Nadeshda
Forum: cl.regionen.nahost
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>

Neuer Schutzwall: Israel igelt sich ein

Neuer Schutzwall: Israel igelt sich ein

19:20 | 12/ 01/ 2010

http://de.rian.ru/analysis/20100112/124667328.html

MOSKAU, 12. Januar (Andrej Murtasin, RIA Novosti). Am vergangenen Sonntag bestätigte der israelische Premier Benjamin Netanjahu den geplanten Bau von Grenzsperren nach Ägypten.

Im Grunde handelt es sich um eine neue Grenzmauer aus Beton mit einem modernen elektronischen Schutzsystem. Sie soll jener gleichen, die Israel im vorigen Jahrzehnt im Westjordanland gebaut hatte. Vermutlich wird die neue "Schutzmauer" in der Nähe des Gaza-Streifens sowie im Raum des israelischen Urlaubsortes Eilat am Roten Meer verlaufen.

Netanjahus Idee, an der Grenze zu Ägypten einen neuen Schutzwall zu errichten, "um das Land vor Terroristen und illegalen Immigranten zu retten", ist alles andere als neu. Israel begann bereits 2002, in Zeiten des Ministerpräsidenten Ehud Barak und seines Nachfolgers Ariel Sharon, mit dem Bau einer "Schutzmauer", wodurch mehrere palästinensische Städte und Dörfer im Westjordanland isoliert wurden.

Wie die israelischen Militärs selbst zugeben, habe die "Schutzmauer" das Sicherheitsproblem nur zum Teil gelöst. Legal unüberwindbar ist sie nur für jene Palästinenser und Ausländer, deren Namen auf den "schwarzen Listen" der israelischen Sicherheitsdienste stehen. Die übrigen Araber, darunter auch potenzielle Terroristen, haben echte Ausweispapiere, passieren unbehelligt die Checkpoints und kommen mühelos nach Israel.

Die neue Mauer soll, so Netanjahus Idee, das Land vor Schmugglern und illegalen Immigranten, vor allem aus afrikanischen Ländern, schützen. Die ägyptisch-israelische Grenze ist mehr als 250 Kilometer lang. Sie verläuft überwiegend in der Sinai-Wüste, in der laut Angaben der israelischen Polizei die Grenze am häufigsten verletzt wird.

Jedes Jahr dringen hunderte Illegale nicht nur aus Afrika, sondern auch sogar aus den GUS-Ländern ins Land ein, viele von ihnen mit einem kriminellen Vorleben. Außerdem können gerade über Ägypten, nach Umgehung einer "geographischen Schlinge", Hamas-Selbstmordattentäter aus dem Gaza-Streifen nach Eilat kommen. Auf diesem Weg kam 2007 ein Selbstmordterrorist in den Urlaubsort, wo er seine Bluttat verübte.

Die Befürchtungen der israelischen Behörden sind zweifellos begründet. Es fragt sich nicht nur, wie effektiv die neue Mauer und ob sie in der Lage sein wird, 200 Kilometer Wüste "zuzusperren", über die bis heute praktisch ungehindert die örtlichen Nomaden wandern. Es handelt sich um ägyptische und israelische Beduinen, die meist den Illegalen den Weg über die Grenze zeigen.

Kennzeichnend ist, dass eine Schutzmauer gegen Terroristen, Schmuggler und sonstige fremde Elemente nicht nur in Israel, sondern auch in seinem arabischen Nachbarn Ägypten entsteht. Die "ägyptische Mauer" wird allerdings nicht ober-, sondern unterirdisch sein und nicht aus Beton, sondern aus Metall bestehen. Ziel ist es, sich gegen die palästinensischen Schmuggler zu schützen, die noch umtriebiger wurden, nachdem Israel die von der Hamas kontrollierte palästinensische Enklave blockiert hat. Vermutlich wird die unterirdische Mauer längs der gesamten Grenze Ägyptens zum Gaza-Streifen verlaufen und etwa zehn Kilometer lang sein.

