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Türkei eskaliert
Repressionswelle gegen BDP
Die Repressionswelle, die zurzeit in der Türkei läuft, ist gegen die
„Partei des Friedens und der Demokratie“ BDP gerichtet. Zuvor sind die
Bürgermeister, die Mitglied der am 11. Dezember verbotenen DTP waren,
mit einer offiziellen Zeremonie in Diyarbakır der BDP beigetreten. Auch
die ehemaligen DTP-Abgeordneten hatten beschlossen, unter dem Dach der
BDP mit U. Uras gemeinsam eine Fraktion im Parlament zu bilden. Tags
darauf sollte das Gesuch offiziell dem Parlamentspräsidenten übergegeben
werden. Noch bevor das getan werden konnte, begannen die Razzien gegen
die BDP. Ãśber 80 Verhaftete der BDP soll es zurzeit schon geben. Sie
werden alle dem Haftrichter vorgeführt. Unter den Verhafteten befinden
sich auch 9 Bürgermeister:
Aydın Budak, Bürgermeister von Cizre, Selim Sadak, Bürgermeister von
Siirt, Zülküf Karatekin, Bürgermeister von Kayapınar, Leyla Güven,
Bürgermeister von ViranÅźehir, Ethem Åžahin, Bürgermeister von Suruç,
Ahmet Cengiz, Bürgermeister von Çınar, Ferhan Türk, Bürgermeister von
Kızıltepe, Abdullah DemirbaÅź, Bürgermeister von Sur und Necdet Atalay,
Bürgermeister von Batman
sowie mehrere ehemalige Bürgermeister wie z.B. Hüseyin Kalkan (Batman),
Ali ÅžimÅźek, 2. Bürgermeister von Diyarbekir, der Sprecher des DTK
(Demokratischer Volkskongress) Hatip Dicle, der Vorsitzende des IHD
Diyarbakır (Menschenrechtsverein Türkei) Muharrem Erbey.
Die BDP warnt eindringlich vor den Folgen der derzeitigen Entwicklung
und erklärte, dass die Türkei auf einen Krieg zusteuere. Die Initiative
des Volkes in Nord-Kurdistan rief zum „Aufstand“.
Quelle: ANF, 25.12.2009, ISKU
14 Verhaftungen in Mardin
MARDİN – Im Kreis Mardin in Kiziltepe, Derik und Nusaybin wurden
zeitgleich 14 Personen festgenommen.
Von Seiten der Mardin Sicherheitsabteilung angehörigen Polizeiteams
wurden am 21.12. in Kiziltepe, Derik und Nusaybin um 5 Uhr morgens
zahlreiche Häuser durchsucht.
Die während der Hausdurchsuchung festgenommenen für die Zeitschrift
Özgür Halk (Freies Volk) arbeitenden Mehdi Aslan, İdris Yüksel, Mustafa
Sevim, die KünstlerInnen des MKM (Mesopotamisches Kulturzentrum) Seyda
Perinçek, Metin Dölek, Berivan BaÅźtaÅź, Mesut DoÄźan, Azad TahiroÄźlu,
Delil Karadeniz, Rıdvan Kaya, Zinar BoÄźa, Feyzullah Çakır, Ahmet
Adıgüzel und eine weitere Person wurden zur Staatsanwaltschaft Mardin
gebracht. Mit einem von der Staatsanwaltschaft beantragten Haftbefehl
wurden die 14 Personen vor Gericht für „Betätigung für eine verbotene
Organisation“ verurteilt und ins Mardin E-Typ-Gefängnis überstellt.
Quelle: ANF, 25.12.2009, ISKU
Kongress der „Freien Kurdischen Frauen“ in Toronto
In Kanada in Toronto wurde der erste Kongress der „Freien Kurdischen
Frau“ in den Räumen des Kurdischen Vereins mit 114 Frauen abgehalten. An
dem Kongress nahmen auch kanadische Abgeordnete teil. Einige Frauen
kamen in traditioneller Kleidung und der Kongress wurde auf der Bühne
mit einem Kinderchor und Liedern eröffnet.
In ihrer Rede erwähnte die Parlamentarierin Laura Albenese aus Ontario
die Bedeutung von Frauenorganisierung. Sie betonte, dass
Frauensolidarität Türen im sozialen, politischen und kulturellen Bereich
öffne. Auch von der landesparlamentarischen Abgeordneten Martha Hall
Findlay, die nicht am Kongress teilnehmen konnte, wurde eine Botschaft
verlesen. Dem Kongress wurden auch von der Föderation der kanadischen
kurdischen Vereine und vom kurdischen Verein GruÃźbotschaften überbracht.
Um den in Kanada lebenden Frauen, die im politischen, sozialen und
kulturellen Bereich stattfindende Entwicklung zu vermitteln, wurde mit
einer neuen Organisierung begonnen und Wahlen für lokale Komitees
durchgeführt.
Quelle: ANF, 25.12.2009, ISKU
Sexuelle Gewalt gegen Gefangene
Die im Ankara Sincan F-Typ-Frauengefängnis inhaftierten PKK-Gefangenen
Güler Bülent, Gönül Bulut und Deniz Yildiz wurden auf dem Weg ins
Krankenhaus von der Jandarma angegriffen und sexuell belästigt.
RechtsverstÃ¶Ãźe, wie sexuelle Ãśbergriffe und Schläge, kommen insbesondere
während der Krankenhaustransporte vor. Die Gefangenen und Verurteilten
verzichten daher auf Krankenhausbesuche und können daher nicht behandelt
werden.
In diesem Zusammenhang wurde über die Situation der seit 5 Jahren mit
Granatsplittern in FuÃź und Kopf lebenden PKK-Gefangenen Afyon Korkmaz
berichtet.
