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ÄRZTE OHNE GRENZEN veröffentlicht Liste der schwersten humanitären
Krisen 2009: Verhinderte Hilfe und vernachlässigte Krankheiten
Berlin (ots) - Angriffe auf die Bevölkerung und verhinderter
Zugang zu Hilfsleistungen in Pakistan, Somalia, Jemen, Sri Lanka,
Afghanistan, Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo (D.R.
Kongo) sind nur einige der schlimmsten Krisen im Jahr 2009. Dazu
kommen die stagnierende Finanzierung der HIV/Aids-Behandlung und die
anhaltende Vernachlässigung anderer Krankheiten.
Das Jahr 2009 war laut ÄRZTE OHNE GRENZEN von drei eindeutigen
Mustern bestimmt: Verweigerung lebensrettender Hilfe für die
Bevölkerung in Ländern wie Sri Lanka, Pakistan und dem Sudan;
schwindender Respekt für die Sicherheit der Bevölkerung und die
neutrale humanitäre Arbeit in Ländern wie Afghanistan, Jemen, Somalia
und der D.R. Kongo, in denen Menschen - auch Helfer - gezielt
angegriffen wurden; Vernachlässigung der Menschen, die unter
unbeachteten Krankheiten leiden und erschwerter Zugang für
HIV/Aids-Patienten zu lebensverlängernder Behandlung.
"Es steht außer Frage, dass immer mehr Menschen Opfer von
Konflikten werden und gleichzeitig lebensrettende Hilfe erschwert
wird, oft absichtlich", sagte Christophe Fournier, internationaler
Präsident von ÄRZTE OHNE GRENZEN. "In Ländern wie Sri Lanka und Jemen
wurde Hilfsorganisationen der Zugang zu den Bedürftigen verweigert,
oder sie mussten das Land verlassen, da sie in die Schusslinie
geraten sind. Unsere Teams vor Ort sind Zeugen der menschlichen
Folgen dieser Krisen. Wir sind daher gezwungen und verpflichtet,
darüber zu sprechen", ergänzte Fournier
Zehntausende Menschen waren in der Region Vanni in Sri Lanka ohne
Hilfe gefangen, als die sri-lankische Armee im Frühjahr gegen die
tamilischen Rebellen gekämpft hat. Hilfsorganisationen,
einschließlich ÄRZTE OHNE GRENZEN, durften die Konfliktzone nicht
betreten. In Somalia flohen mehr als 200.000 Menschen in den ersten
Monaten dieses Jahres vor dem brutalen Krieg aus der Hauptstadt
Mogadischu, und immer mehr Mitarbeiter von Hilfsorganisationen wurden
angegriffen.
Die Bevölkerung und Krankenhäuser in der Region Saada im Norden
des Jemen waren von schweren Kämpfen betroffen, während die Armee
gegen die Al-Houthi-Rebellen kämpfte. Zehntausende Menschen flohen
und ÄRZTE OHNE GRENZEN musste das einzige funktionierende Krankenhaus
in der Region verlassen. Ein eklatanter Fall, in dem humanitäre Hilfe
für militärische Zwecke missbraucht wurde, waren zudem die Angriffe
der kongolesischen Armee auf die Bevölkerung, die sich im Oktober in
der Region Nordkivu im Kongo im Rahmen einer Impfkampagne versammelt
hatte.
Der Erfolg der vergangenen Jahre, dass HIV/Aids-Patienten besseren
Zugang zu einer Behandlung bekommen hatten, wurde im Jahr 2009
bedroht, da Kürzungen in der internationalen Finanzierung angekündigt
wurden. Mangelernährung bei Kindern wurde ebenso missachtet. Diese
führte zum vermeidbaren Tod von etwa fünf Millionen Kindern unter
fünf Jahren.
Die Liste basiert auf Erfahrungen in mehr als 60 Ländern, in denen
ÄRZTE OHNE GRENZEN Zeuge schlimmer humanitärer Bedingungen ist, und
wird seit zwölf Jahren zum Jahreswechsel veröffentlicht. Die
Organisation weist damit auf die humanitären Krisen hin, die medial
zu wenig Beachtung finden.
