|
Am 30. 11. 2009 wird in Berlin eine gemeinsame Sitzung der deutschen und
der israelischen Regierung stattfinden. Im Jahr 2008 waren regelmäßige
Konsultationen der beiden Regierungen beschlossen worden und hatte in
Israel eine erste Zusammenkunft dieser Art stattgefunden.
17 Nichtregierungsorganisationen aus der Palästina- und Israel/PalästinaSolidarit
ätsbewegung, aus der Friedensbewegung und einige Einzelpersonen
unterstützen einen A u f r u f (siehe unten (...) in dem es u.a. heißt:
"Die gemeinsame Kabinettsitzung erweckt den Eindruck, dass die deutsche
Regierung die Unterdrückung des palästinensischen Volkes und die
israelischen Menschenrechtsverletzungen stillschweigend hinnimmt, ja sie
unterstützt."
Die Organisationen fordern, dass keine deutsche Waffen nach Israel und in
den Nahen Osten geliefert werden (aktuell: keine deutschen Dolphin-UBoote
und Kriegsschiffe nach Israel). Sie wollen ein Ende der
israelischen Blockade des Gazastreifens und ein Ende der israelischen
Besatzung erreichen. Sie setzen sich unter anderem für die Freilassung
des gewaltfreien palästinensischen Aktivisten Mohammed Othman ein.
Die Organisationen rufen zu einer Protestkundgebung auf:
am 30.11.2009, 10:00 bis 13:00 Uhr
Südlich vom Bundeskanzleramt
Wiese zwischen Paul-Löbe-Allee und Heinrich- von-Gagern-Straße (westliche
Verlängerung des Platzes der Republik) U- und S-Bahnhof Brandenburger
Tor, Bus 100
Die Veranstaltung ist polizeilich angemeldet. Natürlich wird die Umgebung
von umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen geprägt sein. Dies sollte nicht
davon abhalten sich an der argumentativen, selbstverständlich
gewaltfreien politischen Protestveranstaltung zu beteiligen.
A U F R U F
Am 30. 11. 2009 wird in Berlin eine gemeinsame Sitzung der deutschen und
der israelischen Regierung stattfinden. Im Jahr 2008 waren regelmäßige
Konsultationen der beiden Regierungen beschlossen worden und hatte in
Israel eine erste Zusammenkunft dieser Art stattgefunden.
Wir protestieren aus Anlass der gemeinsamen Kabinettsitzung der
Regierungen Israels und Deutschlands gegen die Besatzungs-, Siedlungsund
Kriegspolitik der israelischen Regierung und die menschenverachtende
Blockade des Gazastreifens. Gemeinsame Kabinettsitzungen bestärken
Israel in seiner Haltung. Es muss aber für Menschenrechtsverletzungen und
Kriegsverbrechen zur Rechenschaft gezogen werden.
Das Treffen findet 10 Monate nach dem israelischen Überfall auf den
Gazastreifen statt, dem über 1400 Palästinenser und 13 Israelis zum
Opfer fielen. Der Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen beauftragte
eine Untersuchungskommission, unter Leitung des international anerkannten
Richters Richard Goldstone, die Vorgänge in Gaza zu prüfen. Der
unparteiische und ausgewogene Bericht weist Kriegsverbrechen - auch auf
palästinensischer Seite - sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit
nach. Israel erklärt lediglich, dieser Bericht behindere den
Friedensprozess, und entzieht sich jeder Prüfung anhand geltender
internationaler Rechtsvorschriften.
Stattdessen verstärkt Israel erneut seine Siedlungspolitik, sowohl in der
Westbank wie vor allem in Ostjerusalem, wo Palästinenser vertrieben und
ihre Häuser zerstört werden. Gleichzeitig nimmt die Diskriminierung der
indigenen nicht-jüdischen palästinensischen Bevölkerung Israels und die
rassistische Hetze gegen sie zu.
Unablässig, oft mit Razzien Nacht um Nacht, überfällt die israelische
Armee palästinensische Dörfer, die gewaltfreien Widerstand gegen die
Besatzung leisten - wie etwa das Dorf Bilin bei Ramallah.
Die gemeinsame Kabinettsitzung erweckt den Eindruck, dass die deutsche
Regierung die Unterdrückung des palästinensischen Volkes und die
israelischen Menschenrechtsverletzungen stillschweigend hinnimmt, ja sie
unterstützt.
Eine immer engere Zusammenarbeit ist nicht nur in den Bereichen
Wissenschaft, Jugendaustausch, Umwelt geplant, sondern es steht auch eine
Verstärkung der deutsch-israelischen Rüstungskooperation bevor. Das ist
ein eindeutiger Verstoß gegen das Verbot, Waffen in Kriegs- und
Krisengebiete zu liefern.
