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http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/allerlei-fabrizierte-anklagen/
taz, 5.1.10
Widerstand im Westjordanland
Allerlei fabrizierte Anklagen
Der gewaltlose Protest gegen den Trennungszaun nervt die israelischen
Besatzungsbehörden. Deshalb wollen sie die Anführer endlich hinter Gitter
bringen.
Von Georg Baltissen
Die erste Freitagsdemonstration am Neujahrstag 2010 in dem
palästinensischen Ort Bilin gilt nicht nur dem israelischen
Trennungszaun, sondern hat noch zwei andere Ziele. Zum einen erinnern die
Demonstranten an den Jahrestag des Gazakrieges, zum anderen fordern sie
die Freilassung des Organisators der wöchentlichen Demonstrationen,
Abdullah Abu Rahmah.
Erst vier Tage zuvor hat ein israelisches Gericht die Dauer der
Untersuchungshaft gegen Abu Rahmah, der am 10. Dezember in Ramallah bei
einer nächtlichen Razzia festgenommen worden war, um 101 Tage verlängert.
Der israelische Militärstaatsanwalt wirft dem 39-jährigen Lehrer
illegalen Waffenbesitz, Aufwiegelung und das Werfen von Steinen vor. Als
Beleg für den Waffenbesitz dienen dem Staatsanwalt abgeschossene
israelische Tränengasgranaten, die in Bilin in einer Art Ausstellung
zusammengetragen worden sind.
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