Afghanistan: Humanitäre Hilfe ist für Bevölkerung kaum möglich
Der Krieg ist in Afghanistan im Jahr 2009 eskaliert und die
Bevölkerung musste landesweit zunehmende Gewalt erdulden. Afghanen,
die dringend medizinische Hilfe benötigen, stehen heute vor einer
unmöglichen Wahl: Entweder sie nehmen das Risiko auf sich und reisen
Hunderte Kilometer durch eine Kriegszone, um sich behandeln zu
lassen. Oder sie warten ab, bis sich ihre gesundheitliche Lage derart
verschlechtert, dass sie lebensbedrohlich ist, und gehen dann zu
einer medizinischen Einrichtung, in der die Behandlungsmöglichkeiten
stark eingeschränkt sind. Ärzte ohne Grenzen ist nach fast
fünfjähriger Abwesenheit mit Bedacht nach Afghanistan zurückgekehrt,
nachdem im Juni 2004 fünf Mitarbeiter der Organisation ermordet
worden waren. Damals gab es große Hoffnungen, dass sich Afghanistan
in einer Nachkriegssituation befände. Heute ist diese Hoffnung
zerstört und der Bedarf an medizinischer Nothilfe wieder akut. Ärzte
ohne Grenzen unterstützt das Ahmed-Shah-Baba-Krankenhaus im
Osten der Hauptstadt Kabul. Die Bevölkerung hat sich in dem Viertel
durch den Zustrom von Flüchtlingen aus Pakistan und Vertriebenen
beinahe verdoppelt. Trotz der Not wurde dieses Viertel bislang
vernachlässigt, da es im Rahmen der Hilfsstrategien zur Bekämpfung
der Aufständischen keine Priorität besitzt. Ärzte ohne Grenzen hat
außerdem begonnen, in dem einzigen noch funktionierenden öffentlichen
Krankenhaus in Lashkar Gah zu arbeiten, der Hauptstadt der Provinz
Helmand. Es mangelt an Personal und Medikamenten, und nur wenige
Menschen suchen hier Hilfe. Während die Not zunimmt, ist es für
unparteiische und neutrale Hilfsorganisationen immer schwieriger
geworden, die Hilfe zu leisten. Die einst klare Trennung zwischen
Armee, Wiederaufbau- und Entwicklungsaktivitäten sowie humanitärer
Hilfe ist mittlerweile so verwischt, dass die Gesundheitsversorgung
Teil des Schlachtfeldes geworden ist: Die internationalen
Koalitionstruppen haben die Hilfsleistungen für sich vereinnahmt, um
die Herzen der Bevölkerung zu gewinnen. Sie haben darüber hinaus
Krankenhäuser besetzt und Patienten verhaftet. Bewaffnete
Oppositionskräfte haben medizinisches Personal und die
Gesundheitseinrichtungen gezielt angegriffen. Um von allen
Konfliktparteien anerkannt zu werden, muss eine private medizinische
humanitäre Organisation wie Ärzte ohne Grenzen nachweisen und klar
kommunizieren, dass sie völlig unparteiisch, neutral und unabhängig
ist. Dafür darf sie in dem Konflikt keine Partei ergreifen, keine
Gelder von Regierungen für die Arbeit in Afghanistan und Pakistan
akzeptieren, und muss gewährleisten, dass keine nationalen,
internationalen und oppositionellen militärischen Kräfte die
Krankenhäuser mit Waffen betreten.
Pakistan : Bevölkerung leidet unter Gewalt und Vernachlässigung
Pakistan wurde das ganze Jahr über von intensiver Gewalt erschüttert.
Der Konflikt zwischen der pakistanischen Armee und bewaffneten
Oppositionsgruppen in der nordwestlichen Grenzprovinz (NWFP) und den
föderal verwalteten Stammesgebieten (FATA) hat mehr als zwei
Millionen Menschen vertrieben. Bombardierungen in großen Städten
Pakistans haben Hunderte Menschen getötet und Tausende verletzt. In
der Provinz Belutschistan ging der anhaltende Konflikt unbemerkt von
der Öffentlichkeit weiter. Im ganzen Land leiden die Menschen unter
fehlender Gesundheitsversorgung. Pakistan weist eine der höchsten
Kinder- und Müttersterblichkeitsraten in der Region auf. Ärzte ohne
Grenzen war im April gezwungen, die Arbeit im Swat-Tal aufgrund der
zunehmenden Gewalt zu unterbrechen. Ärzte ohne Grenzen war die
einzige internationale Organisation, die das Krankenhaus in der Stadt
Mingora unterstützt hatte. Im Februar wurden zwei medizinische
Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen - Riaz Ahmad und Nasar Ali -
erschossen, während sie mit einem gekennzeichneten Krankenwagen
unterwegs waren, um Verletzte in der Stadt Charbagh zu retten. Die
Bevölkerung floh aus dem Swat-Tal und aus der Region Buner in andere
Teile der nordwestlichen Grenzprovinz, die meisten Menschen kamen bei
Gastfamilien unter. Die Hilfeleistung für die Vertriebenen war extrem
schwierig, da die Gebiete schwer zugänglich waren. Ärzte ohne Grenzen
hat es dennoch geschafft, vielen Menschen zu helfen, die in Schulen,
Gemeindezentren und privaten Häusern untergekommen waren. Ärzte
ohne Grenzen hat Tausende Menschen in Krankenhäusern und
Vertriebenenlagern in den Distrikten Mardan, Malakand, Peschawar und
Lower Dir behandelt, bevor sie nach Hause zurückkehren konnten. Viele
Patienten in Lower Dir litten unter ernsten kriegsbedingten
Verletzungen, darunter waren Kinder mit Schussverletzungen. Ende
Oktober griff die pakistanische Armee die Milizen in Bajaur Agency
wieder an, was zu erneuter Flucht in Richtung Lower Dir führte. Mitte
Oktober griff die pakistanische Armee Milizen an, die sich in
Süd-Wasiristan verschanzt hatten. Berichten zufolge flohen etwa
300.000 Menschen in den Nachbarbezirk Dera Ismael Khan. Trotz großer
Not verweigerten die Behörden Aufenthaltsgenehmigungen für
internationale Mitarbeiter. Die Kämpfe in der Region Kurram Agency
führten beinahe zum Kollaps des dortigen Gesundheitssystems. Am 9.
