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http://de.news.yahoo.com/1/20100308/tpl-sarkozy-will-weltweiterenaissance
-d-e8de175.html
Yahoo / ap, 8.3.10
Sarkozy will weltweite Renaissance der Atomenergie
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat eine weltweite
Renaissance der Atomenergie gefordert. Frankreich sei bereit, seine
Erfahrungen mit dieser Technik mit anderen Ländern zu teilen, erklärte
Sarkozy am Montag zur Eröffnung einer OECD-Konferenz zur zivilen Nutzung
der Kernkraft in Paris. Um den Klimawandel einzudämmen, «brauchen wir die
zivile Nutzung der Kernkraft wie auch die erneuerbaren Energien. Wir
brauchen beides», betonte der französische Präsident.
(...)
In einem ersten Schritt kündigte Sarkozy die Schaffung eines
«Internationalen Instituts für Kernenergie» in Frankreich an. Dort
sollten führende Nuklearforscher versammelt werden, um ihre Expertise an
Ingenieure und Techniker aus dem In- und Ausland weiterzugeben.
Dabei dürften auch Entwicklungsländer nicht ausgeschlossen werden,
forderte Sarkozy. Er wandte sich gegen die «egoistische» Auffassung der
Industriestaaten, wonach arme Länder kein Recht auf Atomtechnologie
hätten, weil sie nicht die Sicherheit gewährleisten könnten. Damit
schließe man jene vom Fortschritt und einem besseren Leben aus, «die
ohnehin schon nichts haben».
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http://www.stern.de/politik/ausland/frankreichs-atomindustrie-atomkraftwerke-al
s-entwicklungsprojekte-1549291.html
stern online / APF, 8.3.10
Frankreichs Atomindustrie: Atomkraftwerke als Entwicklungsprojekte
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will die zivile Nutzung französischer
Atomtechnologie im Ausland fördern. Schwellenländer wie Syrien sollen davon
profitieren.
Wenn es um Frankreichs Atomindustrie geht, zeigt sich Präsident Nicolas Sarkozy
gerne in vorderster Front. Seit Montag veranstaltet er in Paris eine
internationale Konferenz zur zivilen Nutzung von Atomenergie. Eingeladen hat
Sarkozy dazu nicht nur zahlreiche Schwellenländer, sondern auch einst
international geächtete Staaten wie Syrien, denen er jetzt Atomtechnik
anbietet. Den Bau von Atomkraftwerken will Sarkozy jetzt sogar zum
international anerkannten Entwicklungsprojekt erklären.
Ob in China, Indien oder Nahost - Sarkozy hat keine Probleme damit, als
"Handelsvertreter" für die französische Atomwirtschaft aufzutreten. Seit seinem
Amtsantritt 2007 wirbt er für die Weitergabe der Atomtechnologie.
Berührungsängste hat er dabei nicht: So schloss er nicht nur mit Syrien,
sondern auch mit Libyen Abkommen zur Atomzusammenarbeit. Paris sei "überzeugt",
dass die Atomenergietechnik "ein entscheidendes Element für die
Berücksichtigung der Umweltprobleme und für eine bessere Verteilung der
Reichtümer auf dem Planeten ist", bekräftigte Sarkozy bei der Konferenz mit 65
Staaten und internationalen Organisationen.
Tatsächlich geht es um ein Riesengeschäft. Nach Angaben des
Weltnuklearverbandes (WNA) dürften bis 2030 weltweit mehr als 450 Atomreaktoren
gebaut werden - ein Markt, der hunderten Milliarden Dollar entspricht.
Frankreich, das drei Viertel seines Stroms aus Atomenergie erzeugt, will sich
davon ein großes Stück abschneiden.
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http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/499422
Süddeutsche, 8./9.3.10
Entwicklungshilfe für Kernkraft
Frankreich will Atomkraftwerke zu einem Motor der Entwicklungshilfe
machen und mit ihnen dem Klimawandel begegnen. Die Nuklearindustrie könne
die Modernisierung von Schwellenländern beschleunigen und deren Reichtum
mehren, sagte der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Montag
zur Eröffnung einer internationalen Atomenergie-Konferenz in Paris. Es
gehe um eine Frage der Solidarität mit ärmeren Ländern.
Sarkozy nannte es einen Skandal, dass der Bau von Atomkraftwerken nicht
von internationalen Instituten unterstützt werde. "Die Weltbank und die
Entwicklungsbanken müssen sich ernsthaft bei der Finanzierung der zivilen
Nuklearenergie engagieren", forderte er. Auch der Chef der
Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Yukiya Amano, sagte, die
Stromerzeugung aus Kernkraft könne "einen Beitrag zur wirtschaftlichen
Entwicklung" leisten und "den Klimawandel abschwächen". Der Zugang dürfe
deshalb nicht "exklusives Privileg der reichen Länder" bleiben. Sarkozy
betonte, Frankreich, das 80 Prozent seines Stroms aus Reaktoren speist,
sei prädestiniert dafür, interessierte Schwellenländer "verantwortlich"
auf ihrem Weg zur Atomenergie zu begleiten.
Seit seinem Amtsantritt im Frühjahr 2007 agiert Sarkozy als oberster
Handelsvertreter der französischen Atomindustrie. Eine so große Konferenz
wie am Montag hatte der französische Präsident aber noch nie eröffnet. 65
nicht nur vertrauenerweckende Staaten lud Frankreich ein, um mit ihnen
über den vermeintlichen Segen der zivilen Nutzung der Atomenergie zu
reden. Die wegen ihrer militärischen Atomprogramme international
geächteten Staaten Iran und Nordkorea standen nicht auf der Gästeliste.
Libyen, an das Frankreich 2008 beinahe Kernkraftwerke verkauft hätte,
schlug die Einladung aus. Syrien akzeptierte. Und mit Jordanien
vereinbarte Frankreich den Bau eines Ausbildungs- und Forschungszentrums
bei Amman.
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http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/2398459_Wuehltisch-fuer-Atomkraftwerke-in-Frankreich.html
Frankfurter Rundschau, 8./9.3.10
Frankreich
Atommeiler für alle Welt
Von Axel Veiel
(...)
IAEA sorgt sich um Gefahren
Über die von Sarkozy betriebene Verkaufsförderung geriet zunächst in den
Hintergrund, was aus Sicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA)
doch Hauptzweck der zweitägigen Pariser Zusammenkunft sein soll: die
Eindämmung der durch den weltweiten Run auf Reaktoren entstehenden
Gefahren.
Mehr als 60 Staaten, darunter zahlreiche Entwicklungsländer, wollen in
den kommenden zwei Jahrzehnten insgesamt 450 Atommeiler bauen. Soll das
Risiko eines Reaktorunglücks, eines Terroranschlags auf ein AKW oder der
Ausbreitung von Atomwaffen nicht ebenso rasant zunehmen, müssen sich die
nach Kernenergie strebenden Staaten beizeiten auf strenge
Sicherheitsstandards verpflichten.
Yukiya Amano, der neue Chef der IAEA, hatte deshalb vor dem Treffen an
künftige Reaktorbesitzer appelliert, sich strengsten
Sicherheitsvorschriften zu beugen: In dem Bewusstsein, einschließlich des
Atommülls eine auf Jahrhunderte angelegte Verpflichtung einzugehen,
müssten sie nicht zuletzt auch stabile rechtliche Rahmenbedingungen
schaffen.
Kampf gegen Billiganbieter
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