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Die Proteste und Straßenschlachten gegen die Repressionswelle weiten
sich aus
Die Reaktionen auf die Repression gegen die linke kurdische BDP weiten
sich aus. Am 24. Dezember waren bei einer in 11 verschiedenen Regionen
gleichzeitig durchgeführten Operation 23 Personen, darunter auch
BürgermeisterInnen und MenschenrechtsaktivistInnen in Haft genommen
worden. Insgesamt wurden mittlerweile allein in der letzten Woche 49
kurdische PolitikerInnen verhaftet. Viele der Verhafteten sind ehem.
Mitglieder der vor Kurzem verbotenen kurdischen Partei für eine
demokratische Gesellschaft DTP. Ihnen wird vorgeworfen Teil einer
KCK-Struktur in der Türkei zu sein, was unter das Antiterrorgesetz
fällt. Es fanden in den letzten drei Tagen u.a. in Batman, Urfa,
Erzurum, Mardin, Hakkari, Mersin, Van, İstanbul, Diyarbakır, Izmir und
Yüksekova Protestaktionen statt, an denen sich Tausende beteiligten und
die häufig nach Polizeiangriffen in heftige Straßenkämpfe mündeten.
BATMAN
Die Mitglieder der Gewerkschaft Genel-Iş, die für die Stadtverwaltung in
Batman arbeiten und die Mitglieder der Gewerkschaft TÜM BEL-SEN führen
seit vier Tagen einen Sitzstreik durch, mit dem sie gegen die Verhaftung
des BDP-Bürgermeisters Nejdet Atalay, der bei den Regionalwahlen im März
60% der Stimmen erhalten hatte, protestierten. Sie wollen die Schärfe
und Breite des Protestes bis zur Freilassung des Bürgermeisters
kontinuierlich steigern. Auf Plakaten schrieben sie: „Wo ist der
Repräsentant von 72.000 Menschen?“ und „Wir sind alle Nejdet Atalay“.
Es wurden weitere Kundgebungen von den Vereinigungen der
BauingeneurInnen, der ArchitektInnen, der GeologInnen, der
ElektrikerInnen, der LandarbeiterInnen, der Angestellten der Chemie und
weiteren GewerkschafterInnen durchgeführt, die ebenfalls die Freilassung
des Generalsekretärs der Gewerkschaft TMMOB Süleyman Noyan und des
BDP-Bürgermeisters Nejdet Atalay forderten. Sie riefen Parolen wie „Die
Repression wird uns nicht einschüchtern.“
Am 29.12. hatten ebenfalls in Batman Tausende Frauen die Freilassung des
Bürgermisters gefordert. Die Demonstrantinnen trugen Bilder des
Bürgermeisters, von Abdullah Öcalan und Fahnen des Demokratischen
Konföderalismus. Sie riefen Parolen in Solidarität mit dem
Bürgermeister, Öcalan und der PKK.
Eine Anwesende erklärte: „Glauben sie etwa, dass die uns durch
Verhaftungen verschwinden lassen können? Auch wenn nur eine Person
bliebe, wir setzen unseren Kampf fort. Seit 30 Jahren wenden sie die
verschiedensten Methoden an, um die KurdInnen auszulöschen. Sie haben
uns massakriert, in Gefängnisse geworfen, unsere Dörfer verbrannt. Was
auch immer passierte, sie konnten die KurdInnen nicht auslöschen. Im
Gegenteil, die Repression hat die organisatorische Kraft der KurdInnen
noch gestärkt. Wir haben Nejdet Atalay zum Bürgermeister gewählt. An dem
Willen der Bevölkerung gibt es keinen Zweifel. Jetzt haben sie den
gewählten Bürgermeister verhaftet. Dies ist das Spiel der AKP, der der
Ausgang der Regionalwahlen nicht gefällt. Alle Bemühungen der AKP sind
ins Leere gelaufen. Sie hat von Öffnung gesprochen, TRT 6 eröffnet (den
staatl. kurdischen Sender Anm. d. Üs.) aber mit solchen Methoden kann
man die KurdInnen nicht betrügen. Wir sind nicht mehr wie früher leicht
zu betrügen. Die KurdInnen sind aufgewacht, die kurdische Frau ist
aufgewacht und ist jetzt bewusst (...) wenn sie glauben, dass es ihnen
etwas bringt, wenn sie unsere gewählten VertreterInnen verhaften, dann
täuschen sie sich.“
Schon am, 27.12. hatten hier mehrere Tausend Menschen vor der
Staatsanwaltschaft demonstriert. Sie drangen, trotz des Versuchs sie
durch Panzer und Bereitschaftspolizei davon abzuhalten, bis vor das
Gebäude vor.