Dezember hat eine Rakete zum zweiten Mal das Sada Krankenhaus
getroffen. Ärzte ohne Grenzen forderte daraufhin alle in den Konflikt
involvierten Parteien auf, die Sicherheit des Krankenhauses zu
garantieren. Das Leid ging auch in der Region Belutschistan weiter,
in der die Bevölkerung vernachlässigt und diskriminiert wird. Die
Gesundheitsversorgung in der östlichen Region ist bestenfalls minimal
und die Mütter- und Kindersterblichkeit sehr hoch. Im westlichen Teil
der Region an der Grenze zu Afghanistan versorgte Ärzte ohne Grenzen
afghanische Flüchtlinge und die lokale Bevölkerung. In einer
Region, in der westliche Kräfte, die in die Aktivitäten gegen
Aufständische involviert sind, auch die Geldgeber sind, wird
humanitäre Hilfe oft mit politischen Zielen in Zusammenhang gebracht.
Wie in allen Konfliktgebieten distanziert sich Ärzte ohne Grenzen als
internationale private medizinische Organisation, die unabhängig von
politischen, religiösen und wirtschaftlichen Motiven arbeitet, von
diesen Zielsetzungen. Ärzte ohne Grenzen akzeptiert für die Arbeit in
Pakistan keine Regierungsgelder und finanziert die Projekte
ausschließlich mit privaten Spenden.
Sudan: Lage für Menschen im Südsudan und in Darfur weiterhin
schwierig
Auch im Jahr 2009 dauerte die humanitäre Not im Sudan an.
Die Krise für die Menschen in Darfur hält an und auch die Situation
im Südsudan verschlimmert sich zusehends, die Gewalt eskaliert,
Krankheiten brechen aus und es gibt wenig oder keinen Zugang zu
medizinischer Versorgung. Im Jahr 2005 beendete das Friedensabkommen
einen jahrzehntelangen brutalen Bürgerkrieg. Fast fünf Jahre später
besteht im gesamten südlichen Teil des Sudans noch immer dringender
Bedarf an medizinischer Unterstützung. Gewalttätige
Auseinandersetzungen innerhalb der Gemeinden in den Staaten Jonglei,
Upper Nile, Warrap und Lakes haben im gesamten Jahresverlauf Hunderte
Tote gefordert und Tausende Menschen vertrieben. Sporadische
Überfälle der ugandischen Rebellen der Lord's Resistance Army (LRA)
auf sudanesische Dörfer in der Nähe der kongolesischen Grenze und in
der Demokratischen Republik Kongo selber führten dazu, dass Tausende
Sudanesen ihre Heimat verließen und kongolesische Flüchtlinge im
Staat Western Equatoria im Südsudan Zuflucht suchten. Während die
Gewalt im Süden zunimmt, versuchen die Menschen noch immer die
verheerenden Folgen des Bürgerkrieges zu bewältigen. Fast drei
Viertel der Bevölkerung hat keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung.
Die nahezu 1.200 nationalen und internationalen Mitarbeiter von Ärzte
ohne Grenzen behandelten dieses Jahr im Südsudan Tausende Menschen
mit Mangelernährung, Malaria, Cholera, Meningitis und Tuberkulose.
Außerdem leisteten sie geburtshilfliche und gynäkologische
Unterstützung. Die Lage der Menschen in Darfur ist weiterhin
prekär. Millionen Menschen bleiben Vertriebene im eigenen Land und
sind auf externe Hilfe angewiesen. Im Jahr 2009 haben sporadische
Kriegshandlungen und Auseinandersetzungen um Ressourcen immer wieder
Menschenleben gefordert. Nachdem die sudanesischen Behörden im März
2009 13 internationale Hilfsorganisationen, darunter zwei Sektionen
von Ärzte ohne Grenzen, des Landes verwiesen hatten, wurde die
humanitäre Versorgung der Bevölkerung mit Nahrung, Wasser und
medizinischer Unterstützung immer schwieriger. Die Ausweisung geschah
im Anschluss an die Anklage wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen
gegen die Menschlichkeit, die der Internationale Strafgerichtshof
gegen den sudanesischen Präsidenten Omar Al-Bashir verhängt hatte. Die im
Land verbliebenen Hilfsorganisationen tun alles, um den
Menschen trotz der unsicheren Situation helfen zu können. Gezielte
Geiselnahmen von Helfern machen es immer schwieriger, die Bedürfnisse
der nahezu zwei Millionen Menschen in den Lagern zu decken. Ärzte
ohne Grenzen bleibt der unparteiischen medizinischen Hilfe
verpflichtet und ist derzeit an mehreren Orten in Darfur im Einsatz.
