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Neues Deutschland: Verweigerungshaltung
Berlin (ots) - Alle Betriebsamkeit hinter den Kulissen hat Israel
nichts genützt. Auch die Schutzmacht USA konnte nicht wie sonst im
Sicherheitsrat ein Veto einlegen. So nahm der UN-Menschenrechtsrat
die von den Palästinensern und einigen Drittweltstaaten wie Nigeria
und Pakistan eingebrachte Resolution zur Annahme des
Goldstone-Berichts an. Für Israel ist es eine diplomatische
Niederlage. Nicht weniger, aber auch kaum mehr, vorerst jedenfalls.
Am Tagungsort Genf spricht man zwar von einer Verurteilung. Das
aber ist es allenfalls moralisch, wenn man das halsstarrige Verhalten
der israelischen Vertreter zum Maßstab nimmt, die sich selbst als
ertappte Bösewichte präsentieren. Tatsächlich transportiert das
25:6-Abstimmungsergebnis von Genf zunächst einen Arbeitsauftrag nach
Israel. Es soll dem Vorwurf nachgehen, ob sich israelische
Militärangehörige während des Gaza-Krieges Kriegsverbrechen schuldig
gemacht haben - bei 1400 palästinensischen Todesopfern, die Mehrzahl
Zivilisten, wohl nicht zu viel verlangt. Und Israel kann diese
Untersuchung selbst durchführen.
Der Goldstone-Report verlangt auch von der Hamas eine Untersuchung
möglicher, auf ihrer Seite begangener Kriegsverbrechen. Deshalb ist
der israelische Vorwurf unzutreffend, der Bericht des Südafrikaners
Goldstone sei einseitig. Israels Regierende verweigern sich dem
Anliegen eines UNO-Organs prinzipiell. International werden sie damit
noch weniger Verständnis für ihre Palästina-Politik ernten als
bisher. Und ihre interne Anweisung, keine Bilder und Namen von
kriegsbeteiligten Soldaten zu veröffentlichen, wird man deshalb als
Schuldeingeständnis werten.
Originaltext: Neues Deutschland
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