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Newsletter vom 01.03.2010 - Wohlstandszynismus
NÜRNBERG/BRÜSSEL (Eigener Bericht) - Die EU bereitet eine weitere
Verschärfung ihrer Flüchtlingsabwehr im Mittelmeer vor. Wie es in
einem neuen Maßnahmenkatalog heißt, den die EU-Kommission letzte Woche
vorgelegt hat, soll die EU-Fluchtabwehrbehörde Frontex in Zukunft
eigene Schiffe und Flugzeuge kaufen dürfen. Zudem seien
Hilfsorganisationen in die Durchführung von Abschiebungen einzubinden.
Mit dem zunehmenden "Migrationspotenzial", das durch Frontex abgewehrt
werden soll, befasst sich ein Forschungsbericht, den das Bundesamt für
Migration und Flüchtlinge vor kurzem veröffentlicht hat. Demnach ist
die eklatante Armut in Afrika, eine zentrale Ursache für die Migration
nach Europa, in hohem Maße auf die Handelspolitik der Industriestaaten
und die Ausbeutung afrikanischer Ressourcen zurückzuführen. Die
Entscheidung der EU, nicht die Armut, sondern die aus ihr
resultierende Migration zu bekämpfen, führt dem Papier zufolge zu
einer Zunahme von Kriminalität und Korruption in Afrika. Die
Untersuchung dokumentiert - für eine in staatlichem Auftrag erstellte
Analyse ungewöhnlich - den tödlichen Zynismus der europäischen
Afrikapolitik.
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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/57749
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