URFA
In Urfa ViranÅŸehir wurde im Rahmen der Proteste ein Zelt aufgestellt, in
dem ein eintägiger Protesthungerstreik stattfand. Dutzende Personen,
darunter auch viele Stadtratsmitglieder nahmen an dem Streik teil. Es
wurden die Fotos der verhafteten BDP-Bürgermeisterin von Viranşehir,
Leyla Güven, von dem ebenfalls Verhafteten ehem. Bürgermeister Emrullah
Cin und von dem ehem. DTP-Kreisvorsitzenden Adnan Etli aufgehängt.
MARDİN
In Mardin Kızıltepe nahmen am 30.12. ca. 1500 Menschen an einer
Protestdemonstration gegen die Repression teil. Viele riefen Parolen für
die PKK und gegen die Repression.
Am Tag zuvor war in Nusaybin ebenfalls in der Provinz Mardin eine
Protestdemonstration von der Polizei ohne Vorwarnung mit Wasserwerfern
und Tränengas angegriffen worden. Die Menschenmenge antwortete mit
Molotowcocktails und Steinen. Die Polizei schoss auch Tränengasgranaten
in das BDP-Zentrum.
YÜKSEKOVA/HAKKARI
Auch in Yüksekova fanden mehrere von Gewerkschaften u.a. von KESK und
DISK organisierte Kundgebungen statt. Am 29.12. provozierten Militärs
mit Tiefflügen von vier F-16 Kampfjets über die Eröffnungszeremonie des
BDP-Büros in Yüksekova die zu Tausenden anwesende Bevölkerung.
Anschließend wurde die Menschenmenge von der Polizei mit Wasserwerfern
und Tränengas angegriffen. Aus Protest wurde die Straße zwischen Hakkari
und Wan verbarrikadiert. Die Kämpfe dauerten einige Stunden an. Im
Rahmen der Proteste der letzten Tage wurden bei mindestens zwei
Festgenommenen Folterspuren ärztlich attestiert.
Zuvor war es ebenfalls am 27.12. zu schweren Auseinandersetzungen, bei
denen zehn Personen verletzt wurden, gekommen. Die Polizei musste ein
Panzerfahrzeug fluchtartig verlassen, nachdem es von einer
zurückgeworfenen Tränengasgranate durch eine offene Tür getroffen worden
war. Ein Polizist wurde verletzt, als er versuchte in Zivilkleidung
ProtestiererInnen zu infiltrieren. An den Straßenschlachten beteiligten
sich mehrere Tausend Menschen. Die Polizei setzte auch scharfe Munition
ein.
In Hakkari brannten ebenfalls die Barrikaden und es kam zu schweren
Straßenschlachten, nachdem die Polizei am 28.12. eine an eine
Eröffnungsfeier der BDP anschließende Spontandemonstration angegriffen
hatte. Es fanden bis in die Nacht hinein an verschiedenen Orten in der
Kleinstadt Straßenkämpfe statt. Die Polizei setzte auch scharfe Munition
ein. Hier nebelte die Polizei ganze Stadtviertel in Tränengas ein,
sodass die BewohnerInnen aus ihren Häusern fliehen mussten.
Auch in Åžemdinli in der Provinz Hakkari kam es am 27.12. nach
Polizeiangriffen auf DemonstrantInnen zu Auseinandersetzungen mit der
Polizei, die Tränengas einsetzte.
MERSİN
Der IHD in Mersin organisierte ebenfalls eine Kundgebung. An der
Kundgebung nahmen zivilgesellschaftliche Organisationen und Abgeordnete
verschiedener Parteien teil. Es wurde die Freilassung des Vorsitzenden
des Menschenrechtsvereins IHD in Diyarbakır, Muharrem Erbey, gefordert.