Nach BBC-Angaben graben die Ägypter, von amerikanischen Militäringenieuren unterstützt, gepanzerte Stahlmauern bis zu 30 Meter tief ein. Sie werden, wie die Erbauer annehmen, die vorhandenen zahlreichen Schmuggeltunnel blockieren und den Bau neuer unmöglich machen.

Das Problem Terrorismus ist für Kairo und Tel Aviv gleichermaßen aktuell. Deshalb war die ägyptische Reaktion auf Netanjahus Beschluss mehr als zurückhaltend. Das sei "eine interne Angelegenheit Israels", erklärte das ägyptische Außenministerium.

Ägyptische Vermittler versuchen schon seit drei Jahren erfolglos, die sich bekämpfenden palästinensischen Bewegungen Fatah und Hamas miteinander auszusöhnen und zugleich dem palästinensisch-israelischen Dialog neues Leben einzuhauchen. Deshalb ist der Bau der "unterirdischen Mauer" auch ein politischer Schritt, ein Signal Ägyptens an die Hamas-Führung: Kairos Geduld habe ihre Grenzen, während den Anführern der Islamisten nahezu kein Raum für politische Manöver mehr übrig geblieben sei. Wie übrigens auch kein Raum für militärische Handlungen, was der vorjährige Krieg in Gaza (israelische Antiterror-Operation "Gegossenes Blei") anschaulich demonstrierte.

Die neuen militärischen Grenzbauten, gleich, ob eine neue Grenzmauer oder ein unterirdischer "eiserner Vorhang", werden Israel und Ägypten vor dem Terrorismus und Extremismus kaum schützen können. Das Problem erfordert eine politische Lösung, doch die Regierung Netanjahu lehnt Kompromisse ab - sowohl mit der Hamas als auch mit der gemäßigten Fatah von Mahmud Abbas. Der entgegen dem Willen der Weltgemeinschaft fortgesetzte Bau von Siedlungen in den Palästinensergebieten im Westjordanland und die Blockade des Gaza-Streifens führen nur zur Verstärkung der Konfrontation.

Was einen "Nahost-Friedensprozess" angeht, so kann er vergessen werden, auf jeden Fall mit der jetzigen israelischen Regierung.

Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.


Hintergrund: Grenzmauern weltweit

21:20 | 12/ 01/ 2010

http://de.rian.ru/analysis/20100112/124669321.html

MOSKAU, 12. Januar (RIA Novosti). Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat am Sonntag der Errichtung eines Schutzwalls an der Grenze zu Ägypten zugestimmt.

Nachstehend einige historische Tatsachen über Sperranlagen in der ganzen Welt.

CHINESISCHE MAUER

Die Große Mauer von China ist ein Festungsbauwerk in Nordchina.

Die ersten Abschnitte der Mauer wurden im vierten bis dritten Jahrhundert v. u. Z. errichtet, als es auf den Territorien des heutigen Chinas mehrere verfehdete Reiche gab. Die Reiche bauten Festungsmauern, um sich voneinander zu schützen. Nach der Vereinigung Chinas (221 v. u. Z.) befahl der Kaiser Qin Shihuangdi, eine durchgehende Mauer zu errichten, um die nordwestlichen Grenzen seines Reichs von den Angriffen von Nomadenvölkern zu schützen.

Die Errichtung der Mauer dauerte mit kleinen Unterbrechungen bis zum Ende der Ming-Dynastie, also bis ins 17. Jahrhundert. Im Laufe dieser Zeit wurde die Chinesische Mauer nicht nur fertig gebaut, sondern auch wieder aufgebaut und renoviert.

Die Große Mauer von China verläuft von Ost nach West zwischen Stadt Shanhaiguan an der Küste der Liaodong-Bucht und der Stadt Jiayuguan in der Provinz Gansu.

