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2010 - Jahr der Anti-AKW-Bewegung

.ausgestrahlt-Newsletter
11. Januar 2010
es schreiben: Matthias Weyland und Jochen Stay

Lesen, Handeln und Weiterschicken!

Liebe Freundinnen und Freunde,

Das Jahr 2010 wird atompolitisch hochspannend. Nachdem sich FDP und Union davor gedrückt haben, im Koalitionsvertrag festzulegen, wie es mit der Atomenergie weitergeht, sollen die Entscheidungen nun wohl erst nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen fallen, die am 9. Mai stattfindet. Alleine dies zeigt schon, wie beeindruckt die Regierung von der atomkritischen Stimmung im Land ist.

In den letzten Monaten haben sich in vielen Orten neue Anti-Atom-Gruppen gegründet und überall werden Menschen aktiv. Fast an jedem Wochenende wird irgendwo in der Republik gegen Atomenergie demonstriert. Immer mehr gesellschaftliche Organisationen kritisieren die geplanten
Laufzeitverlängerungen. Gestern hat sich sogar der Verband kommunaler Stadtwerke gegen das "Weiter so" in Sachen Atomenergie positioniert.

Wir haben also trotz oder vielleicht sogar gerade wegen der schwarz-gelben Bundesregierung realistische Chancen, dass eine ganze Reihe Atomkraftwerke abgeschaltet werden. Allerdings ist dies kein Selbstläufer, sondern wird nur dann passieren, wenn der
gesellschaftliche Druck weiter zunimmt. Dazu wollen wir bei .ausgestrahlt mit unserer Arbeit beitragen. Und wir hoffen, dass Du den Protest gegen Atomenergie zu einem Schwerpunkt Deines Engagements in diesem Jahr machst und noch einige aus Deinem Umfeld ansteckst.

Es gibt keine bessere Zeit für Protest, als in einer Phase, in der konkrete Entscheidungen anstehen und in der sich diejenigen, die diese Entscheidungen zu treffen haben, nicht einig sind. Genau in dieser Situation sind wir in diesem Jahr. 2010 kann das Jahr der
Anti-AKW-Bewegung werden.

Das .ausgestrahlt-Team freut sich jedenfalls auf ein ereignis- und erfolgreiches Jahr, gemeinsam mit Dir und Deinen MitstreiterInnen. Aktuelle Infos wie immer hier unten im Newsletter.

Herzliche Grüße

Matthias Weyland und Jochen Stay
(für das ganze .ausgestrahlt-Team)


Inhalt
1. Menschenketten
2. Neue Broschüre: Atompolitik Schwarz-Gelb
3. Streit um Atomaufsicht noch nicht entschieden
4. Rückblick: StörFallMobs
5. Praktikum bei .ausgestrahlt
6. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand
1. Menschenketten

Erinnerst du Dich? Wir hatten im Newsletter nach Einschätzungen zu der Idee von großen Menschenketten am 24. April in Nord- und Süddeutschland gefragt. Darauf gab es über 200 Rückmeldungen. Der Großteil war positiv bis begeistert. Aber es gab auch Bedenken, ob so große Aktionen in kurzer Zeit zu organisieren sind. Die letzten Wochen haben wir trotz Feiertagen mit vielen kleinen und großen Organisationen Gespräche über dieses Projekt geführt, denn um so eine riesige Geschichte
durchzuführen, braucht es viele tragende Säulen. Am kommenden Samstag treffen sich in Hannover zahlreiche AkteurInnen der Anti-AKW-Bewegung, um eine Entscheidung zu treffen. Wir werden Dich danach umgehend informieren.


