Falle eines Arbeitsplatzwechsels greift, müsse geklärt
werden.
"Der Vorschlag von Ministerin Schröder trägt trotz vieler offener
Fragen der Tatsache Rechnung, dass am Ende des Lebens der Bedarf an
Versorgung pflegebedürftiger Angehöriger zunimmt. Deutlich wird, dass
Arbeitnehmer nicht nur in der Elternphase Zeitbudgets brauchen", so
Neher.
Originaltext: Deutscher Caritasverband e.V.
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Märkische Oderzeitung: Kommentarauszug zum Vorstoß von
Familienministerin Schröder zu einer Pflege-Teilzeit )- Ein kleiner
Schritt
Frankfurt/Oder (ots) - Richtig attraktiv wirkt der Plan von
Ministerin Schröder nicht. Für diejenigen, die bereit sind, die
Pflege eines Angehörigen zu übernehmen, ist das Ganze ein
Nullsummenspiel. Zuerst wird ein wenig dazu gezahlt, später alles
wieder abgezogen. Allein: Ein zusätzliches Pflegegeld in ähnlicher
Höhe wie das Elterngeld zu bezahlen, wie es der Paritätische
Wohlfahrtsverband fordert, wird wohl nicht zu finanzieren sein.
Insofern ist der Vorschlag nur ein kleiner Schritt, der aber in die
richtige Richtung führt. Allerdings müssen auch die Arbeitgeber
mitspielen. Und die tun sich beim Thema Teilzeitarbeit bekanntlich
schwer.
Originaltext: Märkische Oderzeitung
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WAZ: Das Recht auf Pflegezeit - Große Risiken - Leitartikel von
Sigrid Krause
Essen (ots) - Mehr als 2,2 Millionen Menschen in Deutschland sind
pflegebedürftig, nur knapp jeder dritte davon lebt im Heim. Rund eine
Million Hilfebedürftiger werden durch Eltern oder Kinder, Ehepartner
oder Schwiegerkinder rundum versorgt und betreut. Und die Zahl der
Menschen, die keinen Heimplatz finden, wird rapide steigen. Der Staat
braucht also dringend die "Pflege-Familie".
Mit der Idee einer Pflegezeit - vergleichbar der Elternzeit - knüpft
die Familienministerin an 2008 an, als der Anspruch auf sechs Monate
Pflege-Freistellung im Job Gesetz wurde. Die aber kann sich nur
leisten, wer finanziell abgesichert ist - eine Lohnfortzahlung oder
ein staatliches "Pflegegeld" für Angehörige wird es auf viele Jahre
nicht geben. Schröder setzt nun auf Arbeitgeber, die gutes Personal
dauerhaft an den Betrieb binden wollen. Die Arbeitgeber aber sehen
erhebliche Risiken in dem Modell. Wer etwa trägt die Kosten, wenn
Pflegende nach zwei Jahren nicht wieder in Vollzeit arbeiten
können/wollen? Oder ganz gehen?
Hinzu kommt, dass keine Ministerin ein solches Modell verordnen kann.
Wenn überhaupt, könnten sich Arbeitgeber und Gewerkschaften per
Tarifvertrag darauf einigen. Auch diese Idee ist nicht neu. Zügig
darüber zu verhandeln, wäre lohnend.
Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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Westdeutsche Zeitung: Problem erkannt, Problem aber noch nicht gelöst
Ans Werk, Frau Ministerin! Von Wibke Busch =
Düsseldorf (ots) - Deutschland hat erkannt, dass sich eine
alternde Gesellschaft um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie
kümmern muss. Das passiert beispielsweise durch die Einführung des
Elterngeldes oder den Ausbau der Kinderbetreuung.
Die andere Seite des demografischen Wandels dagegen, die steigende
Zahl an pflegebedürftigen Menschen, wird von der Politik eher
stiefmütterlich behandelt. Leidtragende sind die Pflegebedürftigen
und die pflegenden Angehörigen. Der Vorstoß der
Bundesfamilienministerin für eine zweijährige Pflegezeit lässt daher
aufhorchen. Denn er benennt klar das Problem. Er löst es aber nicht.
Es sind vor allem die Frauen, die sich um die Pflege von Mutter
und Vater kümmern. Für sie ist die Vereinbarkeit von Vollzeitjob und
Pflege zumeist eine Illusion, insbesondere wenn der Pflegebedürftige
an Demenz erkrankt ist. Diesen Frauen bleibt bislang nur der Ausstieg
aus dem Beruf - mit allen Folgen für Karriere, finanzielle Situation,
Rente, aber auch gesellschaftliche Teilhabe.
