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Die Todesschwadron des Dick Cheney
Acht Jahre lang wurde ein spezielles Projekt der US-Geheimdienstarbeit dem
Kongress verheimlicht - auf Anweisung von Ex-Vizepraesident Cheney. Seit die
Hinweise nicht mehr zu verbergen sind, werden Nebel und Ausfluechte verbreitet.
Auf Fragen, welchen Auftrag das Projekt hatte, zu dem dem Kongress rechtswidrig
die Kenntnis vorenthalten wurde, reagieren die heute damit Befassten mit
Ausweichmanoevern: man habe keine Kenntnis, wird erklaert. In der New York
Times und im Wall Street Journal heisst es, das Projekt sei nur mit geringen
finanziellen Mitteln ausgestattet gewesen u
Worum es sich gehandelt habe, sei ebenfalls unbekannt. Bemerkenswert ist
aktuell, dass die dem konservativen Politik-Establishment angehoerende
demokratische Senatorin Dianne Feinstein, Vorsitzende des Ausschusses zur
Kontrolle der Geheimdienste, die sich in der Vergangenheit bemuehte, mit der
Bush-Regierung zu kooperieren, nun deutliche Worte fand: das Verhalten des
Vizepraesidenten sei offenbar rechtswidrig gewesen. Welches der Gegenstand der
fraglichen Operationen war, ist auch von ihr nicht zu erfahren.
Weniger verschwiegen, wenn auch zurueckhaltend, aeußerte sich im Maerz der
investigative Journalist Seymour Hersh. Er berichtet von verdeckten
Operationen, nicht von seiten der CIA. Hierfuer seien Spezialkommandos gebildet
worden "joint Special Operation Commands" (JSOC).
Die Bush-Regierung - und insbesondere Cheney - habe nach Wegen gesucht, die
Kontrolle des Kongresses, die ihm bei geheimdienstlichen Aktivitaeten zustehen,
zu umgehen, und die Spezialkommandos deshalb nicht bei der CIA angesiedelt. Man
habe aus diesem Grund die Form der Joint Special Operation Commands gewaehlt.
Diese habe keiner Kontrolle unterlegen, sei niemand zum Bericht verpflichtet
gewesen, ausser Dick Cheney selbst. Es habe sich um eine Todesschwadron
gehandelt, die waehrend der Zeit der Bush-Regierung operiert habe.
Nach einem Bericht der New York Times vom Maerz 2009 sei ihre Arbeit von dem
Leiter der Abteilung, General McRaven, schließlich eingestellt worden, das es
zuviele unschuldige Tote gegeben habe.
Hersh aeußerte sich zu den Aktivitaeten dieser Todesschwadron, die weltweit
operiert habe, auf einer Veranstaltung der Universitaet von Minnesota mit dem
frueheren US-Vizepraesidenten Walter Mondale. Im Gegensatz zu den Darstellungen
etwa der New York Times, nach der es nie zu Aktivitaeten des Projekts kam, sei
die Todesschwadron waehrend der Amtszeit Cheneys unablaessig im Einsatz
gewesen. Auch Bush selbst habe in seinen Reden auf die Erfolge dieser
Operationen hingewiesen.
Juan Cole, Professor der Universitaet Michigan, der sich intensiv mit den
Vorgaengen des Mittleren Ostens befasste, beleuchtet das Feld der verdeckten
Operationen im Antiterroreinsatz und fordert eine "truth commission", die die
von Cheney betriebenen Aktivitaeten in vollem Umfang aufzuklaeren habe.
Von anderer Seite wird darauf verwiesen, dass auch andere Vizepraesidenten vor
Cheney Aktivitaeten am Rande der Legalitaet betrieben haetten, dies sei nichts
Ungewoehnliches. Der Versuch, sich der Aufsicht der parlamentarischen Gremine
zu entziehen, habe so etwa unter George Bush sr. in den 80er-Jahren. Damals
waren, nachdem der Kongress keine Mittel bewilligen wollte, Milliardenbetraege
aus Drogengeschaeften mit Kokain aus Kolumbien und afghanischem Heroin, die
durch die BCC-Bank gewaschen wurden unter der Aufsicht von fuehrenden
CIA-Mitarbeitern, verwendet worden, um etwa die nicaraguanischen Contras im
Kampf gegen die Regierung zu finanzieren. Zu den Beteiligten gehoerten damals
Dick Cheney und Elliot Abrams. Abrams wurde unter Bush Direktor des Nationalen
Sicherheitsrates fuer Angelegenheiten des Mittleren Ostens.
Auf die aktuellen Berichte zu den nun aufgedeckten unkontrollierten verdeckten
Operationen angesprochen, erklaerte Hersh zu dem Widerspruch, nach dem es nie
zu Aktivitaeten der inkriminierten verdeckten Projekte gekommen sei: "I said
what I said, they can always say what they say, The last time they said the
government doesnÆt torture, this time itÆs the government doesnÆt assassinate."
http://www.zeit.de/online/2009/29/cia-cheney-vorwuerfe
http://www.minnpost.com/ericblackblog/2009/03/11/7310/investigative_reporter_sey
mour_hersh_describes_executive_assassination_ring
http://www.thedailybeast.com/blogs-and-stories/2009-07-14/the-man-who-knew-chene
ys-secret/
http://www.cce.umn.edu/media/greatconversations/hersh_jacobs_mondale/hersh_jacob
s_mondale.mp3
http://www.juancole.com/2009/07/truth-commission-needed-to-examine.html
http://en.wikipedia.org/wiki/Elliott_Abrams
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