Die genaue Länge der Mauer war lange Zeit unbekannt. 2009 gaben chinesische Wissenschaftler die genaue Länge der Chinesischen Mauer bekannt: Sie ist 8851,8 Kilometer lang. Die Wissenschaftler sagten, dass die Struktur der Mauer verschieden sei: der Großteil wurde von menschlicher Hand geschaffen, doch an einigen Abschnitten ersetzen Berge die künstlichen Bollwerke.

Die Mauer ist 6,6 Meter, an einigen Abschnitten bis zu 10 Metern hoch. Die Weite des unteren Teils beträgt etwa 6,5 Meter, die des oberen etwa 5,5 Meter.

Auf der gesamten Länge der Großen Mauer wurden Kasematten und Türme für die Wachen gebaut. Auf den wichtigsten Bergpässen gab es Festungen.

Gegenwärtig liegt der Großteil der Chinesischen Mauer in Ruinen. Nach Angaben der Wissenschaftler wurden etwa zwei Drittel dieses Bollwerks von der Natur zerstört oder von Bauern auf der Suche nach Baumaterial auseinander genommen.

HADRIANSWALL

Der Hadrianswall, der manchmal als Römischer Wall bezeichnet wird, wurde im zweiten Jahrhundert u. Z. während der Herrschaft des römischen Kaisers Hadrian in Nordbritannien errichtet. Er sollte die Römer von den Barbaren trennen.

Die Mauer war 1,5 Meter breit, bis zu fünf Metern hoch und bestand aus Stein.

Ursprünglich wurde sie an der engsten Stelle der Insel gebaut und trennte Schottland ab. Der Wall erstreckt sich auf 120 Kilometer und durchquert Nordengland von der einen Küste bis zur anderen. Insgesamt besteht er aus mehr als 750 Milliarden Kubikmeter Stein. Die Bauarbeiten dauerten acht Jahre.

Die Mauer wurde im Abstand von je einer römischen Meile (1481 Meter) von befestigten Forts unterbrochen. Einige Bauten sind bis heute erhalten geblieben.

Unter Kaiser Antonius Pius rückte der neue Statthalter von Britannien den Befestigungsgürtel in den Norden. Somit entstand der 59 Kilometer lange Antoninuswall. Ihm lag ein fünf Meter breites Steinmauerwerk zugrunde. Gegenwärtig ist der Wall zwei bis drei Meter hoch. Der Graben ist 10 bis 14 Meter breit.

KOREANISCHE MAUER

Nach Ende des Korea-Kriegs 1953 wurde zwischen Südkorea und Nordkorea entlang des 38. Breitengrads eine Grenze gezogen. Sie besteht aus einer vier Kilometer breiten entmilitarisierten Zone. Diese ist von beiden Seiten von Panzerschutzgräben, Stacheldrahtreihen, Feuerposten und den größten Minenfeldern der Welt geschützt.

Nach 20 Jahren beschloss Südkorea nach Anfang eines Wirtschaftsbooms, sich nicht nur durch einen Schutzstreifen, einen Kontrollstreifen und Minenfelder, sondern auch durch eine Mauer von Nordkorea abzugrenzen. Es baute ein 240 Kilometer langes Bollwerk auf.

Die Mauer ist 5,8 Meter hoch. Die Breite des unteren Teils beträgt 10,19 Meter, die des oberen Teils 3,7 Meter. Von nordkoreanischer Seite ist sie senkrecht, von südkoreanischer Seite abschüssig und mit Gras bepflanzt.

Weitere Bauarbeiten wurden als unzweckmäßig eingestuft.

BERLINER MAUER

Die Berliner Mauer ist ein Anlagenkomplex, der vom 13. August 1961 bis zum 9. November 1989 an der Grenze zwischen der DDR-Hauptstadt Ostberlin und dem westlichen Teil der Stadt, der einen internationalen Sonderstatus genoss, existierte.

Die Errichtung und Befestigung dieses Bollwerks war dazu gedacht, den Grenzübertritt aus Ostberlin und der DDR nach Westberlin zu stoppen.