D.R. Kongo: Bevölkerung leidet weiterhin unter anhaltender Gewalt
Die Bevölkerung im Osten der D.R. Kongo litt auch während des Jahres
2009 unter der anhaltenden Gewalt. Hunderte Menschen wurden getötet,
Tausende Frauen, Kinder und manchmal auch Männer vergewaltigt, und
Hunderttausende Menschen flohen aus ihren Häusern. Bewaffnete
Gruppierungen haben in Nordkivu Terror verbreitet, indem sie Häuser
geplündert und niedergebrannt haben, als Racheakte für die
vermeintliche Unterstützung der Gemeinden für verschiedene
Gruppierungen.
Die Kämpfe wurden im Jahr 2008 hauptsächlich zwischen der
kongolesischen Armee (FARDC) und der Rebellengruppe "Nationalkongress
zur Verteidigung des Volkes" (CNDP) ausgetragen. Im vergangenen Jahr
änderte sich der Konflikt, als die kongolesische und die ruandische
Armee in Nord- und Südkivu Angriffe gestartet haben, um die
ruandischen Rebellen der "Demokratischen Kräfte zur Befreiung von
Ruanda" (FDLR) auszulöschen. Die kongolesische Armee wird von der
Friedensmission der Vereinten Nationen in der D.R. Kongo (MONUC)
unterstützt.
Teams von Ärzte ohne Grenzen haben im Oktober in sieben Orten im von
der FDLR kontrollierten Gebiet in der Region Masisi Tausende Kinder
gegen Masern geimpft, unterstützt vom kongolesischen
Gesundheitsministerium. Die kongolesische Armee hat die sieben Orte
während der Impfkampagne angegriffen, so dass die Bevölkerung und die
Mitarbeiter der Hilfsorganisation um ihr Leben rennen mussten. Die
Angriffe fanden trotz Sicherheitsabsprachen mit allen beteiligten
Parteien statt. Ärzte ohne Grenzen hat die Militäroffensive sofort
verurteilt. Die Impfkampagne konnte in anderen Gebieten fortgesetzt
werden. Es wurden insgesamt 165.000 Kinder geimpft.
Trotz der wachsenden Unsicherheit im Osten der D.R. Kongo hat Ärzte
ohne Grenzen weiterhin Hunderttausende Menschen medizinisch versorgt.
Die Organisation macht mobile Kliniken und Impfkampagnen, behandelt
Patienten ambulant und stationär, hat Cholerabehandlungszentren und
Kliniken für Opfer sexueller Gewalt und verteilt Hilfsgüter. Ärzte
ohne Grenzen ist die einzige Hilfsorganisation, die in Nordkivu
chirurgisch arbeitet. Gleichzeitig waren die Menschen in den
Regionen Haut-Uélé und Bas-Uélé im Norden der D.R. Kongo in einem
dramatischen Gewaltkreislauf gefangen, der auf Angriffen der
ugandische Rebellengruppe Lords Resistance Army (LRA) sowie die der
ugandischen und kongolesischen Armeen gegen die LRA basiert, außerdem
nimmt das Banditentum zu. Hunderttausende Menschen mussten im
vergangenen Jahr fliehen. Ärzte ohne Grenzen ist eine der wenigen
Hilfsorganisationen vor Ort, die Tausende Vertriebene unterstützt und
ruft andere Hilfsorganisationen dazu auf, in den von der Gewalt am
stärksten betroffenen ländlichen Regionen mehr Präsenz zu zeigen.
Jemen: Bevölkerung in gewalttätigem Krieg gefangen
Fünf ungelöste Kriege in Jemens nördlichem Regierungsbezirk Saada führten
2009 zum sechsten und bislang intensivsten Konflikt. Die humanitären
Folgen waren beispiellos: Zivilisten und nicht-militärische Ziele wie
Krankenhäuser wurden durch die Kämpfe schwer getroffen, Hunderttausende
Menschen vertrieben, und die humanitäre Hilfe kam praktisch zum Erliegen.
Anhänger der Al-Houthi-Bewegung haben seit 2004 mehrere Kriege im
Regierungsbezirk Saada gegen die Regierung geführt. Sie behaupten, dass
sie sozial, wirtschaftlich, politisch und religiös marginalisiert werden.