Der IHD-Sprecher von Mersin erklärte, dass es jetzt in der Türkei eine
Straftat sei, für Menschenrechte einzutreten. So solle der Kampf um
Menschenrechte behindert werden.
ADANA
In Adana Ceyhan fand ebenfalls am 27.12. eine Kundgebung gegen die
Repression statt. Die TeilnehmerInnen riefen, „Wir sind alle KurdInnen,
wir sind alle KCK“
CIZRE
Am 27.12. griff die Polizei Protestierende in Cizre an. Die
DemonstrantInnen errichteten Barrikaden und reagierten auf die
Polizeiangriffe mit Steinen und Molotowcocktails.
ÅžIRNAK
In Silopi im Kreis Şırnak kamen am 27.12. Tausende Frauen zusammen, um
gegen die Repression zu protestieren. Sie führten eine Demonstration
unter Parolen gegen die Repression und für die PKK und KCK zum
BDP-Zentrum durch.
Weiterhin fand ebenfalls am 27.12. eine Protestdemonstration in Silopi
statt, an der mehrere Tausend Menschen teilnahmen. Diese wurde von der
Polizei mit Wasserwerfern und Tränengas angegriffen. Daraufhin
entstanden in verschiedenen Stadtvierteln Auseinandersetzungen mit der
Polizei.
İSTANBUL
In Istanbul protestierten zivilgesellschaftliche Organisationen und der
Anwaltsverein ÇHD gegen die Repressionswelle gegen die BDP.
Am 27.12. wurde in Istanbul GaziosmanpaÅŸa eine Protestdemonstration von
der Polizei mit Panzern und Tränengas angegriffen. Die Straßenschlacht
dauerte mehr als sechs Stunden. Im Rahmen der Auseinandersetzungen
brannte ein Polizeipanzer durch Molotowcocktailwürde aus.
WAN
In Wan Özalp wurde am 30.12. ein Sitzstreik unter Beteiligung des
BDP-Bürgermeisters und von Stadtratsmitgliedern vor der Stadtverwaltung
durchgeführt.
Schon am 27.12. hatten in Wan Stadt 2000 Leute die Freilassung der
Verhafteten vor der Staatsanwaltschaft gefordert.
DİYARBAKIR
Auch in Diyarbakır haben am 30.12. die Proteste gegen die
Repressionswelle angehalten. Der von Repression betroffene
Menschenrechtsverein IHD, dessen Ortsvorsitzender Muharrem Erbey
verhaftet wurde, wurde von allen StadtteilbürgeisterInnen besucht.
Weiterhin wurde heute in Diyarbakır/Bağlar eine große Demonstration
durchgeführt, an der viele Tausend Menschen teilnahmen. Es wurden Fahnen
der PKK und Bilder von Abdullah Öcalan getragen und Parolen wie „Die KCK
ist das Volk und das Volk ist hier“ gerufen.
Nach der Kundgebung formierte sich eine Demonstration. Hunderte
vermummte Jugendliche griffen die Polizei, welche den Weg blockierte,
mit Steinen und Feuerwerkskörpern an. Die Jugendlichen hatten von der
Polizei gefordert, dass sie ihre Blockaden räumen soll, als diese das
nicht tat, entstanden die Kämpfe. Die Polizei setzte Tränengas und
Wasserwerfer ein. Die DemonstrantInnen antworteten mit Feuerwerk,
Steinen und Molotowcocktails. Ein Panzer ging durch einen
Molotowcocktail in Flammen auf und ein weiterer Panzer brannte aus.
Durch das Gas der Polizei wurden viele AnwohnerInnen und
DemonstrantInnen verletzt. Die Polizei griff ebenfalls an den
Auseinandersetzungen Unbeteiligte an, welche die Angriffen dann
ebenfalls durch Steinwürfe erwiderten. Die aufgebrachte Menge rief dann
ebenfalls KCK Parolen. Die AnwohnerInnen warfen aus den Fenstern
Zitronen, damit die Jugendlichen das Gas unschädlich machen könnten. Die
Polizei beschimpfte die Bevölkerung, die auf den Balkonen stand. Es kam
ebenfalls zu Auseinandersetzungen mit AnwohnerInnen, als Polizisten ein
junges Mädchen festnehmen wollten. Frauen, die vor ihren Häusern saßen,
griffen ein und versuchten das Mädchen zu befreien. Die Polizisten waren
gezwungen, von dem Mädchen abzulassen.
