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Aus CONTRASTE Nr. 296 (Mai 2009, Seite 4)
JAHR DER NATURFASER
Spinnen und Weben
Durch verschiedene Aktionen und Ereignisse hat Longo maï in den
vergangenen Jahren die Öffentlichkeit auf die Probleme um die Nutzung der
Schafwolle aufmerksam gemacht. In den Jurakantonen gründeten wir zusammen
mit Handwerkern, Schafzüchtern und der Bauerngewerkschaft »Uniterre« den
regionalen Verein »Laines d’ici«. Er setzt sich für eine sinnvolle Nutzung
dieser erneuerbaren Ressource ein.
Raymond, Longo maï # Die hiesige Schafwolle ist vielen Menschen nicht mehr
vertraut. Deshalb legt der Verein einen besonderen Wert auf die Ausbildung
von Kindern und Erwachsenen. Zahlreiche Handarbeitskurse fanden zuerst im
Wollzentrum in Undervelier statt, wo unser Hof Le Montois liegt. Im Juni
2008 wurde dann das Wollzentrum nach Cernier auf das Gelände von Evologia –
einer ehemaligen Landwirtschaftsschule (www.evologia.ch) – verlegt. Der
Verein »Laines
d’ici« hat auch einen Ausbildungskoffer für Schulen entwickelt, der jetzt
in den Kantonen Neuenburg, Jura und Bern den Lehrern zur Verfügung steht.
Das Jahr 2009 wurde von der Vollversammlung der Vereinten Nationen zum
»Internationalen Jahr der Naturfasern« erklärt: »Es soll die Konsumenten
auf die sozialen und wirtschaftlichen Dimensionen der Naturfasern
aufmerksam machen und gleichzeitig die Nachfrage auf Produkte, die aus
Naturfasern hergestellt werden, verstärken...«
Die Schafwolle ist nur eine von vielen Naturfasern, die in Textilien
verwendet werden. Dazu gehören ebenfalls Baumwolle, Jute, Sisal, Seide,
Kokosfasern usw. Durch die Konkurrenz der synthetischen Fasern, die vor
allem aus Erdöl produziert werden, ist seit dem Zweiten Weltkrieg die
Verwendung von Schafwolle stark zurückgegangen. Zudem wurde ein Großteil
der Wollindustrie in außereuropäische Länder verlegt. Damit sind die
Verarbeitungsmöglichkeiten der einheimischen Schafwolle vor Ort enorm
gesunken. Billige Importe, vor allem aus China, tragen zum weiteren Verfall
der europäischen Wollindustrie bei. Dabei geht auch das über viele
Generationen hinweg erworbene Fachwissen verloren. Die Schafwolle ist schon
seit langem ein »globalisiertes« Weltmarktprodukt und die Wollpreise
entsprechen denjenigen des Weltmarktes. So erhalten die Schafzüchter nur
noch den Weltmarktpreis, der sehr tief ist, wenn keine lokalen
Verarbeitungsmöglichkeiten bestehen oder neu geschaffen werden.
Der Verein »Laines d’ici« möchte dem »Internationalen Jahr der
Naturfasern« möglichst viel Raum geben. Unter dem Titel »Laines d’ici et
d’ailleurs« organisiert der Verein zusammen mit dem Verein ATELIER-Laines
d’Europe2, der seinen Sitz in unserer Spinnerei in Chantemerle in
Frankreich hat, vom 15.-17. Mai in Cernier ein europäisches Treffen, an dem
Personen, Vereine und Kooperativen eingeladen werden, die ihre regionale
Wolle verarbeiten. Infos unter www.lainesdici.ch.
aus: »Nachrichten aus Longo mai«, Nr 100
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berichtet: über Arbeiten ohne ChefIn für ein selbstbestimmtes Leben,
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