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Karsai besucht bisherige Taliban-Hochburg - Blutige Kämpfe zwischen
Milizen im Nordosten Afghanistans
KAbul (APA/apn) - Rund zehn Tage nach der Eroberung von Marjah hat der
afghanische Präsident Hamid Karzai die ehemalige Taliban-Hochburg
besucht. Dabei stießen er und NATO-Kommandeur Stanley McChrystal am
Sonntag auf heftige Kritik seitens der Bevölkerung. Stadtälteste
beklagten sich lautstark über das Vorgehen der afghanischen und
internationalen Truppen, die bei ihrer Offensive in Helmand ohne
Rücksicht auf Zivilpersonen vorgegangen seien.
Vor allem die Hausdurchsuchungen in Marjah wurden als völlig unsensibel
angeprangert. Die Stadtältesten forderten im Gespräch mit Karzai, dass
hierzu keine internationalen Soldaten mehr herangezogen werden dürften.
Diese hätten wiederholt unschuldige Zivilpersonen festgenommen. Zudem
sei es während der dreiwöchigen Offensive zu zahlreichen Plünderungen
gekommen.
Marjah gilt als Test dafür, ob es afghanischen und internationalen
Truppen gelingen kann, die Taliban zu vertreiben und danach eine
effiziente und für die Bewohner akzeptable Stadtverwaltung einzusetzen.
Die 300 Ältesten, die in einer Moschee mit Karzai zusammentrafen,
bekundeten trotz ihrer kritischen Äußerungen letztlich ihre
Unterstützung für den Präsidenten. Gleichwohl steigt in vielen
afghanischen Städten die Frustration über die offensichtliche
Unfähigkeit der Regierung, kommunale Dienstleistungen sicherzustellen.
Ob die Person des neuen Statthalters Abdul Zahir erörtert wurde, blieb
zunächst unklar. Zahir soll Ende der 90er Jahre wegen versuchten
Totschlags an einem seiner Söhne in Deutschland im Gefängnis gesessen
haben. Damit könnte er als Symbol für den Aufbruch Afghanistans in eine
Zeit ohne Gewalt und Fundamentalismus nicht tragbar sein. Er selbst wies
die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Ausgewählt wurde Sahir für sein
neues Amt vom Gouverneur der Provinz Helmand, Gulab Mangal. (APA/apn)
07. März 2010
<http://derstandard.at/1267743422475/Scharfe-Kritik-der-Bewohner-von-Marjah-an-NATO-Truppen>
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