Quelle: ÖP, 23.12.2009, ISKU
AN DIE INTERNATIONALE ÖFFENTLICHKEIT
Am Donnerstag den 24. Dezember 2009 früh am Morgen haben die türkischen
Sicherheitskräfte eine Razzia gegen die Partei für Frieden und
Demokratie (BDP) durchgeführt. Während dieses Einsatzes wurden über 80
Kurden darunter auch Ex-Abgeordnete und Bürgermeister, festgenommen.
Die Festnahmen fanden in einer willkürlichen Art statt, indem die
Haustüren durch Anwenden von Gewalt zusammengeschlagen wurden. Dabei
wurden jegliche Kriterien der universellen Menschenrechte missachtet.
Nachdem die Demokratische Gesellschaftspartei (DTP) am 11. Dezember laut
des Urteils des Verfassungsgerichts verboten wurde, sind 94
Bürgermeister/Innen und weitere Mitglieder der jeweiligen Kommunen am
23. Dezember in die Partei für Frieden und Demokratie (BDP) beigetreten.
Es sind nicht mal 24 Stunden vergangen, dass die Sicherheitskräfte die
Razzia gegen die BDP-Mitglieder durchgeführt haben und diese halten wir
für sehr ominös.
Bei den Kommunalwahlen am 29 März 2009, nachdem die DTP einen
bedeutungswerten Erfolg gehabt hat, machten die Sicherheitskräfte gleich
am 14. April schon wieder am frühen Morgen eine Razzia, bei welcher 53
Personen an den Führungspositionen innerhalb der DTP, darunter auch
Stellvertreter des Parteivorsitzenden festgenommen wurden. Es sind
bereits acht Monate vergangen aber die festgenommenen Parteimitglieder
wissen immer noch nicht, womit sie beschuldigt werden und es fand bis
jetzt noch keine Gerichtsverhandlung statt. Mit dem Beginn der Razzia
vom 14. April, sind es mittlerweile etwa 500 Kurden, die bisher
festgenommen wurden.
Während diese Rechtswidrigkeiten andauern, wurden heute über 80
kurdische Politiker darunter auch damalige Abgeordnete der DEP-Partei
und jetzige Vorsitzende des Demokratischen Gesellschaftskongresses (DTK)
Hatip Dicle, Bürgermeister von Sur (Diyarbakır) Abdullah DemirbaÅź,
Bürgermeister von Kayapınar (Diyarbakır) Zülküf Karatekin, damalige
Abgeordnete der DEP-Partei und jetziger Bürgermeister aus Siirt Selim
Sadak, Bürgermeister aus Batman Necdet Atalay, Bürgermeisterin aus
ViranÅźehir und zugleich Mitglied des Kommission der Kommunalen
Verwaltungen des Europarats Leyla Güven, Bürgermeisterin aus Kızıltepe
Ferhan Türk und Vorsitzende des Menschenrechtsvereins Diyarbakır
Muharrem Erbey laut der Anordnung der türkischen Staatsanwälte
festgenommen.
Die AKP-Regierung versucht einerseits mit der Aussage â€TMâ€TMDemokratische
Reformenâ€TMâ€TM die Öffentlichkeit in der Türkei und in der ganzen Welt
irrezuleiten, andererseits aber steigert sie von Tag zu Tag die Gewalt
gegenüber den Willen und den Vertretern des kurdischen Volkes. DTP,
welche in den letzten Kommunalwahlen etwa 2,5 Millionen Stimmen bekommen
hat, wurde vor kurzem verboten und der Vorsitzende Ahmet Türk, ebenso
die Abgeordnete Aysel TuÄźluk wurden durch das Gericht ausgeschaltet und
sie bekamen Politikverbot für fünf Jahre. Die Abgeordneten der Ex-DTP
beschlossen demnach den Rückzug von dem Parlament, dennoch entschlossen
sie wegen des Aufrufes der demokratischen Kreisen und Öffentlichkeit in
der Türkei doch in die neue Partei BDP einzutreten und trotzten zugleich
an einer demokratischen Lösung der Kurdenfrage innerhalb des Parlaments.
Diese letztliche Razzia ist daher eine klare Provokation und ist nicht
unabhängig von der AKP-Regierung und ihrer Politik auszuwerten.
Nach der Razzia am 14. April und nach dem aktuellen Verbot der DTP,
haben wir immer versucht sowohl die Weltöffentlichkeit als auch die
Öffentlichkeit in der Türkei auf die Ereignisse aufmerksam zu machen.
Dennoch dauerten die Angriffe an und richteten sich gegenüber den Willen
der Kurden. Wir als BDP wollen nochmals darauf aufmerksam machen, dass
diese Angriffe die Krise und den Chaos in der Türkei unumstritten
verbreiten werden. Wir sind ebenso besorgt, dass sich die Gewalt erhöhen
wird. Eine Resolution in der Kurdenfrage bedeutet nicht Festnahme der
Willen der Kurden, sondern Kurden sollen als Ansprechpartner für eine
Lösung gesehen werden.
Die Denkart der AKP-Regierung, nämlich die Lösung der Kurdenfrage ohne
den Kurden, führt die Türkei zu einem Chaos und Konflikt. Eine Spannung
innerhalb der Türkei hat sicherlich negative Auswirkungen besonders an
die Politik im Nahen Osten und auch in der ganzen Welt. Demnach halten
wir es für enorm wichtig, dass die internationale Öffentlichkeit seine
Stimme gegen diese Widrigkeiten erhöht und für eine Demokratie
ausspricht.
Wir rufen die demokratische Öffentlichkeit auf, gegen die Razzia
vorzugehen und mit uns zu solidarisieren.
Partei für Frieden und Demokratie (BDP)
-Auswärtige Angelegenheiten-
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