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Chinas statistische "Armutsschwelle" seit Jahrzehnten unverändert - "Anzahl Armer in China werde so unterschätzt."
31.12.09
Von Reinhold Schramm
Die Armutsschwelle liegt "seit 20 Jahren" bei nur 10 Euro Einkommen pro Monat (Umrechnung). Die Anzahl der Armen wäre mindestens dreimal so hoch, wenn die Armutsschwelle des Landes nicht Jahrzehnte alt wäre. "Die Armutsschwelle der Volksrepublik wurde seit 20 Jahren trotz der wirtschaftlichen Entwicklung nicht geändert", kritisierte Li Xiaoyun, Dekan des Zentrums für integrierte landwirtschaftliche Entwicklung der Chinesischen Agraruniversität. Chinas Armutsschwelle von 1196 Yuan (ca. 120 Euro) Einkommen pro Kopf und Jahr sei zu tief, wenn man die wirtschaftliche Entwicklung und den Lebensstandard berücksichtige. Die Armutsschwelle würde auf den durchschnittlichen Lebensstandard keine Rücksicht nehmen.
"Wir beurteilen heute die finanzielle Situation von Menschen mit demselben Standard wie vor 30 Jahren. Die offizielle Armutsschwelle liegt weit unter dem derzeitigen, eigentlichen Armutsniveau", sagte Li Xiaoyun. Die chinesische Regierung legte 1986 die Armutsschwelle auf 206 Yuan fest, was damals ca. 50 US-Dollar entsprach (damaligen Wechselkurs berücksichtigen) - dies war rund die Hälfte des Jahreseinkommens eines Bauern. Die heutigen 1196 Yuan sind bloß ca. 25 Prozent des durchschnittlichen Jahreseinkommens der ländlichen Bevölkerung im Jahr 2008. Li Xiaoyun ist der Ansicht, dass die Anzahl armer Menschen in China bei etwa 150 Millionen liege. Li Xiaoyun schätzte, dass etwa 20 bis 30 Prozent der ländlichen Bevölkerung davon bedroht sei, durch Krankheit, Naturkatastrophen oder eine wirtschaftliche Rezession wieder zurück in die Armut gedrängt zu werden. Professor Li Xiaoyun forderte, dass eine gute soziale Absicherung in den ländlichen Gebieten schnell aufzubauen sei, um die Immunität gegen Armut zu verstärken.
Quelle: China Daily / China.org.cn - am 30.12.2009.
"Experte: Armutsschwelle soll geändert werden"
CIIC: http://german.china.org.cn/china/2009-12/30/content_19157624.htm
- Empfehlung
- Auch der Armutsbericht der deutschen Bundesregierung ist ein Schwindel nach unten! "Nach der Berechnungsgrundlage aus dem Jahr 2003 liegt der Anteil der armen Bevölkerung in Deutschland weit über 26 Prozent der Gesamtbevölkerung (weit mehr als 22 Millionen Menschen)! ..." Kommentar am 20.05.2008:
http://www.labournet.de/diskussion/arbeit/realpolitik/allg/schramm.pdf
Quelle: scharf-links, 31.12.09
http://www.scharf-links.de/44.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=8163&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=ecccf27b10
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