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Petition
Online Petition: Keine Kriminalisierung von Abtreibungen in Nicaragua!
Seit Juli 2008 sind in Nicaragua Schwangerschaftsabbrüche unter allen
Umständen gesetzwidrig. Vor 2006 erlaubte es das Gesetz, im Falle von
Gefahr für Leben und Gesundheit der Mutter oder bei Schwangerschaft als
Folge einer Vergewaltigung Ausnahmen vom Abtreibungsverbot zu machen.
Das revidierte Gesetzbuch jedoch hat all diese Ausnahmen zugunsten des
Totalverbots gestrichen. Schwangerschaftsabbrüche sind jetzt
kriminalisiert, egal aus welchen Gründen sie benötigt, gewährt oder
durchgeführt werden. Das neue Gesetz sieht Gefängnisstrafen für
medizinisches Personal bereits dann vor, wenn es bei der Behandlung
schwangerer Frauen und Mädchen dem Fötus unbeabsichtigt irgendwelchen
Schaden zufügt.
Die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen ohne Ausnahme führt
in erhöhtem Maße zu Leiderfahrungen auf Seiten schwangerer Frauen und
Mädchen, die medizinische Hilfe suchen. Schmerzen, Angst und
Stigmatisierung, in manchen Fällen sogar Tod oder Selbstmordversuche sind
die Folge. Einige Gruppen von Frauen trifft es besonders hart: Schwangere
Frauen und Mädchen, die wegen lebensbedrohender Krankheiten oder nach
Fehlgeburten Behandlung benötigen, Frauen und Mädchen, denen
schwangerschaftsbedingte Komplikationen drohen, sowie Überlebende von
Vergewaltigungen oder Inzesthandlungen.
Das Gesetz verweigert ihnen medizinische Behandlung gerade in
Situationen, in denen sie von Traumatisierung bedroht sind und dieser
Hilfe in besonderer Weise bedürfen. Kriminalisierung verhindert
andererseits keine Schwangerschaftsabbrüche, sondern treibt deren
Durchführung in die "Hinterhöfe" - mit hohen Risiken für Gesundheit und
Leben der Frauen, denen zudem noch Gefängnisstrafen drohen.
Jetzt mitmachen: Fordern Sie jetzt den nicaraguanischen Präsidenten auf,
die Kriminalisierung von Abtreibungen zu beenden!
Keine Kriminalisierung von Abtreibungen in Nicaragua!
Sehr geehrter Herr Präsident!
Mit Besorgnis habe ich in Berichten von Amnesty International gelesen,
welch verheerende Folgen das Totalverbot von Abtreibungen in dem 2008
revidierten nicaraguanischen Strafgesetzbuch für schwangere Frauen und
behandelnde Ärzte haben kann.
Deshalb ersuche ich Sie dringend, die Artikel 143, 145, 148 und 149 des
Strafgesetzbuches aufzuheben und die Gesetze so zu reformieren, dass
- Frauen und Mädchen nicht strafrechtlich belangt werden, wenn sie einen
Schwangerschaftsabbruch anstreben oder einen solchen vornehmen lassen,
- Ärztinnen und Ärzte nicht kriminalisiert werden, wenn sie
Dienstleistungen zu sicherer Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen
anbieten.
Auch bitte ich Sie, bestmögliche Richtlinien zur Behandlung von
Schwangeren zu erarbeiten und zu implementieren, sowie sicherzustellen,
dass jede Schwangere Zugang erhält zu Beratung und umfassender
Geburtshilfe inklusive sicherer Durchführung einer Abtreibung, falls dies
medizinisch geboten ist.
Bitte gewährleisten Sie darüber hinaus, dass sichere und legale
Dienstleistungen zum Schwangerschaftsabbruch erreichbar sind für alle
Mädchen und Frauen, die dies wünschen, sowohl in Fällen von
Schwangerschaften als Folge von Vergewaltigung oder Inzest als auch, wenn
die Fortsetzung der Schwangerschaft ein Risiko für ihr eigenes Leben oder
ein hohes Risiko für ihre Gesundheit bedeutet.
Vergewaltigte Frauen und Mädchen dürfen nicht gezwungen werden, eine
resultierende Schwangerschaft gegen ihren Willen fortzusetzen und müssen
Zugang bekommen zu umfassender Beratung, medizinischer Hilfe und
psychosozialer Unterstützung.
Außerdem gilt es dafür zu sorgen, dass alle Gesetze und Strategien, die
das Bereitstellen von Dienstleitungen und das Sammeln von Daten im
Bereich reproduktiver Gesundheit regeln, auf Basis vorliegender
Erfahrungen den Grundsätzen medizinischer Ethik und höchsten Standards
öffentlicher Gesundheit genügen.
Hochachtungsvoll,
Online teilnehmen unter
http://www.amnesty.de/petition/2010/2/keine-kriminalisierung-von-abtreibungen-nicaragua
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
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