Als die Polizei begann, willkürlich in Wohnungen Tränengasgranaten zu
feuern, wurde eine im 8. Monat schwangere Frau durch das Gas verletzt.
Aufgrund der Vergiftung ist sie im Risiko ihr Kind zu verlieren. Sie
hatte geschlafen, als sich das Gas in der Wohnung ausbreitete, und
drohte zu ersticken. Sie wurde von NachbarInnen gerettet und befindet
sich im Moment im Krankenhaus zur Beobachtung.
In Diyarbakır demonstrierten ebenfalls 500 AnwältInnen der Anwaltskammer
Diyarbakır gegen die andauernden Rechtsverletzungen am Schwurgerichtshof
und die Verhaftungen in Folge der Operationen gegen die BDP. Sie riefen
Parolen wie „Schluss mit der ethnischen Diskriminierung vor Gericht“.
Die AnwältInnen, die sonst in diesem Gebäude ein und aus gehen, wurden
an diesem Tag nicht in das Staatsanwaltschaftsgebäude gelassen. Nach
kurzen Auseinandersetzungen konnten sich die AnwältInnen aber durchsetzen.
Auch in verschiedenen Kreisstädten Diyarbakırs kam es zu Demonstrationen
und Aktionen.
In Silvan versammelten sich etwa 1000 Menschen vor dem BDP-Kreisbüro.
Und riefen Parolen gegen Repression und für die PKK und KCK. Auch in
Ergani versammelten sich Hunderte und demonstrierten zur
Staatsanwaltschaft. Sie führten einen zehnminütigen Sitzstreik durch.
Auch in Çınar fanden Demonstrationen und Straßenblockaden statt.
IZMIR
In Izmir versammelten sich am 30.12. Hunderte und demonstrierten zur
örtlichen AKP-Zentrale. Vor dem AKP-Büro wurde aus Protest eine
Plastikhandschelle und ein schwarzes Spruchband mit der Aufschrift „Êdî
bese – Es reicht!“ angebracht. Es nahmen verschiedenste Gruppen an der
Aktion teil, darunter die Demokratik Çözüm Platformu, die
Friedensmütter, der IHD, die EMEP und die ÖDP, der türkische Friedensrat
und sozialistische Gruppen und Parteien. Die ganze Aktion fand unter
massiver Präsenz von Aufstandsbekämpfungseinheiten statt. Eine ähnliche
Aktion fand ebenfalls in Kocaeli statt.
Quellen: Zusammenfassung aus ANF, DIHA, Yüksekova Haber, Yüksekova
Güncel, YÖP, Hakkarihabertv, 28., 29., 30.12.2009, ISKU
Aus einem „beschämenden Foto“ wurde ein Plakat
AMED – Die Fotografie, die 25 kurdische PolitikerInnen in Handschellen
während ihrer Festnahme zeigt und in der Türkei große Empörung
hervorgerufen hatte, wurde vergrößert und mit dem Schriftzug „mein Wille
ist unantastbar“ versehen, am Rathaus des Bezirks Kayapınar in
Diyarbakir aufgehängt.
Im Zuge der Repression gegen die BDP (Partei für Frieden und Demokratie)
wurden Dutzende kurdische PolitikerInnen, unter ihnen auch Bürgermeister
des Bezirks Sur, Abdullah Demirbaş, Bürgermeister von Kayapınar, Zülküf
Karatekin, Bürgermeister von Siirt, Selim Sadak, Bürgermeister von
Batman, Nejdet Atalay und 6 weiter BürngermeisterInnen verhaftet. Auf
ihrem Weg zum Gericht waren ihnen Handschellen angelegt worden, was
Empörung und Proteste hervorrief. Versehen mit dem Schriftzug „mein
Wille ist unantastbar“ wurden eine Fotografie, die die Verhafteten mit
Handschellen zeigt, nun vom Rathaus des Bezirks Kayapınar in Diyarbakir
aufgehängt.