Von 1961 bis 1989 wurde die Berliner Mauer an mehreren Abschnitten der Grenze mehrmals umgebaut. Zuerst war sie aus Stein, dann wurde sie durch eine Mauer aus Stahlbeton ersetzt. 1975 fing der letzte Umbau der Mauer an. Die Mauer wurde aus 45 000 Betonblöcken errichtet, die 3,6 Meter hoch und 1,5 Meter breit waren. Sie waren oben abgerundet, um die Flucht zu erschweren. Jenseits der Stadtgrenzen schloss die Anlage auch Metallgitter ein.

1989 erreichte die Gesamtlänge der Mauer 155 Kilometer. Innerhalb der Stadt war die Grenze zwischen Ost- und Westberlin 43 Kilometer lang, die Außengrenze zwischen Westberlin und der DDR war 112 Kilometer lang. Die vorderste Betonmauer war 3,6 Meter hoch und umfasste den gesamten westlichen Teil Berlins.

Die durchschnittlich 3,6 Meter hohe Betonabsperrung erstreckte sich auf 106 Kilometer, die Metallabsperrung auf 66,5 Kilometer. Die Erdgräben waren 105,5 Kilometer lang. 127,5 Kilometer standen unter Strom. An der Mauer gab es einen Kontrollstreifen, genauso wie an der Grenze.

Dem Komplex gehörten 302 Beobachtungstürme, 20 Bunker, 259 Hundelaufanlagen und andere Grenzanlagen an.

Am 9. November 1989 öffnete die Regierung der DDR nach massenhaften Protesten die Grenzen nach Westberlin. Am 1. Juli 1990 wurde auch die Grenzkontrolle vollständig abgeschafft. Von Januar bis November 1990 wurde die Berliner Mauer innerhalb der Stadtgrenzen vollständig abgetragen. Nur ein 1,3 Kilometer langer Abschnitt wurde als Andenken an eines der berühmtesten Symbole des Kalten Krieges übrig gelassen.

ZYPRISCHE MAUER

Die Mauer auf Zypern trennt den griechischen Teil der Hauptstadt Nikosia vom türkischen. Die endlose Konfrontation zwischen den Türken und Griechen auf der Insel hat die Weltgemeinschaft gezwungen, 1964 internationale Friedenskräfte auf der Insel zu stationieren, die die so genannten "Grüne Linie" der Feuerruhe - die so genannte UN-Pufferzone - verlegten. Die "Grüne Linie" mitten in der Altstadt ist ein zehn bis 30 Meter breiter neutraler Streifen mit zurückgebliebenen Wohnhäusern, deren Bewohner längst ausgezogen sind und die wegen der zahlreichen Schusswechsel stark beschädigt wurden.

Der Grenzstreifen bestand aus halbzerstörten Häusern und Haufen von alten Fässern, Rädern und Stacheldraht.

So sieht es seit der Invasion der türkischen Truppen auf die Insel im Jahr 1974 aus. Die "Grüne Linie" darf nicht betreten werden und erstreckt sich auf mehr als 180 Kilometer.

Die Grenzmauer wurde gründlich gefestigt. Der Zaun in der zyprischen Hauptstadt ist kein Monolith - weil die Straßenanordnung in Nikosia seit dem Mittelalter erhalten geblieben war, reichte es, an manchen Stellen enge verwinkelte Straßen mit Betonblöcken und Sandsäcken zu sperren. Nur auf wenigen Freiflächen sieht die Mauer wie eine richtige Festung aus, die nach allen Regeln der Kriegsbaukunst befestigt ist.

Auch die Ledrastraße, das Hauptsymbol Nikosias, wurde ebenfalls durch die Steinmauer und die 70 Meter breite verminte "Todeszone" in zwei Teile aufgeteilt.

2007 wurde die Steinmauer in der Ledrastraße an manchen Stellen durch Sperren, die die Sicht nicht versperrten, ersetzt.

Im April 2008 wurde die "Todeszone" von Minen befreit.

