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Aus CONTRASTE Nr. 296 (Mai 2009, Seite 12)
PREISVERLEIHUNG
Mehr als nur Mitgliederförderung – Elf Wohnungsgenossenschaften
ausgezeichnet
Der GdW und BMVBS haben erstmals den »Genossenschaftspreis Wohnen« in
Berlin verliehen. Dazu ist nun die Broschüre zu den ausgezeichneten
Genossenschaften erschienen. Diese zeigen auf beeindruckende Art, welche
Antworten sie auf die Herausforderungen des gesellschaftlichen und
demographischen Wandels geben und welche Leistungen sie erbringen – nicht
nur für ihre Mitglieder, sondern auch als Partner der Kommunen bei der
Wahrung des sozialen Zusammenhalts in den Wohnquartieren sowie bei der
Stadtentwicklung und dem Stadtumbau.
Burghard Flieger, Red. Genossenschaften # Wohnungsgenossenschaften leisten
einen wichtigen Beitrag zur Stadt- und Quartiersentwicklung. Mit über 2,2
Millionen Genossenschaftswohnungen – immerhin rund zehn Prozent des
Mietwohnungsmarktes – bieten sie mehr als fünf Millionen Menschen Wohnraum.
Sie gewährleisten für ihre Mitglieder lebenslanges und sicheres Wohnen. Vor
dem Hintergrund der Empfehlungen der Expertenkommission zu den Potenzialen
und Perspektiven der Wohnungsgenossenschaften aus dem Jahr 2004 und den
Ergebnissen der daran angeschlossenen ExWoSt-Forschungsmodelle haben das
BMVBS und der GdW gemeinsam erstmals den Wettbewerb »Genossenschaftspreis
Wohnen« ausgelobt. Unter dem Motto: »Wohnungsgenossenschaften – gemeinsam,
modern und nachhaltig« wurden die 93 eingereichten Projekte von der Jury
anhand verschiedener Themenfelder bewertet. Elf Beiträge aus ganz
Deutschland sind mit einem Preis ausgezeichnet worden.
Komplexe Gesamtstrategien
Der Wohnbau Westmünsterland eG aus Borken ist es im Rahmen ihrer
Gesamtstrategie gelungen, neben Fusionen u. a. kleinere kommunale Bestände
einem genossenschaftlichen Dach zuzuführen. Diese Wohnungsbestände werden
nicht nur schrittweise modernisiert, sondern damit auch weiter
professionell zum Wohle der Mitglieder bewirtschaftet. Die Berliner Bauund
Wohnungsgenossenschaft von 1892 eG erhielt den Preis für ihre flexible
und durch das »Baukastensystem« ständig entwicklungsfähige unternehmerische
Gesamtkonzeption. Diese reicht von der baulichen Weiterentwicklung der
Bestände über vielfältige Service- und Dienstleistungsangebote für alle
Mitglieder bis hin zu attraktiven Renten- und Sparmodellen.
Im Bereich der nach 2000 neu gegründeten Genossenschaften wurde die
Wohnungsbaugenossenschaft Am Ostseeplatz eG als Preisträger ausgewählt. Sie
widmet sich bestimmten Zielgruppen auf dem Wohnungsmarkt und hat bei der
Übernahme auch kommunaler Wohnungsbestände in Berlin-Kreuzberg die
Integration der türkischstämmigen Mieter durch Zweisprachigkeit sowie
kulturelle Kompetenzen von Mitarbeitern gesichert.
Weiterentwicklung der Angebote
Im Themenfeld »Weiterentwicklung des Wohnungsangebots« erhielt die
Braunschweiger Baugenossenschaft eG einen Preis. Ihre Unternehmensstrategie
beinhaltet einen umfassenden generationenübergreifenden Handlungsansatz, in
dem besondere Serviceleistungen und eine begegnungsorientierte
Öffentlichkeitsarbeit
verankert sind. Das neue Seniorenzentrum mit seinem vielfältigen
Wohnungsangebot
und einer für den ganzen Stadtteil geöffneten Kantine ist dabei zu einem
Kristallisationspunkt für das Stadtteilleben geworden. Die Eisenbahner
Wohnungsbaugenossenschaft Dresden eG hat es erreicht, durch intensive
Mitgliederbeteiligung in dem schwierigen Umfeld des Quartieres »Stadtblick«
ihren Bestand erfolgreich zu reduzieren und gleichzeitig die weiter
benötigten Bestände zu modernisieren. Die entstandene Beteiligungskultur
konnte anschließend für die Mitwirkung der Bewohner an der Gestaltung des
neuen »Stadtblickparks« genutzt werden.
Im Bereich »Service und Dienstleistungsangebote« wurde die Wohnungsbau und
Siedlungswerk Werkvolk Amberg eG ausgezeichnet. Die Genossenschaft bietet
ihren Mitgliedern eine umfassende Dienstleistungspalette. Vom
genossenschaftseigenen
Kindergarten über den Jugendtreff bis zur Seniorenbetreuung reichen die
Angebote, die auch mit dem Solidaritätscent, den alle Mitglieder pro
Quadratmeter und Monat bezahlen, finanziert werden. Der Preisträger
Bauverein zu Lünen eG legt in seinem Beitrag den Schwerpunkt auf das
lebenslange Wohnen in der Genossenschaft. Durch Modernisierung ist in einem
von vielen älteren Mitgliedern bewohnten Quartier alters- und
behindertengerechter Wohnraum zur Verfügung gestellt worden. Mit dem Neubau
der Residenz Osterfeld, die die Genossenschaft mit einem privaten
Unternehmen gemeinsam betreibt, werden darüber hinaus spezielle
altersgerechte Wohnungen und zahlreiche Pflegeplätze angeboten.
Partner der Kommunen
Im Themenfeld »Genossenschaften als starke Partner der Kommunen« wurden
zwei weitere Unternehmen ausgezeichnet. In Hamburg stärkt die
Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG im Osterbrookviertel neben
baulichen Maßnahmen vor allem durch den Aufbau der Gemeinschaftseinrichtung
»Elbschloss an der Bille«, in Kooperation mit Schulen, Kirchen, sozialen
Trägern und Stiftungen, den sozialen Zusammenhalt im Quartier und ist damit
Impulsgeber für die Stadterneuerung. Die Schweriner
Wohnungsbaugenossenschaft eG hat insbesondere bei der Entwicklung des
Plattenbaugebiets Neu-Zippendorf mit einem modellhaften Rückbau- und
Aufwertungskonzept den Stadtumbau in enger Zusammenarbeit mit der Kommune
maßgeblich vorangebracht. Im Rahmen dieser Handlungsstrategien wurde auch
ein Nachbarschaftszentrum geschaffen, mit dem auch in der sozialen
Quartiersentwicklung neue Maßstäbe gesetzt wurden.
Die Broschüre zum Wettbewerb mit den Preisträgern kann im Internet unter:
www.gdw.de heruntergeladen werden.
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