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RIA Novosti empoert ueber Festnahme und Verurteilung ihres Bildreporters

RIA Novosti empört über Festnahme und Verurteilung ihres Bildreporters

18:29 | 20/ 01/ 2010

http://de.rian.ru/society/20100120/124770678.html

MOSKAU, 20. Januar (RIA Novosti). Die Nachrichtenagentur RIA Novosti protestiert energisch gegen den Beschluss der Friedensrichterin des Moskauer Twerskoi-Bezirksgerichtes, die den Bildreporter Andrej Stenin wegen der Teilnahme an einer nicht genehmigten Kundgebung in Moskau schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe verurteilt hat.

Mit dieser Entscheidung, die auf der Grundlage falscher Aussagen von Mitarbeitern der Rechtsschutzorgane getroffen wurde, hat das Gericht Journalisten faktisch zu Geiseln der Willkür der Miliz gemacht, heißt es in einer Erklärung von RIA Novosti.

Stenin, der am 12. Dezember 2009 im Auftrag seiner Redaktion eine nicht genehmigte Protestaktion vor dem Haus des Präsidentenstabes am Staraja-Platz in Moskau aufgenommen hatte, war festgenommen und in das örtliche Revier der Miliz gebracht worden. Trotz des Umstandes, dass Stenin seinen Journalistenausweis und die berufliche Fotoausrüstung vorgewiesen hatte, wurde der Fall ohne Berücksichtigung der Aussagen des Journalisten ans Gericht geleitet.

Laut der Agentur wurde der Gerichtsbeschluss gegen den Journalisten, der im Auftrag der Redaktion seine Berufspflicht erfüllt hatte, unter völliger Ignorierung der Unschuldsbeweise gefasst.

Die Agentur hat ernsthafte Zweifel bezüglich der gegen Stenin vorgebrachten Schuldbeweise, auf deren Grundlage der Gerichtsbeschluss gefasst wurde. In dem zur Akte gehörenden Protokoll über die administrative Rechtsverletzung werden die als Schuldzeugen geltenden Mitarbeiter der Miliz, deren Unterschriften unter den diesbezüglichen Meldungen und Erläuterungen stehen, beim Namen genannt. Diese Namen fehlen in der dem Journalisten ausgehändigten Protokollkopie.

"Dies zeugt unmissverständlich davon, dass das Protokoll unter Verletzung der prozessualen Gesetze erstellt und anschließend in der genannten Milizabteilung 'nachgebessert' worden war.

Mit anderen Worten: Stenin war durch Zufall zusammen mit anderen Teilnehmern der Kundgebung ohne jeglichen Grund festgenommen worden. Dann wurde zum Schutz der 'Berufsehre' die Miliz- und Gerichtsmaschinerie in Gang gesetzt", äußerte der stellvertretende Generaldirektor von RIA Novosti und Chef der Juristischen Direktion der Agentur, Michail Safronow.

Zudem gibt es in der Akte weitere Ungereimtheiten und Widersprüche. Sie sprechen dafür, dass die Mitarbeiter der Miliz, die als Schuldzeugen vorgestellt wurden, keine klare Vorstellung von Stenin selbst und von der ihm angelasteten Rechtsverletzung hatten.

Die Agentur, die ihre Position und das Recht des Journalisten auf die Erfüllung seiner Berufspflicht verteidigt, wird innerhalb der gesetzlich festgelegten Frist bei einer höheren Gerichtsinstanz Berufung gegen den Beschluss der Richterin einlegen, bei der Generalstaatsanwaltschaft Russlands eine Beschwerde einreichen und darum ersuchen, das Vorgehen der Mitarbeiter der Miliz bei der Festnahme des Fotojournalisten und bei der Erstellung des Protokolls auf dem Aufsichtswege zu prüfen.

"Wir sind der Auffassung, dass der Beschluss der Richterin gesetzwidrig ist und einen gefährlichen Präzedenzfall schafft, wobei auf der Grundlage beliebiger, sogar absurder Aussagen von Mitarbeitern der Rechtsschutzorgane jeder Journalist, der seiner Arbeit nachgeht, zur administrativen Verantwortung gezogen werden kann", sagte die Chefredakteurin von RIA Novosti, Swetlana Mironjuk.

Die Agentur ist der Meinung, dass die Verfassung Russlands, die das Recht auf freie Informationssammlung und freien Informationszugang garantiert, sowie die russischen Mediengesetze es den Journalisten ermöglichen, ihre Arbeit zu erfüllen und über Veranstaltungen unabhängig davon zu berichten, ob diese mit oder ohne Zustimmung der Behörden stattfinden.


Hallo zusammen,

die Veröffentlichung dieser Meldung von RIA Nowosti erfolgt mit freundlicher Genehmigung durch

Dmitri Tultschinski,
Leiter des Deutschland-Büros
Russische Informationsagentur Nowosti
tel. (030) 226 05 681
fax 814
eMail tulchin ät t-online.de

Sollte jemand den Beitrag übernehmen wollen, informiert doch bitte Herrn Tultschinski davon und schickt ihm einen Beleg - dankeschön !!

Gruß

Sabine

21.01.10    Absender/-in: Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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