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D.R. Kongo: Dramatische Wunden - Gewalt in den Kivus hält an
Nairobi/Berlin (ots) - Die Gewalt gegenüber der Bevölkerung im
Osten der D.R. Kongo geht unvermindert weiter, auch wenn sich der
Konflikt Behauptungen zufolge stabilisiert haben soll. ÄRZTE OHNE
GRENZEN sieht in den Projekten in Nord- und Südkivu täglich zivile
Opfer bewaffneter Auseinandersetzungen. Der Grad der Gewalt bleibt
erschreckend hoch, und neue bewaffnete Gruppen in den Kivus
verstärken die Bedrohung für die Menschen. Für die Bevölkerung ist
der Krieg nicht beendet.
ÄRZTE OHNE GRENZEN veröffentlicht heute die Reihe "Wunden" auf der
Website www.lage-dramatisch.org. Mit persönlichen Geschichten
berichten die Menschen von ihren körperlichen und psychischen
Verletzungen. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat die Website vor einem Jahr
gestartet, damit diese Menschen der Welt von ihrer fortdauernden Not
erzählen können.
Die andauernde Gewalt schürt ein Klima der Angst, das durch eine
Kultur der Straflosigkeit verstärkt wird. Als Vergeltungsmaßnahme
werden Dörfer attackiert und systematisch zerstört. Personen werden
erpresst, ihnen werden Nahrung und persönliche Gegenstände aus ihren
Häusern oder selbstgebauten Unterkünften in Vertriebenenlagern
gestohlen. Vergewaltigung ist eine häufige Form der Gewalt gegenüber
Frauen, Männern und Kindern. Im vergangenen Jahr haben Teams von
ÄRZTE OHNE GRENZEN mehr als 5.300 Opfer sexueller Gewalt behandelt.
Zahlreiche Menschen in den Kivus werden weiterhin vertrieben,
lassen sich in Lagern nieder oder leben bei lokalen Gastfamilien. In
den vergangenen Monaten hat ÄRZTE OHNE GRENZEN eine Zunahme der
Gewalt beobachtet, die die Arbeit humanitärer Organisationen schwer
beeinträchtigt. Angriffe auf Fahrzeuge von ÄRZTE OHNE GRENZEN im
Norden der Stadt Goma haben die Teams gezwungen, mobile Kliniken und
die Unterstützung der Gesundheitszentren in einigen Orten
vorübergehend einzustellen.
Kürzlich ist ÄRZTE OHNE GRENZEN während einer Masernimpfkampagne
im Bezirk Masisi, in Nordkivu, als Köder bei einem inakzeptablen
Angriff auf Zivilisten benutzt worden. Sieben Impfplätze, auf denen
sich Tausende Menschen versammelt hatten, kamen bei einem Angriff der
kongolesischen Armee gegen die ruandischen Rebellen der
Demokratischen Kräfte zur Befreiung Ruandas (FDLR) unter Beschuss.
ÄRZTE OHNE GRENZEN verurteilte den eindeutigen Missbrauch der
humanitären Hilfe für militärische Zwecke.
ÄRZTE OHNE GRENZEN arbeitet seit dem Jahr 1992 in den Kivus. Die
Organisation leistet Hilfe in Krankenhäusern und Gesundheitszentren
in Rutshuru, Nyanzale, Kitchanga, Mweso, Masisi, Kirotshe, Chambucha
und Lubero (Nordkivu) und in Kalonge und Baraka (Südkivu). Mit
mobilen Kliniken bieten die Teams Vertriebenen, Einheimischen und
Opfern sexueller Gewalt spezielle Hilfe an. Die Mitarbeiter haben von
November 2008 bis Oktober 2009 nahezu 530.000 medizinische
Untersuchungen durchgeführt und 4.900 Cholerapatienten behandelt.
Derzeit arbeiten in den Projekten 1.395 kongolesische und 114
internationale Mitarbeiter.
Lesen Sie aktuelle, persönliche Berichte auf
www.lage-dramatisch.org.
Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
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- Pressestelle in Berlin, Christiane Winje, Tel.: 030 700 130 240,
in Nairobi, Claudia Evers, Tel.: +49 163 8808 457
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