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Lausitzer Rundschau: Egoismus der Eliten Zur Kritik am Pflege-Vorstoß
der Familienministerin
Cottbus (ots) - Am Donnerstag fragte der Hauptgeschäftsführer der
Landesvereinigung der Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz, Werner Simon:
"Wieso soll der Arbeitgeber das persönliche Pflegebedürfnis finanzieren?"
Er meinte damit die Entscheidung eines Arbeitnehmers, über vier Jahre
hinweg auf ein Viertel seines Einkommens zu verzichten, um zwei Jahre
lang halbtags einen sehr kranken Angehörigen zu Hause pflegen zu können.
Simon wendet gegen die von der Familienministerin vorgeschlagene
Pflegeregelung ein, dass der Arbeitgeber "Zinsverluste" erleiden könne.
Ähnlich die Mittelstands-Vereinigung der CDU, die die Wirtschaft
"bedroht" sieht. Grund: Die Pflegezeit werde möglicherweise "unlösbare
Organisationsprobleme" in den Unternehmen verursachen.
Das ist die Haltung jener, die sich in der Gesellschaft nach dem Motto
bewegen, wenn jeder an sich selbst denkt, dann ist an alle gedacht. Sie
weigern sich, mit einem geradezu lächerlichen Beitrag und Risiko zur
sozialen Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft beizutragen.
Es sind jene, die auch eine Schwangerschaft als unproduktiv empfinden,
das Alter als Kündigungsgrund, das Ehrenamt als Privatsache und Doofheit.
Und die Steuerflucht für ein Kavaliersdelikt halten.
Diese fehlende Empathie für die Gesellschaft und ihre Probleme zerstört
den sozialen Zusammenhalt. Es macht das Land kaputt, wenn Eliten das
Verständnis von sozialer Verantwortung verloren haben und durch eine
Ideologie des Egoismus ersetzen. Autos kaufen keine Autos, und
Gesellschaften, die sozial zerfallen, produzieren weder Wohlstand, noch
Gewinne. Auch nicht in Rheinland-Pfalz.
Originaltext: Lausitzer Rundschau
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