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Pressemitteilung
Die kleine Maria wünscht sich zu ihrem vierten Geburtstag vom Kreis Lippe nur
eins:
"Lasst meine Eltern frei"
Detmold - Seit über einer Woche leben die Kinder Maria, seit heute vier
Jahre, und David, sechs Jahre, ohne ihre Eltern. Diese werden von der
Ausländerbehörde Kreis Lippe festgehalten, um die Abschiebung
vorzubereiten.
Die Eltern der Familie leben seit 2002 in Lemgo bei Detmold. Hier kamen
auch ihre beiden Kinder Maria und David zur Welt.
Am 19.2.10 wurde der Vater vor den Augen der Kinder verhaftet und in
Abschiebehaft genommen. Die Ausländerbehörde des Kreises Lippe will damit
die Abschiebung am 9.3.10 sicherstellen. David und Maria, die getrennt
von der Polizei abgeführt wurden und sich nicht von ihrem Vater
verabschieden durften, bekamen einen Schock fürs Leben.
Dabei hatten sie bereits eine traumatisierende Situation hinter sich.
Bereits vor vier Monaten wurde ihre Mutter vor ihren Augen in Haft
genommen. Sie musste ins Gefängnis, da sie von den 622 Euro, die die
vierköpfige Familie vom Sozialamt an Leistungen erhalten hatte, nicht
leben konnte und deswegen mehrfach gestohlen hatte.
Eigentlich sollte die Mutter sofort in den offenen Vollzug, damit sie
sich um die Kinder kümmern kann. Dieses wurde jedoch von der
Ausländerbehörde verweigert. Auch eine Freilassung der Mutter, die wegen
sehr guter Führung nach 2/3 der Strafe erfolgen sollte, wird vom Kreis
Lippe verzögert.
Nach der Verhaftung des Vaters wurden die Kinder bei einer Bekannten der
Familie abgegeben. Diese kümmert sich Fürsorglich um die Kinder, kann
aber die Eltern nicht ersetzen. Die beiden Kleinen sind total verstört
und weinen oft stundenlang. Sie wollen immer wissen, wo ihre Eltern sind.
Ihrer Angst, erneut Verlassen zu werden, ist riesig, so dass die Bekannte
der Familie die Wohnung auch nicht für wenige Minuten verlassen kann.
Eine Unterstützung von Seiten des Jugendamtes erfolgt nur sehr
unzureichend. So muss die Bekannte, die fast alle Termine abgesagt hat,
am Montag aus beruflichen Gründen für mindestens eine Stunde das Haus
verlassen. Ihre bitte, zumindest für diese eine Stunde eine Hilfskraft zu
erhalten, wurde nicht entsprochen.
Obwohl alle Behörden wussten, dass Maria und David schwer krank sind,
dauerte es eine Woche, bis sie die Kostenübernahme der medizinischen
Versorgung zustimmten. Maria leidet an starken Bachschmerzen, Durchfall,
Blähungen und Appetitlosigkeit. David hat starken Haarausfall. Die
Diagnose steht fest und liegt der Ausländerbehörde vor. Die starken
Schmerzen von Maria und die Leiden des Davids sind rein Psychosomatisch
und haben mit der Abwesenheit der Eltern zu tun. Der Kinderarzt empfiehlt
dringend den Kontakt zu den Eltern. Maria kommt am Dienstag ins
Krankenhaus.
Die Ausländerbehörde lassen die Krankheiten der Kinder kalt. Wenn
überhaupt darf die Mutter vorgeführt (also in Begleitung und eventuell in
Handschellen) Maria für wenige Minuten im Krankenhaus besuchen, danach
kommt sie zurück ins Gefängnis.
Die Bekannte der Familie, welche die Kinder aufgenommen hat, soll sich um
die Betreuung von Maria im Krankenhaus kümmern und gleichzeitig den Sohn
David zuhause betreuen. Beide Kinder haben nur noch sie als Bezugspunkt
und Panik, wenn sie sie für wenige Minuten nicht sehen. Wie die Bekannte
nun an zwei Orten sein soll, ist schleierhaft. Von dem Vorschlag des
Jugendamtes, einfach ein Kind medikamentös ruhig zu stellen, wurde in der
Zwischenzeit Abstand genommen, eine Lösung jedoch nicht Präsentiert.
Am 9.3.sollen die Kinder erneut von der Ausländerbehörde traumatisieret
werden. Sie werden nach Russland abgeschoben, um dort in ein großes Loch
zu fallen. Es gibt niemand, der sich um die Familie kümmern wird und es
ist auch keine Wohnung vorhanden. Da sich beide Eltern in Haft befinden,
können sie nichts vorbereiten. Was ihnen an dem Tag bevorsteht, wissen
die Beiden kleinen noch nicht.
Heute hat Maria Geburtstag. Es gibt nur einen Wusch, den die kleine hat
und dieser richtet sich an die Ausländerbehörde Kreis Lippe: "Gebt meine
Eltern frei".
Für weitere Nachfragen steht Ihnen Herr Frank Gockel unter der
Telefonnummer 0171-4759240 zu Verfügung.
Flüchtlingshilfe Lippe e.V.
Sachbearbeiter: Frank Gockel
Detmold:
Friedrichstr. 15
32756 Detmold
Tel.: 0 52 31-4 58 91 51
Fax: 0 52 31-60 10 85
Mail: Gockel ät fluechtlingshilfe-lippe.de
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