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Pressemitteilung des Bundesfachverbandes UMF zum Internationalen Tag
gegen den Einsatz von Kindersoldaten am 12.02.2010
München, 08. Februar 2010
Helfen statt Abschieben - ehemalige Kindersoldaten in Deutschland besser
schützen!
In den letzten Jahren haben mehrere hundert ehemalige Kindersoldaten in
Deutschland Zuflucht gesucht. Offizielle Zahlen existieren hierzu nicht,
die besonderen Bedürfnisse von traumatisierten Kindersoldaten werden von
Seiten der Bundesregierung nicht zur Kenntnis genommen.
Schon lange steht Deutschland in der internationalen Kritik, da kein
Identifizierungsverfahren für besonders schutzbedürftige Asylsuchende
besteht. "Die Untätigkeit gegenüber schwertraumatisierten Kindersoldaten
wirft ein dramatisch schlechtes Licht auf die Integrationspolitik der
Bundesregierung," führt Thomas Berthold, Referent für junge Flüchtlinge
beim Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge, aus.
In den Herkunftsländern werden Minderjährige als Soldaten missbraucht und
zum Töten gezwungen. Sie werden nicht selten Opfer von Misshandlungen und
sexualisierter Gewalt. Die Flucht ist für sie nur unter Lebensgefahr
möglich - und durch die geschlossenen Grenzen von Europa zusätzlich
erschwert. Doch auch nach einer geglückten Flucht befinden sie sich nicht
in Sicherheit. Gerade die Gruppe der 16- und 17-Jährigen unbegleiteten
minderjährigen Flüchtlinge erfährt vielfach keinen Schutz. Statt
Jugendhilfe, psychologische Betreuung und Zukunftschancen heißt es für
sie Gemeinschaftsunterkunft, negative Asylbescheide und allgemeine
Unsicherheit.
"Junge Flüchtlinge werden in Deutschland noch immer systematisch
benachteiligt. Die Kinderrechte gelten für sie nur eingeschränkt, denn ab
dem 16. Lebensjahr werden sie vielfach wie Erwachsene behandelt," so
Berthold weiter. Die Rücknahme des Vorbehalts gegenüber der UNKinderrechtskonvention
würde es nicht nur ehemaligen Kindersoldaten
ermöglichen, in Deutschland ohne Angst aufzuwachsen und die schlimmen
Erlebnisse der Kindheit zu verarbeiten.
Die Bundesrepublik steht in der Verantwortung gegenüber den vielen Kinder
und Jugendlichen, die weltweit als Kindersoldaten missbraucht werden.
Neben gezielten Hilfen zur Entwicklung in den Herkunftsländern muss sie
den Kindern und Jugendlichen, die nach Deutschland flüchten, eine
vernünftige, menschenwürdige Lebensperspektive bieten.
Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.
Kontakt: Thomas Berthold, 089/20244013 und 0177/6746749
Bundesfachverband UMF e.V.
Nymphenburger Straße 47
80335 München
Tel: 089 / 202 440 13
Fax: 089 / 202 440 15
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