Die Gewalt eskalierte im August 2009, als die jemenitische Armee
Luftangriffe flog und mit Geschützen gegen die Al-Houthi-Rebellen
vorging. Die Kämpfe brachen in 13 der 15 Distrikte des Regierungsbezirks
aus. Im November griffen erstmalig saudische Truppen in den Konflikt ein,
indem sie Luftangriffe gegen die Stellungen der Rebellen auf
jemenitischer Seite flogen. Die Teams von Ärzte ohne Grenzen arbeiteten
im Krankenhaus der Stadt Razeh, das selbst zur Zielscheibe der Gewalt
wurde. In der Stadt Al-Talh führte Ärzte ohne Grenzen im August und
September 195 chirurgische Eingriffe durch. Schließlich zwang die Gewalt
Ärzte ohne Grenzen, die Arbeit im städtischen Krankenhaus einzustellen.
Raketen trafen Mitte Oktober auch das Krankenhaus in Razeh, was ebenfalls
zur Aussetzung der Aktivitäten von Ärzte ohne Grenzen und zur Evakuierung
des Personals führte. Es war die letzte funktionierende medizinische
Einrichtung außerhalb der Stadt Saada. Durch den Rückzug von Ärzte ohne
Grenzen verlor der größte Teil der Bevölkerung jeglichen Zugang zur
Gesundheitsversorgung. Eine weitere Folge der Gewalt war, dass Tausende
Zivilisten innerhalb von Saada gen Norden flohen, sowie Zehntausende in
die benachbarten Regierungsbezirke Hajja, Amran und Al-Jawf, in denen es
keine oder kaum medizinische Hilfe gibt. In Mandabah, im Distrikt Baquim
an der Grenze zu Saudi-Arabien, leistete Ärzte ohne Grenzen seit Mitte
August 2009 medizinische Hilfe für die Vertriebenen und stellte
Trinkwasser zur Verfügung. Mitte November konnten die Mitarbeiter in der
Stadt ein Krankenhaus einrichten.
An den Stränden im Südjemen spielte sich 2009 eine andere humanitäre
Krise ab. Seit Anfang des Jahres kamen mehr als 50.000 somalische
Flüchtlinge und äthiopische Migranten über den Golf von Aden. Im
Vergleich zu 2008 nahm die Zahl der Flüchtlinge und Migranten um 50
Prozent zu. Bis zum Jahresende waren wenigstens 266 Menschen bei der
Überfahrt ertrunken, 153 wurden auf offener See vermisst. Ärzte ohne
Grenzen versorgte dieses Jahr im südlichen Jemen mehr als 5.600
Flüchtlinge.
Sri Lanka: Tausende Verletzte am Ende eines jahrzehntelangen
Krieges
Anfang des Jahres wüteten im Nordosten Sri Lankas heftige Kämpfe
zwischen dem sri-lankischen Militär und den tamilischen Rebellen
(LTTE). Zehntausende Menschen waren monatelang ohne Hilfe und mit nur
begrenzter medizinischer Versorgung in der Kriegszone gefangen.
Humanitäre Hilfsorganisationen, darunter Ärzte ohne Grenzen, mussten
wenige Monate vor Ende des jahrzehntelangen Bürgerkrieges auf
Ersuchen der Regierung die von den Kämpfen am stärksten betroffenen
Gebiete verlassen. Nur das Internationale Komitee vom Roten Kreuz
(IKRK) konnte weiterhin eine medizinische Grundversorgung
bereitstellen und einige Verwundete in die Krankenhäuser des
Gesundheitsministeriums überweisen. Ein chirurgisches Team von Ärzte
ohne Grenzen arbeitet seit Februar 2009 in einem der Krankenhäuser in
der Nähe der Stadt Vavuniya. Im April konnten Tausende Menschen aus
dem Kriegsgebiet fliehen. Am 21. April wurden innerhalb von nur 36
Stunden mehr als 400 Patienten mit lebensgefährlichen Verletzungen im
Krankenhaus in Vavuniya versorgt. Insgesamt wurden von Februar bis
Ende Juni in dem Krankenhaus nahezu 4.000 Kriegsverletzte operiert.
Die anderen Krankenhäuser in dieser Region mussten mindestens die
doppelte oder dreifache Anzahl Patienten aufnehmen als Betten zur
Verfügung standen. Ärzte ohne Grenzen hat im Mai, kurz nach Ende der
letzten Angriffe durch die Armee, gegenüber dem Lager Manik Farm ein
Krankenhaus für Notfälle eröffnet. Mitarbeiter haben darüber hinaus
die operative und postoperative Versorgung im Distriktkrankenhaus in
Vavuniya sowie in dem Ort Pampaimadhu unterstützt.
