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Proteste halten weiter an
Im der Region Dersim in Bulanik gehen die unzähligen Festnahmen nach den
Protesten vom 15.12. gegen die Haftbedingungen von Abdullah Öcalan und
das DTP-Verbot weiter. Während der Proteste wurden 2 Menschen umgebracht
und 8 verletzt. Spät in der Nacht wurden gestern von der Polizei und der
Jandarma im Zentrum und in Dörfern zeitgleich Häuser durchsucht und
dabei 8 Personen festgenommen. Die Zahl der Festnahmen seit den
Geschehnissen vom 15.12. beläuft sich auf 30, 7 weitere Personen
befinden sich bereits in Haft.
In Viransehir wurde ein Demonstrationszug von der Polizei mit Gas
angegriffen. Im Anschluss wurden in einem Cafe 6 Menschen festgenommen.
Quelle: ANF, 21.12.2009, ISKU
3 DTP-Mitglieder festgenommen
Im Kreis Nazimiye in Dersim sind drei ehemalige DTP-Mitglieder Erkan G.,
Tuncay K. und Tayfun D. von der Polizei während Hausdurchsuchungen
festgenommen und zur weiteren Untersuchung ins Gericht von Dersim
gebracht worden. Nach einer Erklärung vom Staatsanwalt wurden die drei
wegen „Teilnahme an einer illegalen Demonstration“ ins Gefängnis überführt.
Quelle: ANF, 20.12.2009, ISKU
12-Jähriger von Polizisten halbtot geprügelt
AMED – Zwischen Tränengasgranaten hält ein weißes Zivilauto,
Polizeieinheiten springen aus dem Wagen und prügeln auf den 12-jährigen
Aziz A. mitten auf der Straße ein. Aziz A. wurde mit zwei gebrochenen
Rippen und Blut in der Lunge ins Krankenhaus gebracht.
Im Stadtteil Silvan in Diyarbakır fanden am Abend des 17. Dezember
Proteste gegen die Haftbedingungen von Öcalan und gegen das Verbot der
DTP statt. Ein 12-jähriges kurdisches Kind wurde dort von Polizeikräften
auf offener Straße verprügelt.
„Sie haben mich halbtot geprügelt“
Aziz A., dem immer noch der Schock des Erlebten ins Gesicht geschrieben
steht, schildert, dass Polizeieinheiten aus einem weißen Fahrzeug
ausgestiegen seien. „Ich habe mich in Stadtteil Feridon aufgehalten. Ich
wollte für die Nacht zu einem Onkel in den Stadtteil Mescit gehen. Ich
war dort, um meine grüne Karte (Gesundheitskarte) zu holen. Am Platz
AzizoÄŸlu gab es Auseinandersetzungen zwischen DemonstrantInnen und der
Polizei. Gegen Tränengasgranaten haben sich die DemonstrantInnen mit
Steinen verteidigt. Wegen des Tränengases konnte ich die Hand vor Augen
nicht sehen. Ich konnte nirgendwo hingehen. Die DemonstrantInnen sind
wegen des Tränengases die Straße abwärts gezogen. Neben mir hat ein
weißes Zivilauto gehalten. Polizeieinheiten sind herausgesprungen. Schon
beim Herausspringen haben sie begonnen, mich zu treten und mit
Gummiknüppeln zu schlagen. 5 Polizisten haben mich 4 bis 5 Minuten lang
halbtot geprügelt.“
„Eine ältere Frau hat mich gerettet“
Aziz A. fährt fort: „Eine Frau kam hinzu und warf sich über mich. Diese
ältere Frau hat mich gerettet. Sie hat mich in ihr Haus und von dort aus
mit einem Taxi ins Krankenhaus gebracht. Ich bin im Gesicht verletzt,
zwei meiner Rippen sind gebrochen und seit drei Tagen hab ich Blut in
meiner Lunge. Sie haben mir einen Schlauch zur Beatmung angelegt.“
Der Vater: „Mein Sohn ist nunmehr ein halber Mensch“
Der Vater Mehmet A.. Er schildert die Nacht folgendermaßen: „Um die
Sache mit meiner grünen Karte zu regeln, bin ich an diesem Tag nach Kulp
gegangen. Am Telefon wurde mir erklärt, mein Sohn wäre auf dem Weg zu
seinem Onkel von der Polizei schlimm verprügelt worden. Damit ich nicht
festgenommen werde, bin ich zu den Zuständigen in Kulp gegangen. Die
Polizei hat meinen Sohn mitten auf der Straße mit Schlägen gefoltert.
Mein Sohn ist 12 Jahre alt, obwohl in seinem Ausweis 1995 als
Geburtsdatum eingetragen ist. Sie haben 2 Rippen meines Sohnes gebrochen
und seine Lunge ist verletzt. Alle wissen, dass mein Sohn sein ganzes
Leben an diesen Verletzungen leiden wird. Mein Sohn ist nun ein halber
Mensch. Er wird jahrelang mit den Schmerzen leben. Gegen dieses Vorgehen
werde ich klagen.“
Quelle: ANF, 20.12.2009, ISKU
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