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AKW-Stilllegung als Milliardendebakel fuer die EU

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Die Presse, 9.2.12

AKW-Stilllegung als Milliardendebakel für die EU

Oliver Grimm

2,85 Milliarden Euro hätte der Abbau von drei Sowjet-Kernkraftwerken in Bulgarien, Litauen und der Slowakei kosten sollen. Nun fehlen 2,5 Milliarden. Wie viel Atommüll es gibt, ist unklar.

Die Stilllegung dreier alter Atomkraftwerke in Bulgarien, Litauen und der Slowakei droht zu einem milliardenschweren Debakel für die EU zu werden. Der Europäische Rechnungshof hält in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht fest, dass mindestens 2,5 Milliarden Euro fehlen, um die alten Reaktorblöcke im bulgarischen Kosloduj, im litauischen Ignalina und im slowakischen Bohunice wie geplant komplett stillzulegen. Zudem weiß niemand genau, wie viel radioaktiver Abfall aus diesen drei Anlagen sowjetischer Bauart sachgerecht entsorgt werden muss. Jahrzehntelanger Abbau

Im Zuge ihres EU-Beitritts hatten sich Bulgarien, Litauen und die Slowakei zur Stilllegung von acht Reaktoren verpflichtet. Die vier Blöcke in Kosloduj wurden bis 2006 abgeschaltet, die beiden Blöcke von Ignalina 2004 und 2009 und die beiden Blöcke von Bohunice 2006 und 2008.

Ein abgeschaltetes Atomkraftwerk ist aber noch lange nicht stillgelegt. Die Brennstäbe und sonstiges radioaktiv vergiftetes Material müssen entsorgt, unter Umständen der Boden dekontaminiert werden. Laut aktueller Prognose wird die Anlage in Bohunice erst im Jahr 2025 völlig stillgelegt sein, jene in Ignalina 2029 und jene in Kosloduj überhaupt erst 2035.

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11.02.12    Absender/-in: Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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