Noch immer dauern Besuche, aus Gründen der Solidarität mit den
Gefangenen in den Rathäusern an. BDP-Abgeordnete aus Diyarbakir,
Selahattin Demirtaş, Gültan Kışanak, Bürgermeister von Diyarbakir, Osman
Baydemir, Vorsitzende der Landkreisverwaltungen sowie Mitglieder der
Friedensgruppen aus Kandil und dem Flüchtlingscamp Maxmur besuchten die
Gemeindeverwaltungen in Sur und Kayapınar.
Während des Besuchs äußerte der Abgeordnete Selahattin Demirtaş, er
würde die schmutzige Politik der AKP beobachten. „Es ist offensichtlich
was die AKP händeringend versucht. Den Willen des Volkes zu brechen und
sie ihrer politischen Führung zu berauben. Wir wussten, dass wir nicht
in einer Demokratie leben, aber mit den Festnahmen unsere FreundInnen
ist dies nun noch klarer geworden. Ihr eigentliches Ziel ist es kein
Rechtliches, sondern ein Politisches. Das ist mit der Verbreitung der
Fotografie unserer FreundInnen in Handschellen offenkundig geworden …“
Quelle: ANF, 30.12.2009, ISKU
Türkischer Umweltminister kritisiert Kreditrückzug für den
Ilisu-Staudamm
ANKARA – Der Umwelt- und Forstwirtschaftsminister Veysel Eroğlu, hat
Deutschland, Österreich und die Schweiz als unzuverlässig bezeichnet,
nachdem sie die Kredite für den Bau des Ilisu-Staudamms im Südosten der
Türkei zurückgezogen haben. Weiterhin hat er behauptet, die Jahrtausende
alten Bauten im Dorf Ilisu, die durch den Bau des Staudamms zerstört
werden würden, seien nichts als Baracken.
Eroğlu hat auf einer Konferenz erklärt, der Ilisu-Staudamm würde auf
jeden Fall gebaut und er würde die notwendigen Kredite beschaffen.
Eroğlu sprach davon, das Thema des Ilisu-Staudamms würde dauernd
aufgeheizt werden. „Als ob wir die Menschen dort in andere Orte
deportieren. Nein, sollen sie doch hingehen und es sich ansehen.
Momentan errichten wir das Dorf Ilisu neu. Es war ein Dorf voller
Baracken und wir machen Villen mit Gärten daraus. Dafür haben wir Geld
organisiert. Die Kredite waren sowieso etwas zu wenig. Ich möchte mein
Bedauern aussprechen, dass drei Länder, die uns Kredite gegeben hätten
sich als unzuverlässig erwiesen haben, ihr Wort nicht gehalten haben,
mit uns gespielt haben.“
Eroğlu macht klar, die Bauarbeiten würden noch vor Wintereinbruch
beginnen. „Für das Projekt gab es 300–350 Millionen Dollar
Exportkredite, die von einem ausländischen Konsortium gestellt wurden.
Der Rest war sowieso da. Die Kredite waren sowieso von drei Banken
gewährt. Wir werden weitermachen. Die Verhandlungen mit der Staatskasse
gehen weiter.“
Für den Ilisu-Staudamm, der 80 Prozent von Hasankeyf überfluten würde,
hatten deutsche, österreichische und schweizer Kreditunternehmen im Juli
ihre Unterstützung für das Projekt zurückgezogen. Als Grund nannten die
Banken in einer Erklärung, dass die Bedingungen, wie der Schutz der
Natur und der archäologischen Stätten nicht eingehalten worden sei.
Als Bedingungen nannten die Kreditinstitute unter anderem, dass Dörfer
und die Häuser, die überflutet werden, fotografisch dokumentiert werden
müssen und, dass den Menschen, die durch das Staudammprojekt umgesiedelt
werden müssen, gleichwertige Unterkünfte mit einer ausreichenden
Lebensgrundlage angeboten werden müssen.
Quelle: ANF, 30.12.2009, ISKU
ISKU | Informationsstelle Kurdistan e.V.
Büro für Internet- und Öffentlichkeitsarbeit
Stahltwiete 10, 22761 Hamburg
E-Mail: isku@nadir.org; Internet: http://isku.org
Tel: 040/42102845
Bankverbindung: PB Köln, BLZ 370 100 50, Kto.Nr.: 39 68 506
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