Etwa 280.000 Vertriebene lebten in den staatlich überwachten Lagern,
von denen Manik Farm das größte Lager ist. Das Gesundheitsministerium
hatte dafür gesorgt, dass sich die medizinische Versorgung in den
Lagern langsam verbessert hat. Patienten, die stationär behandelt
werden mussten, wurden in die Krankenhäuser außerhalb der Lager
überwiesen, auch in die Einrichtung von Ärzte ohne Grenzen.
Ab August wurden die Menschen schrittweise aus den Lagern entlassen.
Es leben aber noch immer viele Vertriebene bei Gastfamilien in
Vavuniya und Zehntausende halten sich in Übergangslagern auf, die
seit dem 1. Dezember eingerichtet wurden. Ärzte ohne Grenzen arbeitet
mit den Gesundheitsbehörden zusammen und leistet in Vavuniya und in
den Umsiedlungsgebieten physische Rehabilitation, zu der auch
rekonstruktive Chirurgie gehört, sowie psychologische Betreuung. Die
Familien kehren in die Region Vanni zurück. Ärzte ohne Grenzen hat
aufgrund früherer Projekte in dieser Region Erfahrung gesammelt und
ist bereit, das Gesundheitssystem während des Wiederaufbaus zu
unterstützen.
Somalia: Bevölkerung leidet weiterhin unter Gewalt und
eingeschränktem Zugang zur Gesundheitsversorgung
Im Jahr 2009, in dem mehrere Dürrekatastrophen Teile des Landes
heimsuchten, war Somalias Bevölkerung weiterhin Opfer willkürlicher
Gewalt. Millionen Menschen brauchten dringend medizinische Versorgung,
doch die ungeheure Kluft zwischen der Not und den Möglichkeiten für
humanitäre Arbeit klafft immer weiter auseinander. Internationale und
somalische Hilfskräfte wurden weiterhin verschleppt und ermordet. Die
Bemühungen humanitärer Organisationen wurden so vereitelt, und das
öffentliche Gesundheitssystem steht weiterhin am Rand des völligen
Zusammenbruchs. Dies geschah trotz des politischen Impulses, der zu
Beginn dieses Jahres von der Wahl des neuen Präsidenten Sheikh Sharif
Sheikh Ahmed ausging. In der somalischen Hauptstadt Mogadischu flammten
die Kämpfe zwischen den von der Afrikanischen Union (AU) sowie den
Vereinten Nationen (UN) unterstützten Truppen der Übergangsregierung und
Oppositionsgruppen wieder auf. Man weiß noch nicht, wie viele
Menschenleben dieser Konflikt kostete, aber Menschenrechtsgruppen und UNOrganisationen
schätzten, dass es seit dem Jahr 2007 zwischen 20.000 und
25.000 Tote gab, zudem zahllose Verletzte und mehr als 1,5 Millionen
Vertriebene.
Ärzte ohne Grenzen hat im vergangenen Jahr im Krankenhaus in dem Ort
Daynile nahe der Hauptsdadt Mogadischu mehr als 2.400 Kriegsverletzte
chirurgisch behandelt. Der Gewaltausbruch beschränkte sich aber
nicht auf die Hauptstadt. Ein anderes chirurgisches Team von Ärzte
ohne Grenzen behandelte in der im Norden gelegenen Stadt Galkayo im
Laufe des Jahres mehr als 320 Opfer von Gewalttraumata. Anfang 2009
führte das Wiederaufflammen der Kämpfe in den zentralsomalischen
Städten Guri El und Dhusa Mareb zur Flucht Tausender Zivilisten.
Ärzte ohne Grenzen lieferte Wasser und leistete für die Vertriebenen
medizinische Betreuung. Die Folgen der Gewalt übersteigen die
Möglichkeiten der chirurgischen Teams. Ab April wurde die Hilfe
zusätzlich erschwert, als infolge der Entführung zweier Mitarbeiter
von Ärzte ohne Grenzen in Huddur in der Region Bakool das größte
Gesundheitszentrum der Organisation in Süd- und Zentralsomalia und
vier weitere Gesundheitsstationen geschlossen werden mussten. Im Juni
starb ein nationaler Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen bei einer
Explosion in Belet Weyne in der Region Hiraan, die weitere 30
Menschenleben forderte. Im Juli zwang die zunehmende Unsicherheit
Ärzte ohne Grenzen erstmals in 17 Jahren, den Betrieb in dem
pädiatrischem Krankenhaus und drei weiteren Kliniken im Norden
Mogadischus einzustellen.
