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WAZ: Ökonom Ottmar Edenhofer: Neues Klimaabkommen erst in zehn Jahren
- Reform des Weltklimarates IPCC gefordert
Essen (ots) - Der Chefökonom des Potsdam Instituts für
Klimafolgenforschung, Prof. Ottmar Edenhofer, sieht einen neuen
Klimavertrag in weite Ferne gerückt: "Ich befürchte, dass es uns erst
in zehn Jahren gelingen wird, ein umfassendes globales Abkommen zu
verabschieden", sagte er den Zeitungen WAZ-Mediengruppe
(Donnerstagausgaben)
Es gebe noch zu viele Hürden für weltweite Kooperationen. "Je
wahrscheinlicher ihr Zustandekommen ist, desto größer ist der Anreiz
für einzelne Staaten, abzuwarten und später als Trittbrettfahrer von
den Investitionen anderer zu profitieren."
Edenhofer forderte eine grundlegende Reform des Weltklimarates IPCC,
der wegen falscher Prognosen seit Wochen in der Kritik steht. Das
Verfahren zur Prüfung der Forscherberichte soll effizienter werden:
"Bei der Auswahl der Autoren müssen Expertise und Qualität an erster
Stelle stehen - nicht regionaler Proporz." Edenhofer ist einer der
Vorsitzenden des IPCC. Er leitet den Forschungsbereich 3, der
Lösungen für das Klimaproblem aufzeigen soll.
Rücktrittsforderungen gegen IPCC-Chef Rajendra Pachauri hält
Edenhofer für überzogen: "Auf der Basis der bis jetzt bekannten
Fehler wäre ein Rücktritt nicht gerechtfertigt. Das würde überhaupt
nichts bewegen. Die Öffentlichkeit hätte lediglich ihr symbolisches
Opfer." Die Fehler im IPCC-Bericht seien "dumm und peinlich"
gewesen. Sie hätten jedoch Klimaskeptiker in keiner Weise bestätigt.
Originaltext: Westdeutsche Allgemeine Zeitung
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