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Im letzten Jahr hatten schwere Unruhen und brutale Polizei- und
Militärgewalt in Kamerun mehr als hundert Tote gefordert, mehr als 1000
Menschen wurden in Schnellverfahren verurteilt und sitzen seitdem im Knast.
Die Proteste entstanden infolge der Erhöhung der Lebensmittel- und
Benzinpreise im Zuge der weltweiten Krise. Teresa Treiber war zeitnah in
Kamerun.
Ein Fotobericht unter:
http://www.umbruch-bildarchiv.de/bildarchiv/ereignis/kamerun.html
"Die Proteste weiteten sich jedoch schnell zu einer landesweiten Revolte
aus, die sich auch gegen die geplante Verfassungsänderung richtete. In dem
Konflikt mischt sich Perspektivlosigkeit und Wut über die korrupte
politische Klasse um Präsident Paul Biya. Er regiert das Land seit über 25
Jahren, die Opposition sowie die anglophone Minderheit werden unterdrückt,
Wahlen manipuliert und just in diesem Moment wollte er nun auch die
Verfassung ändern, um sich eine weitere Amtszeit und für die Zeit danach
eine unbegrenzte Immunität zu sichern. Dies liegt sowohl im Interesse der
einstigen Kolonialmacht Frankreichs, die Biya zu seinen letzten engen
Freunden in Afrika zählt, als auch der kleineren Nachbarstaaten, die von
Kamerun wirtschaftlich abhängig sind.
Kamerun zählt zu den korruptesten Staaten der Welt. Dies konnten wir
gleich bei unserer Ankunft am Flughafen feststellen, wo ganz offensichtlich
ohne Schikane und Kontrolle nur der durch den Zoll kommt, der zahlt.
Als wir ankamen, fanden wir zwar noch überall Spuren des Aufstandes, das
Militär hatte jedoch wieder alles unter Kontrolle und der Alltag ging
weiter. Dank der großen Herzlichkeit und Offenheit meiner Familie und der
Leute dort konnte ich Einblicke in diesen Alltag gewinnen. Ich war
fasziniert von der Gelassenheit und dem Humor, den ich trotz der dort so
schwierigen Lage überall vorfand.
Da die Familie hauptsächlich im Nordwesten des Landes lebt, führte uns
unsere Reise erstmal von Douala aus nach Bamenda, die Hauptstadt des
Nordwestens und von dort dann aufs Land Richtung Südwesten." - tt -
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