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Neuerscheinung zum Muell-Sektor in Lateinamerika

Ila 336, Juni 2010 - Schwerpunkt: Müll

Der Schwerpunkt der ila, der Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika Bonn, ist in diesem Juni das Thema Müll. Spätestens seit der "Müllkrise" in Neapel oder den dubiosen Abläufen beim Spendenskandal in Köln ist ersichtlich, wie viele Interessen hinter dem Prozess der Müllverwertung stecken.

Auch in Lateinamerika wird mit Müll Geld verdient. Und es ist ein riesiger Sektor, der vor allem für informelle Arbeitsplätze sorgt. Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit etwa 15 Millionen Menschen vom Müllsammeln und -sortieren leben. Wer schon einmal in lateinamerikanischen Großstädten unterwegs war, kennt das für europäische Augen recht ungewohnte Bild nur zu gut: Einzeln, in Gruppen oder mit der ganzen Familie kommen die MüllsammlerInnen aus den armen Stadtteilen meist in den Abendstunden in die zentralen und bessergestellten Wohnviertel und durchforsten die Straßen nach Wiederverwertbarem; auf Pferdekarren, in riesigen Säcken auf den Schultern oder auf Rollkarren werden Plastik, Papier und sonstige Wertstoffe transportiert. Clasificadores, recicladores, cartoneros, catadores, pepenadores - so vielfältig und unterschiedlich, wie die Bezeichnungen für diese Recycling-ArbeiterInnen sind, stellen sich auch ihre Arbeits- und Lebensbedingungen dar.

Die ila widmet sich den unterschiedlichen Situationen in den verschiedenen Ländern und zeigt den Alltag der Müllsammler und ihre sozialen und politischen Probleme: In Mexiko bilden Müllsammler eine eigene Subkultur; in Kolumbien kämpfen sie gegen Regierungsentscheidungen; in Brasilien schließen sie sich zu politischen Interessensgruppen zusammen; in Paraguay bestehen sie zum großen Teil aus ehemaligen Sojabauern, deren Anbau den Lebensunterhalt nicht mehr sichern kann. Doch neben den einzelnen Fällen wird auch das Konzept von "Müll" und seine Funktion in der Gesellschaft analysiert. Auch die Müllprojekte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit werden diskutiert. Zusammengekommen ist ein informationsreicher Schwerpunkt, der die Realitäten und Konzepte hinter der Müllverwertung aufzeigt.

Der Müll-Schwerpunkt der ila 336 umfasst 27 Seiten (die gesamte Ausgabe hat 64 Seiten) und kann zum Preis von 4,50 Euro bei der ila (ila-web.de, vertrieb@ila-bonn.de) bestellt werden. Das Editorial, das komplette Inhaltsverzeichnis und Leseproben auf www.ila-web.de


Die ila - Zeitschrift der Informationsstelle Lateinamerika, braucht eure Solidarität. Unsere Kosten steigen jährlich um 1500 EUR, wir benötigen noch 150 neue Abos, um die Verluste der letzten Jahre aufzufangen. www.ila-web.de

13.06.10    Absender/-in: Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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