Kristina Schröder hat daher Recht, das Thema Pflegezeit auf die
Tagesordnung zu setzen. Doch ihr Vorschlag ist unausgegoren. So hilft
die vorgeschlagene Pflegezeit zwar den Unternehmen, qualifiziertes
Personal zu halten. Zugleich bedeutet der Vorstoß der Ministerin aber
deutliche Zusatzbelastungen für die Firmen. Und es ist nicht geklärt,
wer das Risiko trägt, wenn ein Arbeitnehmer zwar die Pflegezeit in
Anspruch nimmt, aber kündigt, bevor das Gehaltskonto ausgeglichen
ist.
Schröder verschweigt auch, dass der Staat bei der Umsetzung ihrer
Idee nicht nur keine Zusatzbelastungen hat. Er spart Geld. Denn die
häusliche Pflege ist weitaus preiswerter als die in Heimen. Und die
Angehörigen bezögen weiter Gehalt und eben nicht Transferleistungen.
Der Staat könnte auch Zuschüsse zur Pflegezeit zahlen. Bei der
Elternförderung tut er es schon.
Schröder bleibt zuletzt die Antwort auf die Frage schuldig, was
passiert, wenn Pflegebedürftige mehr als zwei Jahre Betreuung
benötigen. Auf die Ministerin wartet viel Arbeit. Sie sollte die
Kritik aus der Wirtschaft und den Sozialverbänden ernst nehmen und
sie mit an den Tisch holen. Nur eine gesellschaftlich breit
anerkannte Pflegezeit wäre ein Gewinn - für alle Beteiligten.
Originaltext: Westdeutsche Zeitung
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Weser-Kurier: Zu den Pflegezeit-Plänen der Ministerin Schröder
Bremen (ots) - Es ist zum Verzweifeln, denn immerhin hat sich die
Familienministerin mit ihrem Vorstoß eines Themas angenommen, das
ganz dringend auf die politische Tagesordnung gehört. Und es wäre der
Problematik auch mehr als angemessen, wenn sie bei dieser Arbeit zur
Abwechslung einmal auf parteiübergreifende Unterstützung zählen
könnte. Aber Fehlanzeige - der Vorschlag wird zerredet.
Und falls der Finanzminister schon auf seinem Stuhl unruhig hin
und her rutscht, kann auch der schnell beruhigt werden. Zwar kommen
durch eine längere Pflegezeit auf den Staat Steuerausfälle zu, die
jedoch werden an anderer Stelle wieder eingespart. Private Pflege ist
nämlich deutlich preiswerter als professionelle. Daher sollten alle
politisch Verantwortlichen schnell ihre in Teilen sicherlich
berechtigten Vorbehalte über Bord werfen und konstruktiv an einer
neuen Regelung für die Pflege-Teilzeit mitarbeiten. Wir alle brauchen
sie.
Originaltext: Weser-Kurier
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Berliner Morgenpost: Die Jungministerin und die Pflegefälle -
Leitartikel
Berlin (ots) - Sie hat ja schon ein bisschen was ertragen müssen,
unsere neue Zufalls-Familienministerin, deren Berufung ja im Grunde
nicht geplant war, sondern das Ende einer Ereigniskette, die mit
einer Fehleinschätzung im fernen Kundus begann. Dass Kristina Köhler,
mittlerweile Kristina Schröder, kaum im Amt erst mal Hochzeit feiern
musste, war ein Statement, das aus ganz unterschiedlichen
Blickrichtungen zur Lästerei einlud. Das eingesessene Establishment
in Bund und Ländern ließ sich dann auch nicht lange bitten. Kaum 30
und schon Ministerin - dass konnte doch nicht mit rechten Dingen
zugehen.
Abgesehen davon, dass einigermaßen innovative Unternehmen mit
vergleichbar zukunftsorientierter Personalpolitik schon seit Jahren
ziemlich gute Ergebnisse erzielen, zeigt die Jungpolitikerin mit
ihrem ersten ernsthaften inhaltlichen Vorstoß, dass Merkels Wahl
nicht die schlechteste ist. Tummelte sich Vorgängerin Ursula von der
Leyen vorwiegend auf der Schokoladenseite ihres Ressorts - sie
kümmerte sich um berufstätige Eltern, familienfreundliche Betriebe
und die lieben Kinder -, geht Schröder gleich zu Beginn ihrer
Amtszeit dahin, wo's wehtut. Die Pflege älterer, hilfsbedürftiger
Menschen war noch nie ein Feld, auf dem Politiker reüssieren konnten
oder wollten. Pflege, das klingt immer noch nach Heim und
Bettlägerigkeit und Inkontinenz, nach Einsamkeit und Lebensende im
Zweifel.