FRIEDENSLINIE IN NORDIRLAND

Seit den Massenunruhen im Jahr 1970, bei denen mehrere Hunderte Menschen getötet und verletzt worden waren, wurden in Belfast nahezu 40 Sperrzäune errichtet, die von mehreren Hundertmetern bis zu vier Kilometern lang sind und die Katholiken- und Protestanten-Bezirke voneinander trennen. Diese Mauern sind sehr unterschiedlich: aus Beton, Ziegelstein oder Metall, zweieinhalb oder zehn Meter hoch. In der Stadtmitte, wo das Gebäude der Stadtverwaltung steht, ist die Grenzlinie des religiösen Konflikts einfach auf dem Asphalt gezeichnet.

SPANISCHE MAUER

Ende des 20. Jahrhunderts beschlossen die spanischen Behörden, zwei große Sperranlagen um die Exklaven Ceuta und Melilla zu errichten, um der illegalen Masseneinwanderung aus Afrika ein Ende zu bereiten. Ceuta und Melilla befinden sich an der nordafrikanischen Küste der Straße von Gibraltar. Durch diese Ortschaften liegt für die Flüchtlinge der einfachste Weg nach Europa.

Die in den 1990er Jahren gebaute 8,2 Kilometer lange Sperranlage um Ceuta und die zwölf Meter hohe Mauer um Melilla wurden im Jahr 2000 stark modernisiert.

Die damalige Welle der illegalen Einwanderer zwang die spanischen Behörden und die EU, die bereits früher errichteten Sperranlagen zu festigen und die beiden Städte mit je drei Sperrzäunen zu umzingeln.

Zunächst wurden drei Meter hohe Metallzäune aufgestellt, die später auf sechs Meter erhöht wurden. Außerdem wurden darauf Infrarotkameras, Tränengasbehälter, Lärm- und Bewegungssensoren installiert und Wachtürme aufgestellt.

Die erste Sperranlange hat eine Sondervorrichtung, die das Aufstellen von Leitern an den Zäunen verhindert. Auf der zweiten Sperranlage sind scharfe Stacheln und zahlreiche Drähte angebracht.

Vor etwa fünf Jahren stellte die EU zusätzliche Finanzmittel für die Erhöhung der Zäune auf acht Meter bereit.

ISRAELISCHER SCHUTZWALL

Mit dieser Schutzmauer trennt Israel die Palästinensischen Autonomiegebiete ab. Die Bauarbeiten für die Grenzmauer aus Betonblöcken, Gittern und Stacheldraht begannen im Jahr 2003. Die Mauer ist 670 Kilometer lang und bis zu acht Meter hoch. Auf der "Sicherheitsmauer" lauern Scharfschützen und Überwachungskameras kontrollieren die Lage. Vor der Mauer gibt es einen zwei Meter tiefen Graben und ein unter Strom stehendes Sperrgitter. Oben sind zusätzlich zwei Meter Stacheldraht angebracht.

Die Errichtung der Sperranlagen wurde konsequent von der UNO, dem Menschenrechtsgericht in Den Haag und dem israelischen Obersten Gerechtigkeitsgericht verurteilt.

GROSSE AMERIKANISCHE MAUER

Die Große Mauer in Amerika (auch "die Mauer von Arizona" genannt) ist ein System von Sperranlagen an der Grenze zwischen den USA und Mexiko, das den Strom von illegalen mexikanischen Einwanderern stoppen soll. 2006 wurde ein großes Programm zur Errichtung eines ganzen Komplexes aus Metallzaun und speziellen Fahrzeugsperren gestartet. Die Große Amerikanische Mauer, deren Aufbau immer noch nicht beendet worden ist, wird mit Scheinwerfern, TV-Kameras, Sensoren und Alarmsystemen ausgestattet sein.

