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Pressemitteilung 3.03.10
In Gorleben soll weitergetrickst werden
Röttgen: Asse-Begleitgruppe als Modell für Bürgerbeteiligung. BI
Umweltschutz: "Nicht mit uns! Es sei denn, es geht um den Rückbau."
Seit 27 Jahren wird in Gorleben mit Tricksereien der Bau eines
Atommüllendlagers vorangetrieben, ohne Öffentlichkeitsbeteiligung. Den
Trick ersann die Kohlregierung 1983, anstelle eines atomrechtlichen
Genehmigungsverfahrens wurde das Bergrecht angewandt. Eine
Öffentlichkeitsbeteiligung ist dabei - nach altem Bergrecht -
ausgeschlossen. Klagebefugt gegen den Ausbau des Salzbergwerks in
Gorleben, das als Atommülldeponie für hochradioaktive Abfälle fungieren
soll, war bisher nur der Graf von Bernstorff, weil seine Salzrechte
berührt waren. Inzwischen war aber auch mit der Salinas GmbH, die in
Gorleben Salz abbauen möchte, ein zweiter Klagebefugter auf den Plan
getreten.
Das undemokratische und intransparente Verfahren, Gorleben so lange nach
Bergrecht zu erkunden, bis es in weiten Teilen als Endlagerdeponie zur
Verfügung steht, will Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) nun
fortschreiben. Doch ein bisschen Mitreden will er den Kritikern
einräumen. Für Röttgen ist die ASSE-Begleitgruppe, die im Fall des
maroden Endlagers bei Wolfenbüttel die Bürgerbeteiligung sichert,
vorbildlich. In dem Gremium sitzen Vertreter von Bürgerinitiativen und
lokale Politiker. "Das wollen wir auch bei Gorleben realisieren", sagte
Röttgen auf der CEBIT in Hannover. "Das kann er mit sich alleine
realisieren, nicht mit uns. Wir sind für den Rückbau der Anlagen", so die
erste Reaktion der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI).
"Die Asse-Begleitgruppe war eingerichtet worden, nachdem sprichwörtlich
das Kind schon in den Brunnen gefallen war. In Gorleben steht der Rückbau
auf der Tagesordnung. Bei einer "Rückbau-Begleitgruppe" wären wir dabei",
so Wolfgang Ehmke, Pressesprecher der BI.
Ganz nebenbei kündigte Minister Röttgen übrigens auch seinen Besuch in
Gorleben an - den Zeitpunkt ließ er allerdings offen. "Wie schön!
Hoffentlich kommt der Minister im Herbst, wenn der Castor rollt, so die
BI. "Dann kann er sich ein Bild davon machen, wie es um die Akzeptanz
Gorlebens steht."
Wolfgang Ehmke 0170 510 56 06
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