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Neue OZ: Kommentar zu Google / China
Osnabrück (ots) - Harter Machtkampf
Google pokert hoch. Der US-Internetkonzern droht mit dem Rückzug
aus China, wenn das autoritäre Regime nicht Zensur und Hackerangriffe
unterlässt. Dass Menschenrechtler jubeln, ist verständlich. Google
musste sich seit dem chinesischen Markteintritt vor vier Jahren zu
Recht den Vorwurf gefallen lassen, das Prinzip der Meinungsfreiheit
der Aussicht auf Profit unterzuordnen.
Ebenso nachvollziehbar sind jedoch auch die Kursverluste der
Google-Aktie an den Börsen, obgleich der Konzern derzeit seine Erlöse
überwiegend außerhalb Chinas erzielt. Doch das Reich der Mitte hat
bereits 340 Millionen Internetnutzer, also mehr, als die USA
Einwohner zählen. Vor 30 Jahren Agrarland, löst die neue Weltmacht
nun wohl auch Deutschland als Exportweltmeister ab. Kurz: Google
könnte durch den Konflikt weitere Anteile auf dem wichtigen
Wachstumsmarkt an die chinesische Konkurrenz verlieren.
Dass allein das Ausspionieren von E-Mail-Postfächern chinesischer
Oppositioneller den Sinneswandel bei dem Konzern herbeigeführt hat,
darf bezweifelt werden. Ausschlaggebend sind wohl die Versuche
chinesischer Stellen, Google wichtige Quellcodes zu stehlen. Es geht
also nicht nur um Meinungsfreiheit, sondern auch um den Schutz
geistigen Eigentums und Spionage. Ohne Rückendeckung der US-Regierung
wird Google den Konflikt aber verlieren - und selbst mit wird der
Machtkampf äußerst hart.
Originaltext: Neue Osnabrücker Zeitung
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