Ursprünglich sollten auf dem Abschnitt von 600 Kilometern hintereinander verlaufende Doppel-Zäune errichtet werden. Später wurde aber beschlossen, die Bauarbeiten zu erweitern: drei Zäune stehen jetzt auf einer Strecke von 1074 Kilometer hintereinander. Weitere 800 Kilometer sollen demnächst mit Stacheldraht abgegrenzt werden. Doch selbst solche Sperren halten die Mexikaner nicht von der Grenzverletzung ab. Angesichts dessen halten die Einwohner der amerikanischen Grenzstadt Yuma zusätzlich mit einem mit Wassergraben die Nachbarn auf Distanz, der 3,2 Kilometer lang und 20 Meter breit ist.

Im US-Senat wird derzeit die Initiative ernsthaft diskutiert, eine Mauer vom Atlantischen bis zum Stillen Ozean zu bauen und damit die ganze 3200 Kilometer lange Grenzlinie an Mexiko zu versperren.


Hallo zusammen,

die Veröffentlichung dieser Meldungen von RIA Nowosti erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch

Dmitri Tultschinski,
Leiter des Deutschland-Büros
Russische Informationsagentur Nowosti
tel. (030) 226 05 681
fax 814
eMail tulchin ät t-online.de

Sollte jemand den Beitrag übernehmen wollen, informiert doch bitte Herrn Tultschinski davon und schickt ihm einen Beleg - dankeschön !!

Gruß

Sabine

Neuer Schutzwall: Israel igelt sich ein

19:20 | 12/ 01/ 2010

http://de.rian.ru/analysis/20100112/124667328.html

MOSKAU, 12. Januar (Andrej Murtasin, RIA Novosti). Am vergangenen Sonntag bestätigte der israelische Premier Benjamin Netanjahu den geplanten Bau von Grenzsperren nach Ägypten.

Im Grunde handelt es sich um eine neue Grenzmauer aus Beton mit einem modernen elektronischen Schutzsystem. Sie soll jener gleichen, die Israel im vorigen Jahrzehnt im Westjordanland gebaut hatte. Vermutlich wird die neue "Schutzmauer" in der Nähe des Gaza-Streifens sowie im Raum des israelischen Urlaubsortes Eilat am Roten Meer verlaufen.

Netanjahus Idee, an der Grenze zu Ägypten einen neuen Schutzwall zu errichten, "um das Land vor Terroristen und illegalen Immigranten zu retten", ist alles andere als neu. Israel begann bereits 2002, in Zeiten des Ministerpräsidenten Ehud Barak und seines Nachfolgers Ariel Sharon, mit dem Bau einer "Schutzmauer", wodurch mehrere palästinensische Städte und Dörfer im Westjordanland isoliert wurden.

Wie die israelischen Militärs selbst zugeben, habe die "Schutzmauer" das Sicherheitsproblem nur zum Teil gelöst. Legal unüberwindbar ist sie nur für jene Palästinenser und Ausländer, deren Namen auf den "schwarzen Listen" der israelischen Sicherheitsdienste stehen. Die übrigen Araber, darunter auch potenzielle Terroristen, haben echte Ausweispapiere, passieren unbehelligt die Checkpoints und kommen mühelos nach Israel.

Die neue Mauer soll, so Netanjahus Idee, das Land vor Schmugglern und illegalen Immigranten, vor allem aus afrikanischen Ländern, schützen. Die ägyptisch-israelische Grenze ist mehr als 250 Kilometer lang. Sie verläuft überwiegend in der Sinai-Wüste, in der laut Angaben der israelischen Polizei die Grenze am häufigsten verletzt wird.

Jedes Jahr dringen hunderte Illegale nicht nur aus Afrika, sondern auch sogar aus den GUS-Ländern ins Land ein, viele von ihnen mit einem kriminellen Vorleben. Außerdem können gerade über Ägypten, nach Umgehung einer "geographischen Schlinge", Hamas-Selbstmordattentäter aus dem Gaza-Streifen nach Eilat kommen. Auf diesem Weg kam 2007 ein Selbstmordterrorist in den Urlaubsort, wo er seine Bluttat verübte.