Viele Ärzte und Krankenschwestern sind vor der Gewalt geflohen, so
dass es nicht ausreichend medizinisches Personal gibt. Der Mangel an
kostenloser medizinischer Versorgung verschärft noch die Probleme,
mit denen die Menschen infolge chronischer Armut und den lang
anhaltenden Dürreperioden dieses Jahres konfrontiert sind. Laut
Weltgesundheitsorganisation (WHO) beträgt die Wahrscheinlichkeit
1:10, dass Frauen während einer Schwangerschaft oder einer Geburt
sterben. Eines von fünf Kindern unter fünf Jahren leidet unter akuter
Mangelernährung. Diese Statistiken bestätigen sich in den
Mangelernährungszentren und Tageskliniken, die von den 1.500
somalischen Mitarbeitern von Ärzte ohne Grenzen betrieben werden,
unterstützt von einem internationalen Team in Nairobi.
Finanzmittel für Aids-Behandlung stagnieren trotz des Bedarfs von
Millionen Erkrankten
Im Jahr 2005 versprachen die Staats- und Regierungschefs auf dem G8Gipfel
in Schottland bis zum Jahr 2010 die Behandlung aller AidsPatienten
zu ermöglichen. Diese Zusage ermutigte damals viele
afrikanische Regierungen, ehrgeizige Behandlungsprogramme zu starten. Sie
trugen dazu bei, dass die Therapie auf mehr als vier Millionen Menschen
in Entwicklungsländern erweitert wurde. Heute jedoch ziehen dieselben
Chefs der G8-Länder ihr Versprechen zurück und überlassen den
afrikanischen Regierungen und Millionen HIV/Aids-Patienten einen
Fehlbetrag, der die Gesundheit vieler Menschen gefährdet. Die Krise ist
keinesfalls beendet. In den Entwicklungsländern benötigen etwa zehn
Millionen Menschen mit HIV/Aids dringend die lebensverlängernde
antiretrovirale Therapie. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge
ist HIV/Aids weltweit die Haupttodesursache bei Frauen im gebärfähigen
Alter. 80 Prozent aller Todesfälle in Botswana und zwei Drittel aller
Todesfälle in Lesotho, Swasiland und Simbabwe basieren auf Aids. Ärzte
ohne Grenzen und andere Organisationen beobachten verstörende erste
Anzeichen dafür, dass sich die internationale Gemeinschaft von der
Ausweitung der Aids-Behandlung zurückzieht. In einigen afrikanischen
Ländern werden Menschen bereits von den Kliniken abgewiesen. Patienten,
die schon antiretrovirale Medikamente nehmen, werden gezwungen, ihre
Therapie abzubrechen, weil sie sich die Kosten nicht länger leisten
können. Allein in Kapstadt in Südafrika, starben 3.000 Menschen mit HIV/
Aids, weil Finanzierungsprobleme zu einem Moratorium in der Behandlung
führten. Der Rückgang der Finanzmittel kommt zu einer Zeit, in der die
Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in den Projekten eine Erhöhung der
Finanzierung für dringend geboten halten. Ein wichtiger Grund ist, dass
die Patienten zunehmend Resistenzen und Unverträglichkeiten gegen ihre
Medikamente entwickeln und daher die neueren und teureren Medikamente der
sogenannten zweiten Behandlungslinie eingesetzt werden müssen. Ärzte ohne
Grenzen versorgt etwa 140.000 Patienten in 30 Ländern mit antiretrovialen
Medikamenten. Die Organisation fordert die Regierungen auf, ihr
Versprechen zu halten, allen Erkrankten die lebensverlängernde AidsBehandlung
zu ermöglichen und den Kampf gegen Aids entsprechend zu
finanzieren - auch durch den Globalen Fond zur Bekämpfung von Aids, TB
und Malaria. Zusätzliche Mittel sind nötig, um mehrere
Gesundheitsprioritäten gleichzeitig anzugehen.
Unzureichende Finanzierung gefährdet erfolgreiche Behandlung von
Mangelernährung bei Kindern
Etwa dreieinhalb bis fünf Millionen Kinder sterben jedes Jahr an
Krankheiten, die durch Mangelernähung verursacht werden: ein Kind
alle sechs Sekunden. Mangelernährung kann bei Kindern mit der
richtigen Mischung von Nährstoffen leicht verhindert und mit heute
verfügbaren therapeutischen Nahrungsmitteln wirksam behandelt werden.
