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Neue OZ: Kommentar zu Nahost / Israel / Palästinenser / Amnesty
International
Osnabrück (ots) - Wasser als Waffe
Der Bericht von Amnesty International wird nichts bewegen und ist
dennoch wertvoll. Der Zank zwischen Palästinensern und Israelis um
Wasser ist viel mehr als nur ein Streit um des Kaisers Bart. Es geht
ums Überleben und um den lang ersehnten Frieden in der Region.
Auf der einen Seite Swimmingpools mit lachenden Israelis, auf der
anderen Seite verhärmte Palästinenser mit Wasserkanistern. Das sind
Bilder, die sich propagandistisch ausschlachten lassen. Leider
bringen sie nichts außer Emotionen und vernebeln den Blick auf die
bittere Realität. Beschämend, dass der Sachverhalt altbekannt ist.
Für Israel ist Wasser genauso lebenswichtig wie für die
Palästinenser. Wasser bedeutet besonders in dieser Region Macht. Und
Israel unternimmt seit Jahrzehnten alles, um diesen Vorteil nicht
mehr aus der Hand zu geben. Wasser als strategische Waffe. Das ist
unmenschlich.
Ein Wandel der israelischen Haltung ist nicht in Sicht. Ändern
könnte dies politischer Druck. Nur wer will daran glauben? Der
Wasserstreit offenbart einmal mehr die verfahrene Situation im Nahen
Osten. Das Schlimme: In Deutschland, einem Land mit ausreichend
Wasser, interessiert dieses Problem kaum jemanden. Vielleicht rüttelt
der Bericht den ein oder anderen auf. Das wäre viel. Und ist doch
viel zu wenig.
Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung
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