Es ist ein Verdienst Kristina Schröders, dass sie sich dieses Themas
annimmt und dass sie versucht, dabei neue Wege der
Sozialpartnerschaft zu beschreiten. Wege, die eben nicht zwangsläufig
zu höheren Kosten für alle führen, sondern die uns, den Familien,
aber auch den Betrieben, stattdessen Flexibilität abnötigen. Wege,
die Möglichkeiten aufzeigen - und eben nicht staatliche Bevormundung.
Wege, die auch Einladungen sind, individuell oder betriebsspezifisch
Lösungen zu suchen. Wege, die am Ende aber immer ein Ziel haben
müssen: den Umgang der Gesellschaft mit den Älteren, mit den Hilfsund
Pflegebedürftigen zu verbessern. Man kann der Jungministerin nur
Mut machen, diesen Weg weiterzugehen und sich nicht kirre machen zu
lassen von den üblichen Bedenkenträgern.
Der Versuch, Pflege auch innerhalb der Familien zu erleichtern, ist
eben nicht jenes leichtfertige Abschieben einer staatlichen Aufgabe,
wie es zumindest Teile der Opposition flugs behaupten. Im Gegenteil:
Es ist jede Anstrengung wert, das Leben nicht in einem Heim beenden
zu müssen, jede.
Und Arbeitszeitkonten, das müsste mittlerweile auch dem letzten
Mittelstandsfunktionär klar sein, sind nicht des Teufels
Kostentreiber. Sondern im Gegenteil das gebotene Mittel, um einen
Betrieb und seine Mitarbeiter flexibel, produktiv und
verantwortungsbewusst auf die unterschiedlichsten Herausforderungen
in einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft reagieren zu
lassen.
Originaltext: Berliner Morgenpost
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Ostsee-Zeitung: Kommentar zu Schröders Teilzeit-Pflege-Vorschlag
Rostock (ots) - Mal abgesehen davon, dass nach der rustikalen
Hartz-IV-Debatte endlich wieder konstruktiv über Sozialpolitik
gesprochen wird: Kristina Schröders Idee von der Pflege-Teilzeit hat
Charme. Selbst wenn sie noch nicht bis ins letzte Detail ausgereift
ist. Die Möglichkeit, für zwei Jahre kürzer zu treten, könnte
unzähligen Betroffenen helfen, die jetzt vor einer harten
Entscheidung stehen: Gebe ich meinen Job auf? Oder meine kranke
Mutter sofort ins Heim? Die Teilzeit-Idee passt in eine moderne
Gesellschaft, die von ihren Mitgliedern Berufstätigkeit bis ins hohe
Alter verlangt. Sie ist das logische Pendant zur Elternzeit.
Natürlich geht es auch diesmal ums Geld. Die Kritik der Wirtschaft
ist berechtigt. Sie fordert eine solide Finanzierung. Niemand kann
von Betrieben erwarten, dass sie künftig Arbeitnehmern ungesicherte
Kredite gewähren. Wenn die Rahmenbedingungen aber stimmen, wäre das
Modell aber auch für die Wirtschaft interessant. Weil sie nicht
länger gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verliert,
die wegen eines Pflegefalls in der Familie komplett aus dem
Erwerbsleben scheiden.
Originaltext: Ostsee-Zeitung
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Braunschweiger Zeitung: Kommentar Braunschweiger Zeitung zu
Pflegezeit
Braunschweig (ots) - "Schröders Vorschlag klingt verlockend. Er
wird aber nicht umsetzbar sein, solange das finanzielle Risiko allein
bei den Arbeitgebern liegt. Pflege ist eine Aufgabe, die von allen zu
tragen ist - und in wenigen Jahren wird diese Aufgabe ein Ausmaß
erreichen, das wir bislang verdrängen. Gerade deshalb ist es aber so
wichtig, dass die Ministerin diese Debatte anstößt. Trotz knapper
Kassen müssen wir uns darüber verständigen, wie wir mit den Menschen
umgehen wollen, die auf Pflege angewiesen sind."
Originaltext: Braunschweiger Zeitung
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Heinz-Peter Lohse
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Lausitzer Rundschau: Ministerin will zwei Jahre bezahlte
Familien-Pflegezeit
Cottbus (ots) - Es ist ein Schritt in die richtige Richtung, in
die Zukunft. Viele Familienangehörige müssten, würde der Vorschlag
von Familienministerin Kristina Schröder Gesetz, möglicherweise nicht
entscheiden, die pflegebedürftige Mutter, den Vater oder ein krankes
Kind in einem Heim betreuen zu lassen.
