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Unser Platz ist an der Seite des iranischen Volkes!
Erklärung des Büros der IV. Internationale
Seit dem 13. Juni bringen Millionen Iranerinnen und Iraner, nach der
manipulierten Präsidentschaftswahl, mit Rufen wie "Nieder mit der Diktatur"
ihre Wut zum Ausdruck. Ihre Mobilisierung verstärkt die Krise des Regimes.
Eine grausame Repression hat bereits Hunderte Tote und Verletzte gefordert.
Unser Platz ist an der Seite des iranischen Volkes!
Mit der Ankündigung der Wiederwahl Ahmadinejads hat sich der verdeckte Krieg
zwischen verschiedenen Fraktionen der Machthaber in einen offenen Krieg
verwandelt. Vier Kandidaten waren zur Wahl zugelassen: vier Würdenträger des
Regimes, die die Verantwortung für die blutige Bilanz von dreißig Jahren
Islamischer Republik teilen. Aber noch vor der ersten Runde bestimmten der
Oberste Führer [Ayatollah Khamenei] und der Klan an der Macht den Sieger. In
einem Kontext starker Spannungen zwischen den Fraktionen, von Krise und
sozialer Instabilität schien es undenkbar, dass die Bevölkerung dem
Staatsoberhaupt dem Staatsoberhaupt eine Abfuhr erteilt. Aufgrund der
gewaltigen wirtschaftlichen und finanziellen Interessen in den Händen der
Pasdaran und ihres Wunsches, die Kontrolle über die vom Klan des früheren
Präsidenten Rafsanjani kontrollierten bedeutenden Wirtschaftssektoren zu
übernehmen, kam es für Ahmadinejad und seine Kumpane ebenso wenig in Frage,
die Macht und ihre Privilegien aufzugeben. In diesem Kampf um die Kontrolle
der Einnahmen aus dem Erdöl, des Reichtums des Landes und seiner Macht
führten Khamenei und Ahmadinejad einen regelrechten Staatsstreich durch, um
ihre Rivalen zu verdrängen.
FÜR DEMOKRATISCHE FREIHEITEN UND DIE RECHTE DER ARBEITENDEN BEVÖLKERUNG
Angesichts wachsender ökonomischer Schwierigkeiten und Erwerbslosigkeit,
wobei die galoppierende Inflation, die Korruption und die Vetternwirtschaft
zunehmend untragbar wurden, ist die Entschlossenheit der Bevölkerung, die
erstickende Last des Regimes der Mullahs abzuschütteln und der Repression
gegen die Jugend und die Frauen, die für ihre Rechte kämpfen, ein Ende zu
bereiten, zunehmend mit den spezifischen Forderungen der Lohnabhängigen
verknüpft. Die tapfere Mobilisierung des iranischen Volkes verschärft die
Spaltungen innerhalb des Regimes und schwächt es.
Das Regime antwortet auf die legitimen Bestrebungen der Bevölkerung mit
blutiger Repression, massiven Verhaftungen, Verboten gegen JournalistInnen
und dem Kappen der Telefonnetze und des Internets. Die Islamische Republik
verhängt einen echten Ausnahmezustand. In Teheran nahmen die Basiji, Truppen
zur Aufstandsbekämpfung, und die Pasdaran-Brigaden Besitz von der Stadt, um
den Protest abzuwürgen -- vergeblich. Die Ablehnung der Macht sitzt tief,
und die Protestbewegung äußert sich in verschiedenen Formen. Die Repression
wird den Zorn und die Entschlossenheit des iranischen Volkes nicht zum
Schweigen bringen!
EINE NEUE PHASE DES KAMPFES
Im Iran beginnt eine neue Phase des Kampfes. Unsere ganze Unterstützung gilt
den Frauen, den ArbeiterInnen und der Jugend -- allen Demonstranten, die die
Islamische Republik herausfordern und dabei nicht zögern, ihr Leben zu
riskieren. In mehreren Unternehmen sind spontane Streiks ausgebrochen,
besonders in Teheran, und Aufrufe zum Streik werden zahlreicher. Die
entscheidende Frage des Generalstreiks wird gestellt -- nicht von Mousavi,
der auf der Welle des Konflikts zu reiten versucht, sondern von den
iranischen ArbeiterInnen selbst. Der Eintritt der Arbeiterklasse in diese
Bewegung kann ihr die Festigkeit und Kraft verleihen, die nötig ist, um die
Islamische Republik zu stürzen und eine neue demokratische und soziale
Republik zu errichten, die imperialistischen und zionistischen Angriffen
standhalten kann. Der Kampf für wirkliche demokratische Rechte, das Recht zu
streiken, das Recht auf wirkliche freie Wahlen, auf freie Gewerkschaften und
politische Parteien sowie der Kampf für soziale Gerechtigkeit und für
Gleichheit zwischen Frauen und Männern muss auf internationaler Solidarität
gegründet sein. Ihr Kampf ist auch unser Kampf!
28. Juni 2009
Aus dem Englischen übersetzt von Hans-Günter Mull
Original (International
Viewpoint)[http://inprekorr.de/http://www.internationalviewpoint.org/spip.ph
p?article1683]
Aus: Inprekorr (Online-Ausgabe) Nr. 452/453 (Internat.Pressekorrp.)
Nachdruck gegen Quellenangabe und Belegexemplar erwünscht
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