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Eigenem Anspruch nicht genuegt - Kommmentar zur Amtszeit Bushs

Allg. Zeitung Mainz: Eigenem Anspruch nicht genügt

Kommmentar zur Amtszeit Bushs

Mainz (ots) - Am Dienstag werden die Vereinigten Staaten von Amerika die Ära Bush überstanden haben. Was wird von dem Mann bleiben, von dem heute gesagt wird, er sei der unbeliebteste Präsident seit Richard Nixon gewesen?

Das wird vor allem davon abhängen, wie sich der Terrorismus auf dieser Welt weiter entwickeln wird. George W. Bush musste sehr schnell nach seinem Amtsantritt mit dem schwersten Angriff auf Amerika seit Pearl Harbour 1941 fertig werden. Das ist ihm, gemessen am Ergebnis, gelungen. Seit 2001 hat es kein Terrorist mehr geschafft, die USA auf ihrem eigenen Territorium anzugreifen. Dafür gebührt Bush Respekt und Anerkennung.

Doch Amerika erhebt den Anspruch, nicht nur politisch, militärisch und ökonomisch die Nummer eins auf dem Globus zu sein, sondern auch moralisch. Und da hat George W. Bush versagt.
Wenn sich eine Demokratie Methoden bedient, die man von blutrünstigen Diktaturen kennt, wird klar, dass dem 43. Präsidenten der Blick und vor allem das Gespür dafür gefehlt hat, was einer Demokratie würdig, vor allem aber, was ihr absolut unwürdig ist.
Bush wird der Satz zugeschrieben: "Gut und Böse gibt es in dieser Welt, dazwischen gibt es keinen Kompromiss". Hätte er danach gehandelt, dann hätte es das Lager in Guantanamo nie gegeben, dann wäre es unter Umständen auch nicht zum Krieg gegen den Irak gekommen.
Wer sich für die Verbreitung von Freiheit, Demokratie und vor allem den Menschenrechten einsetzen will, muss dies selbst konsequent leben, auch und gerade, wenn man es mit Gegnern zu tun hat, die diese Werte mit Füßen treten.
Amerikas Ansehen auf der Welt wurde und wird ganz besonders an diesen Werten gemessen und deshalb trägt George W. Bush die Verantwortung für den massiven Ansehensverlust Amerikas im Rest der Welt.

Doch die Wahl eines Schwarzen zum 44. Präsidenten der USA hat gezeigt, dass Gottes eigenes Land sich immer wieder neu erfinden kann. Amerika hat sich seiner Stärken erinnert und das gibt Hoffnung. Willkommen Barack Obama!

Originaltext: Allgemeine Zeitung Mainz
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