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China: ROG kritisiert verstärkte Zensur vor 60. Jahrestag der
Volksrepublik
Berlin (ots) - Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert die
verschärfte Online-Zensur vor den Feierlichkeiten am 1. Oktober in
China, dem 60. Jahrestag der Staatsgründung. "Die Vorbereitungen des
Jubiläums, das störungsfrei ablaufen soll, gehen mit neuen
Einschränkungen der Freiheit von Internetnutzern einher", so ROG.
Chinesische Internet-Kontrollagenturen haben unter anderem
verstärkte Maßnahmen eingeleitet, um Nutzer und Blogger davon
abzuhalten, mit Hilfe spezieller Software Internetsperren zu umgehen:
Die Behörden haben in den vergangenen Tagen zehntausende von
IP-Adressen blockiert, die unter Verdacht stehen, Programme wie
"Freegate" zu nutzen.
"Die digitale Mauer Chinas war noch nie so undurchdringlich wie
heute - am Vorabend des Staatsjubiläums", so ROG. "Die neuen
Beschränkungen machen es noch schwieriger, soziale Netzwerkseiten wie
"Facebook" oder "Twitter" und Videoplattformen wie "YouTube" zu
erreichen", kritisiert ROG.
Derweil dauert die Überwachung uigurischsprachiger Online-Medien
sowie anderer Webseiten in der westchinesischen Provinz Xinjiang an:
Seit den Unruhen im vergangenen Juli sind die meisten Webseiten
entweder gesperrt worden oder deren Inhalte wurden nicht mehr
aktualisiert. Darüber hinaus ist die Bevölkerung von Xinjiang seit
fast drei Monaten vom Internet abgeschnitten. Auch einige in China
gehostete mongolische Webseiten sind seit kurzem unzugänglich.
Zudem sind ausländische Korrespondenten in China Ziel von
Hacker-Angriffen geworden. US-amerikanische, französische,
italienische und singapurische Journalisten erhielten virenverseuchte
E-Mails, die darauf abzielen, Kontrolle über den Computer des
Empfängers zu erhalten.
Darüber hinaus sind drei japanische Journalisten Opfer eines
Überfalls geworden. Die Mitarbeiter der Nachrichtenagentur "Kyodo"
wurden am 18. September in ihrem Hotelzimmer überfallen, nachdem sie
von einer Probe der Paraden zum Jubiläum zurückgekommen waren. Männer
in Zivilkleidung schlugen die Reporter auf den Kopf und zerstörten
ihre Computer.
Zuvor hatten die Behörden eine Reihe von ausländischen Medien
gewarnt, die Vorbereitungen zum Jahrestag nicht zu filmen oder zu
fotografieren - ein Verbot, dass auf keinem Gesetz oder einer
offiziellen Regelung basiert.
Lesen Sie hier die ausführliche Pressemitteilung in englischer
Sprache:
www.rsf.org/spip.php?page=article&id_article=34609
Originaltext: Reporter ohne Grenzen e.V.
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/51548
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