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US-Praesidentschaft und die unbelehrbare Linke

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US-Präsidentschaft und die unbelehrbare Linke

Zum Ende der Praesidentschaft von Bill Clinton erlaubte sich die Linke in der Bewertung der zukuenftigen Praesidentschaft die Nachlaessigkeit, zu erklaeren: ob Bush oder Al Gore gewaehlt wuerde, sei letztlich gleichgueltig. Sie wurde anschließend von der Skrupellosigkeit der Bush 'schen Kriegspolitik kalt erwischt.

Heute ist die Versuchung der Linken groß, diesen Fehler zu wiederholen

Offenbar kann weder Hillary Clinton noch die uebrigen Kandidaten der demokratischen Partei heute Diejenigen begeistern, die eine Abkehr von der mit militaerischen Mitteln forcierten US-Dominanz wuenschen: eine an einer pazifistischen Einstellung orientierte Praesidentschaftskandidatur ist nicht in Sicht - mit Ausnahme des eher aussichtslosen Dennis Kucinich.

Und zweifellos kann eine Praesidentschaft der aussichtsreicheren demokratischen Bewerbern weder als Garantie fuer eine deutlich friedlichere Welt noch als Sprungbrett in deinen demokratischen Sozialismus gelten.

Diese Feststellung wiederum truebt das Analysevermoegen der meisten Beobachter auf seiten der Linken und laesst ihr Differenzierungsvermoegen auf der Strecke bleiben - wie bereits in Anbetracht der Entscheidung zwischen Bush und Al Gore.

Dass der Republikaner Rudy Guiliani die Welt mit einer - moeglicherweise forcierten - Fortsetzung der Bush-Politik bedroht, entgeht deshalb ihrer Einschaetzung.

Dabei hat sich Guiliani hat fuer den Aufbau seiner Bewerbung außenpolitische Berater aus dem Lager der Neokonservativen rekrutiert.

In der Frage, ob man den Iran eher frueher als spaeter angreifen solle, ist seine Antwort "eher frueher".

Ganz offensichtlich besteht sein Ansatz darin, das Null-Toleranz-Konzept, das er als New-Yorker Buergermeister anwandte und das ihm fast durchweg den Applaus der Massenmedien eintrug, nun in der Außenpolitik anzuwenden.

Selbst die durchaus amerikafreundlich gesonnene "Zeit" hierzulande uebertitelt die Einschaetzung des Kandidaten mit "Rudy Rambo".

Amerikanische Blogger, die als linksliberal gelten koennen - unter anderem der Huffington Post - qualifizieren die Position Guilianis als "faschistoid".

Ob dies an der Bereitschaft der Linken etwas aendert, das Kind erst - widerstandslos - in den Brunnen fallen zu lassen, und anschließend zu klagen, etwas aendern kann, zeichnet sich bisher nicht ab.

http://www.zeit.de/online/2007/46/usa-giuliani


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11.11.07    Absender/-in: Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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