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Sabine Ellersick wrote:
> Alles in Allem tatsächlich ein großer Tag für die antifaschistische
> Bewegung. Europas größter regelmäßiger Naziaufmarsch wurde nach über 10
> Jahren endlich verhindert. Möglich wurde der Erfolg durch gute
> Vorbereitung und das überlegte und entschlossene Vorgehen der Nazigegner.
> Insbesondere allen Unterstützern von außerhalb sei an dieser Stelle
> nochmal ausdrücklich für ihren support gedankt. Sowas hats hier in Dresden
> noch nie gegeben. Das geht nochmal an alle Beteiligten, ihr wart gestern
> wirklich großartig!
Danke für die Blumen ;-)
Wir waren zu dritt von Koblenz bzw. aus der Eifel kommend mit dem Bus ab
Wiesbaden nach Dresden gefahren. Dann teilgenommen an der Blockade auf der
Hansastrasse. Es war KALT, so KALT, aber wir haben es den Nazis besorgt.
Auch wenn immer noch einige Kindsköppe die Polizeikräfte gerne als
Ersatzgegner traktieren wollten, bzw. später auf der Hansastraße
Müllcontainer in Brand steckten, so waren diese Kräfte nicht typisch für den
13. Februar. Ich gehe mal davon aus, dass mit dem weiteren Erstarken
demokratischer Kräfte derartige Kindereien auch mal aufhören werden.
Viel junges Volk, aber auch diverse Gruftis so wie ich, eine gute Mischung.
Und es war tatsächlich super, wie alle bis zum Schluß, bzw. bis ihre Busse
fuhren, aushielten. Man sollte das wirklich nicht unterschätzen,
dabeibleiben, auch wenn schon erklärt wurde, dass der Naziaufmarsch
gescheitert war, und das bei dieser Affenkälte, das war schon toll.
Einige Anwohner haben an der Hansastraße die Haustüren geöffnet, so dass wir
uns im Treppenhaus etwas aufwärmen konnten, das war auch bitter nötig. Essen
gab es auch, jedenfalls bis knapp vor uns in der Schlange, dann war es alle,
aber man kann nicht alles haben.
>
> P.S.
> Die Menschenkette in der Innenstadt, mag schöne Bilder für die Presse
> geliefert haben, zur Verhinderung des Naziaufmarsch hast sie gestern
> nichts beigetragen.
Das sehe ich etwas anders. Ich finde es falsch, die verschiedenen Aktionen
des 13. Februar in wirkungsvolle und in nicht wirkungsvolle zu unterteilen.
Wer sich traut, an den Blockaden teilzunehmen, der soll das tun. Wer sich
das nicht traut oder zutraut, aber eben an der Menschenkette teilnehmen will
und kann, der tue das. Beide haben am Ende Flagge gezeigt. Nicht jeder kann
oder will an jeder Aktionsform teilnehmen, auch wenn hier ein breiter
Konsens über die Gewaltfreiheit herrschte. Tun wir doch nicht so, als wenn
der gemeine Bürger nicht auch ein bischen Angst davor hat, sich vor eine
Polizeikette zu stellen, hinter der Wasserwerfer stehen, wobei die Polizei
bewaffnet und ihre Taktik einschüchternd ist. Sollen wir diesen Bürgern
sagen, sie sollen wg. Wirkungslosigkeit zu Hause bleiben? So etwas fände ich
ziemlich elitär.
Jeder, der einen, auch einen noch so kleinen, Beitrag gegen die Nazis
liefert, muss uns willkommen sein.
Oder habe ich Sabine jetzt falsch verstanden?
Dirk Weber
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dirk-weber@web.de
Arft/Deutschland, Veenendaal/Nederland
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