Laut Zeitungsberichten "will die israelische Regierung möglichst bald
zwei moderne Kriegsschiffe und ein weiteres U-Boot in Deutschland bauen
lassen. Für die Finanzierung soll die Bundesregierung aufkommen". Zur
Zeit werden zwei "U-Boote mit Brennstoffzellenantrieb" für Israel in Kiel
gebaut. "Der Bund hat bereits 2005 zugesagt, von den Gesamtkosten 333
Millionen Euro zu übernehmen. Israel will jetzt bei Thyssen Krupp ein
sechstes U-Boot der sogenannten Dolphin-Klasse bauen lassen. Die
Bundesregierung hat den Export bereits 2006 gebilligt, aber bisher nicht
entschieden, wie sie sich zu der Bitte um Zuschüsse verhalten will."
(Hannoversche Allgemeine Zeitung 22.10.2009)
Der deutschen Regierung und der Bundeskanzlerin muss bewusst sein, dass
sie damit einen weiteren Krieg im Nahen Osten möglich machen und einen
israelischen Krieg gegen Iran mit vorbereiten helfen!
Zu den israelischen Gesprächspartnern zählen Politiker, die für den
Überfall auf Gaza und die an der Bevölkerung verübten Massaker
mitverantwortlich sind -so Verteidigungsminister Ehud Barak, der laut
israelischen Presseberichten diesen Überfall monatelang geplant hatte.
Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman tut sich durch
Kriegshetze und rassistische Hasstiraden hervor: So forderte er während
der israelischen Militäroffensive im Januar 2009, Israel solle die Hamas
so bekämpfen, wie die USA Japan im 2.Weltkrieg bekämpften, denn dann sei
eine Besatzung unnötig. Diese Bemerkung wurde als Anspielung auf den
Abwurf von zwei amerikanischen Atombomben auf Japan verstanden. (Der
Tagesspiegel 05.04.2009) Wo der Druck der Regierungen - politisch,
wirtschaftlich, diplomatisch # auf Israel fehlt, müssen wir, die
Zivilgesellschaften, weltweit Druck ausüben und die israelische
Regierung dazu bringen, die Besatzung zu beenden, und das Völkerrecht
und die Menschenrechte einzuhalten. Alle diejenigen, die Verbrechen gegen
die Menschlichkeit während der israelischen Militäroffensive im
Gazastreifen begangen haben, ausführend oder befehlend, müssen zur
Verantwortung gezogen werden, wie es der Vorsitzende der
Untersuchungskommission des Menschenrechtsrates der Vereinten Nationen
für den Überfall auf Gaza, Richard Goldstone, gefordert hat.
Wir fordern
Ein Ende der israelischen Blockade des Gazastreifens!
Ein Ende der Besatzung!
Keine deutschen Waffen nach Israel und in den Nahen Osten!
Keine Lieferung von deutschen Dolphin-U-Booten und Kriegsschiffen nach Israel!
Freiheit für den gewaltfreien palästinensischen Aktivisten Mohammad
Othman und alle anderen palästinensischen politischen Gefangenen in den
israelischen Gefängnissen.
UnterstützerInnen:
AK Nahost Berlin, attac Deutschland- AG Globalisierung und Krieg, attac
Hamburg- AG Palästina, Bonner Nakba60-Gruppe, Christmann, Norbert
(Kaiserslautern), das palästina portal, Deutscher Friedensrat e.V.,
Deutscher Koordinationskreis Palästina Israel - für ein Ende der
Besatzung und einen gerechten Frieden (KoPI), Deutsch-Palästinensischer
Frauenverein e.V. (DPFV), Deutsch-Palästinensische Gesellschaft e.V.
(DPG), Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in
sozialer Verantwortung e.V. (IPPNW), ISM-Germany, Jüdische Stimme für
gerechten Frieden in Nahost e.V. - EJJP Deutschland, Nahostkommission von
Pax Christi, Nahost-Komitee in der Berliner Friedenskoordination (Friko),
Palästinensische Gemeinde Deutschland, Palästina heute: Renate DörfelKelletat
und Frank Dörfel, Palästina Initiative Region Hannover, Projekt
Freundschaft. Münsteraner Arbeitskreis für Frieden in Palästina und
Israel, Schmidt, Karl (Stuttgart), Schreiner, Jörg (Weisenheim)
NADESHDA Mailbox e.V._ / 0211-9053863 (X.75) / 0211-9345453 (V.34)
http://www.nadeshda.org / Informationen aus Politik Umwelt Kultur
|