Sicher, in den unterschiedlichen Pflegeeinrichtungen und
Seniorenheimen wird zumeist gut und aufopferungsvoll gearbeitet. Aber
den meisten pflegebedürftigen Menschen wäre es lieber, wenn sie zu
Hause sein könnten. Das aber lässt sich mit dem Alltag vieler
Familien zunehmend schwerer vereinbaren. Die Frage lautet irgendwann:
Pflege oder Job, der immer mehr Mobilität und Arbeitszeitflexibilität
verlangt. Und da nur ein Verdiener selten für das Auskommen einer
Familie mit Kindern sorgen kann, muss oft eine schmerzliche
Entscheidung getroffen werden. Kristina Schröder nimmt sich ernsthaft
der schwierigen Vereinbarkeit von Pflege und Beruf der Betreuenden
an. Dafür gebührt der Ministerin, der mancher wegen ihrer Jugend
Unerfahrenheit attestiert, Anerkennung. Sie hat ein heißes Eisen
angepackt, das in Deutschland bislang noch zu sehr vernachlässigt
wird.
Dabei ist allgemein bekannt, dass wir in einer alternden Gesellschaft
leben. 2,2 Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig, in
zehn Jahren könnten es schon drei Millionen sein. Es muss also etwas
passieren, um nicht von der demografischen Entwicklung überrollt zu
werden. Eine zweijährige gesetzlich garantierte Familien-Pflegezeit
mit 50-Prozent-Job und 75 Prozent des Gehaltes, wie sie Schröder
will, wäre gegenüber der geltenden halbjährigen unentgeltlichen
Pflegezeit ein Fortschritt - auch wenn die Gehalts-Differenz später
abgearbeitet werden müsste. Noch besser wäre es allerdings, wenn
geprüft würde, wie das geltende Pflegezeitgesetz weiterentwickelt
werden kann, etwa durch eine ähnliche finanzielle Lösung wie bei der
Elternzeit, was auch die Leistungen der Pflegenden besser anerkennen
würde.
Denn - so sinnvoll Schröder Modell beim ersten Lesen anmutet - es
wirft es doch noch eine Menge Fragen auf, denkt man an die praktische
Umsetzung. Was, wenn Arbeitnehmer in zwei Jahren mehrmals den Job
wechseln müssen, wenn sie arbeitslos werden, wenn sie ihrem
Arbeitgeber kündigen? Ob die Ministerin dafür praktikable Lösungen
findet? Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt lehnte die Initiative
gestern auch gleich kategorisch wegen des bestehenden "Kostenrisikos"
ab. Dabei denken einige Firmen angesichts der demografischen
Entwicklung bereits um, weil sie ihre qualifizierten Mitarbeiter
nicht an die Konkurrenz verlieren wollen. Elternzeiten können da ohne
jede Angst, den Job danach zu verlieren, genommen werden. Das sollte
in Zukunft auch bei Aus-Zeiten zur Pflege Angehöriger machbar sein.
Originaltext: Lausitzer Rundschau
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Rheinische Post: Tarifliche Lösung für die Pflegezeit
Düsseldorf (ots) - Die frühere Familienministerin Ursula von der
Leyen hatte sich die Elternzeit auf die Fahnen geschrieben, ihre
Nachfolgerin Kristina Schröder will die Pflegezeit zum Prestigeobjekt
ihrer Amtszeit machen.
Die junge CDU-Politikerin hat gute Chancen, die Erleichterungen für
Beschäftigte, die ihre Angehörigen pflegen wollen, zu einem
politischen Erfolgsmodell zu machen. Die Zahl der Pflegebedürftigen
wächst so schnell wie der Wunsch der Betroffenen, in vertrauter
Umgebung von vertrauten Menschen versorgt zu werden. Hinzu kommt: Die
rasante Alterung in der Gesellschaft sorgt alleine dafür, dass die
Vereinbarkeit von Beruf und Pflege der Vereinbarkeit von Beruf und
Kindern in der öffentlichen Debatte den Rang ablaufen wird.
Gut also, dass die Ministerin über Maßnahmen nachdenkt, wie Pflegende
ihre erzwungene Berufs-Unterbrechung finanziell erträglich gestalten
können. In der Pflegezeit wird dazugezahlt, später wird der Bonus
wieder abgezogen. Dass die öffentliche Pflegekasse entlastet wird,
ist ein erwünschter Nebeneffekt.
Die Frage ist nur: Warum muss gleich die Rechtsanspruch-Keule
geschwungen werden? Tarifliche Lösungen wären besser. Das Gespräch
mit den Arbeitgebern sollte schnell gesucht werden.
Originaltext: Rheinische Post
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