Daher stellt sich die Frage, warum noch immer 55 Millionen Kinder
mangelernährt sind. Die internationale Hilfe belief sich jährlich
auf 350 Millionen Dollar. Nach Berechnungen der Weltbank werden
jedoch jährlich rund 11,8 Milliarden Dollar benötigt, um
Mangelernährung in den 36 besonders betroffenen Ländern angemessen zu
bekämpfen. Ärzte ohne Grenzen hat von 2005 bis 2007 allein 40,3
Millionen Dollar jährlich für Ernährungsprogramme ausgegeben -
weitaus mehr als eine Reihe von Geberländern. Die Organisation
fordert daher zusätzliche 700 Millionen Dollar, entsprechend der
Weltbank-Studie, um den Ländern zu helfen, in denen es am meisten
mangelernährte Kinder unter fünf Jahren gibt. Gleichzeitig werden
zurzeit Milliarden Dollar für langfristige Nahrungsmittelhilfe- und
-sicherheit sowie für akute Nahrungsmittelhilfe ausgegeben. Ärzte
ohne Grenzen stellte aber fest, dass weniger als zwei Prozent dieser
Hilfe für Nahrung verwendet wird, die auch jene Nährstoffe enthält,
die Mangelernährung bei Kindern vorbeugt. Im Jahr 2008 behandelte
Ärzte ohne Grenzen mehr als 300.000 mangelernährte Kinder in 22
Ländern mit hauptsächlich nährstoffreicher Fertignahrung. Sie ist
zwar teurer als die üblicherweise ausgegebenen Nahrungsmittel, doch
dafür eignet sie sich, schwerer Mangelernährung vorzubeugen und sie
zu behandeln. Die finanziellen Mittel müssen für Programme umgehend
erhöht werden, um die angemessene Nahrung für Millionen Kinder zur
Verfügung zu stellen, die dringend Hilfe benötigen.
Vernachlässigte Krankheiten: Mangel an Forschung und teure
Behandlungen belasten Patienten
Mehr als 400 Millionen Menschen sind durch vernachlässigte tropische
Krankheiten gefährdet: beispielsweise viszerale Leishmaniose
(Kala-Azar), Schlafkrankheit und Chagas-Krankheit. Die Krankheiten
wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besonders
beunruhigend eingestuft, da es, wenn überhaupt, nur überholte oder
ineffiziente Behandlungs- und Diagnosemethoden gibt. Die Ausgaben für
Forschung und Entwicklung für die Krankheiten beliefen sich laut
einer aus dem Jahr 2008 stammenden Studie auf nicht mehr als 81,4
Millionen Dollar. Neue Finanzierungssysteme sind dringend
erforderlich, um sicherzustellen, dass sich die Forschung und
Entwicklung an den Gesundheitsbedürfnissen orientiert und nicht nur
an profitablen Märkten.
Etwa 500.000 neue Kala-Azar-Fälle werden Jahr für Jahr beobachtet.
Liposomal Amphotericin B (AmBisome) gewährleistet eine hocheffiziente
Behandlung, wird aber aufgrund der hohen Kosten und aufwändigen
Logistik nicht auf breiterer Basis eingesetzt. Für die meisten
Patienten besteht die einzige andere Möglichkeit in einer 28-tägigen
Behandlung mit extrem schmerzhaften intramuskulären Injektionen von
Sodium-Stiiboglukonat (SSG), einem Medikament, das in den 1930er
Jahren entwickelt wurde. Die Schlafkrankheit (Afrikanische
Trypanosomiasis), eine schwere parasitäre Infektion, tritt endemisch
auf und kommt in Afrika südlich der Sahara vor. Derzeit führt Ärzte
ohne Grenzen in zwei Ländern Programme durch: in der Demokratischen
Republik Kongo und in der Zentralafrikanischen Republik. Kürzlich
testete Ärzte ohne Grenzen gemeinsam mit der Forschungsinitiative
DNDi erfolgreich eine neue
Nifurtimox-Eflornithin-Kombinationstherapie, die einfacher und kürzer
anzuwenden ist als die herkömmlichen Behandlungsmethoden. Sie ist
bedeutend sicherer als die derzeitige Standardbehandlung mit
Melarsoprol, einer Arsenverbindung, an der bis zu zehn Prozent der
Patienten sterben. Die Nifurtimox-Eflornithin-Kombinationstherapie
wurde von einigen Ländern übernommen, aber die Bemühungen zugunsten
eines weiter verbreiteten Einsatzes müssen fortgesetzt werden. Die
Krankheit Chagas (Amerikanische Trypanosomiasis) tritt in Teilen
Lateinamerikas endemisch auf. Weltweit gibt es bis zu 15 Millionen
Fälle. Geschätzte 30 Prozent der Chagas-Patienten entwickeln
Komplikationen im Herz-Kreislauf-Bereich und im Verdauungssystem, die
tödlich sein können. Für die Chagas-Krankheit gibt es nur wenige
Diagnose- und Behandlungsprogramme. Ärzte ohne Grenzen hat derzeit
drei Projekte in Bolivien und in Kolumbien. Medizinische Maßnahmen,
die zur Bekämpfung der Chagas-Krankheit erforderlich sind, sind
aktive Diagnosetests, die Behandlung mit den derzeit erhältlichen
Medikamenten Benznidazol und Nifurtimox, sowie Forschung und
Entwicklung für neue Diagnosemethoden und neue Medikamente.
Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
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- Interviewpartner & Informationen: Claudia Evers, 030/700 130 230,
claudia.evers ät berlin.msf.org; Christiane Winje, 030/700 130 240,
christiane.winje ät berlin.msf.org; www.aerzte-ohne-grenzen.de
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