Die Befürchtungen der israelischen Behörden sind zweifellos begründet. Es fragt sich nicht nur, wie effektiv die neue Mauer und ob sie in der Lage sein wird, 200 Kilometer Wüste "zuzusperren", über die bis heute praktisch ungehindert die örtlichen Nomaden wandern. Es handelt sich um ägyptische und israelische Beduinen, die meist den Illegalen den Weg über die Grenze zeigen.

Kennzeichnend ist, dass eine Schutzmauer gegen Terroristen, Schmuggler und sonstige fremde Elemente nicht nur in Israel, sondern auch in seinem arabischen Nachbarn Ägypten entsteht. Die "ägyptische Mauer" wird allerdings nicht ober-, sondern unterirdisch sein und nicht aus Beton, sondern aus Metall bestehen. Ziel ist es, sich gegen die palästinensischen Schmuggler zu schützen, die noch umtriebiger wurden, nachdem Israel die von der Hamas kontrollierte palästinensische Enklave blockiert hat. Vermutlich wird die unterirdische Mauer längs der gesamten Grenze Ägyptens zum Gaza-Streifen verlaufen und etwa zehn Kilometer lang sein.

Nach BBC-Angaben graben die Ägypter, von amerikanischen Militäringenieuren unterstützt, gepanzerte Stahlmauern bis zu 30 Meter tief ein. Sie werden, wie die Erbauer annehmen, die vorhandenen zahlreichen Schmuggeltunnel blockieren und den Bau neuer unmöglich machen.

Das Problem Terrorismus ist für Kairo und Tel Aviv gleichermaßen aktuell. Deshalb war die ägyptische Reaktion auf Netanjahus Beschluss mehr als zurückhaltend. Das sei "eine interne Angelegenheit Israels", erklärte das ägyptische Außenministerium.

Ägyptische Vermittler versuchen schon seit drei Jahren erfolglos, die sich bekämpfenden palästinensischen Bewegungen Fatah und Hamas miteinander auszusöhnen und zugleich dem palästinensisch-israelischen Dialog neues Leben einzuhauchen. Deshalb ist der Bau der "unterirdischen Mauer" auch ein politischer Schritt, ein Signal Ägyptens an die Hamas-Führung: Kairos Geduld habe ihre Grenzen, während den Anführern der Islamisten nahezu kein Raum für politische Manöver mehr übrig geblieben sei. Wie übrigens auch kein Raum für militärische Handlungen, was der vorjährige Krieg in Gaza (israelische Antiterror-Operation "Gegossenes Blei") anschaulich demonstrierte.

Die neuen militärischen Grenzbauten, gleich, ob eine neue Grenzmauer oder ein unterirdischer "eiserner Vorhang", werden Israel und Ägypten vor dem Terrorismus und Extremismus kaum schützen können. Das Problem erfordert eine politische Lösung, doch die Regierung Netanjahu lehnt Kompromisse ab - sowohl mit der Hamas als auch mit der gemäßigten Fatah von Mahmud Abbas. Der entgegen dem Willen der Weltgemeinschaft fortgesetzte Bau von Siedlungen in den Palästinensergebieten im Westjordanland und die Blockade des Gaza-Streifens führen nur zur Verstärkung der Konfrontation.

Was einen "Nahost-Friedensprozess" angeht, so kann er vergessen werden, auf jeden Fall mit der jetzigen israelischen Regierung.

Die Meinung des Verfassers muss nicht mit der von RIA Novosti übereinstimmen.


Hallo zusammen,

die Veröffentlichung dieser Meldung von RIA Nowosti erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch

Dmitri Tultschinski,
Leiter des Deutschland-Büros
Russische Informationsagentur Nowosti
tel. (030) 226 05 681
fax 814
eMail tulchin ät t-online.de

Sollte jemand den Beitrag übernehmen wollen, informiert doch bitte Herrn Tultschinski davon und schickt ihm einen Beleg - dankeschön !!

Gruß

Sabine

12.01.10    Absender/-in: Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
 Zurück zur Übersicht  Kommentar schreiben  << Aktuellere Nachricht | Frühere Nachricht >>
Forum: cl.regionen.nahost