2. Neue Broschüre: "Atompolitik Schwarz-Gelb"

Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und FDP und die Äußerungen der vergangenen Wochen lassen so gut wie alle Atom-Fragen offen. Aber was bedeutet das für die Anti-AKW-Bewegung? Um aufzuzeigen, wo unsere Chancen liegen, haben wir eine neue Broschüre der praktischen "Hosentaschen-Format"-Reihe veröffentlicht. Das 32 Seiten starke Heft "Atompolitik Schwarz-Gelb" erklärt, was Union und FDP tatsächlich vereinbart haben - und worauf es jetzt ankommt, um das Aus für möglichst viele Atomkraftwerke zu erzwingen. Wir wünschen dieser Broschüre große Verbreitung, damit viele Menschen neue Hoffnung schöpfen und angesichts von Schwarz-Gelb nicht resignieren. Hier kannst Du sie als pdf-Dokument downloaden oder bei uns bestellen:
http://www.ausgestrahlt.de/shop/argumente-broschueren.html#c1564


3. Streit um Atomaufsicht noch nicht entschieden

Anfang Dezember wurde bekannt, dass Bundesumweltminister Röttgen mit Gerald Hennenhöfer einen Atom-Lobbyisten zum Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit ernannt hatte. In unseren Augen eine gravierende Fehlentscheidung - und so haben wir innerhalb von wenigen Tagen eine Eil-Aktion aus dem Boden gestampft: Bis heute haben über 10.000 Menschen von Röttgen gefordert, die Ernennung rückgängig zu machen. Und die Debatte geht weiter, wie ein Artikel in der heutigen Ausgabe der Frankfurter Rundschau zeigt:
http://is.gd/63PvW

Allen UnterzeichnerInnen vielen Dank! Mehr Infos, eine Presseübersicht und die Möglichkeit, noch zu unterschreiben, gibt es hier:
http://www.ausgestrahlt.de/aktionen/atomaufsicht/hintergrund-info.html


4. Rückblick: StörFallMobs

Es begeistert uns, wie stark und lebendig sich die Anti-Atom-Bewegung in den letzten Wochen des alten Jahrzehnts gezeigt hat. Nach der Berliner Großemonstration und den Aktionen rund um die Koalitionsverhandlungen wurden wir in Mails mit Fragen überhäuft, wie es denn nun weitergehe. Um den Druck auf die sich findende Regierung aufrecht zu erhalten, haben wir von .ausgestrahlt die StörFallMobs angestoßen, ohne allerdings einschätzen zu können, wie die Aktion angenommen wird. Der Erfolg hat uns überwältigt: An jeden Adventssamstag haben Anti-Atom-Flashmobs stattgefunden, um gemeinsam die tödlichen Folgen eines schweren Störfalls in einer Atomanlage zu simulieren. Am ersten Advent waren es "erst" 23 Aktionen, am 4. Advent wurde schließlich in über 50 Städten protestiert! Im vorweihnachtlichen Gedränge der Innenstädte zogen die AtomkraftgegnerInnen auf Weihnachtsmärkten und in Fußgängerzonen die Aufmerksamkeit zahlloser PassantInnen auf sich. Und auch die Medien reagierten überwiegend positiv auf diese kreative Form des Protests und berichteten quer durchs Land. Bilder, Videos und Berichte zu den Flashmob-Aktionen gibt es unter:
http://www.ausgestrahlt.de/aktionen/stoer-fall-mob.html


5. Praktikum bei .ausgestrahlt

Neues Jahr, neue Anti-Atom-Aktiviäten. Und neue PraktikantInnen: Ab sofort bieten wir im Hamburger Büro von .ausgestrahlt wieder Praktikumsstellen für 3 bis 6 Monate gegen eine Aufwandsentschädigung an, spannende Einblicke und das Aufmischen der Atom-Verfechtenden garantiert:
http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/praktikum.html


6. Blick über den .ausgestrahlt-Tellerrand
  1. Urgewald-Aktion zu Hermes-Bürgschaften Schwarz-Gelb will staatliche Bürgschaften für Atomexporte wieder einführen. Inzwischen hat Siemens den ersten Antrag gestellt. Es geht um das in Brasilien geplante Atomkraftwerk Angra 3, für das der deutsche Siemens-Konzern eine Hermesbürgschaft in Höhe von 1,4 Milliarden Euro beantragt hat. Die Organisation Urgewald, bekannt aus den erfolgreichen Protesten gegen Belene, hat dagegen die Kampagne: "Strahlende Exporte - Nicht mit uns!" gestartet und sucht bundesweit MitstreiterInnen, die bereit sind sich als "Hobby-Lobbyisten" zu betätigen und den örtlichen Bundestagsabgeordneten der CDU/CSU/FDP einen Besuch abstatten. Zur Aktion: http://urgewald.de/index.php?page=12-191-681
  2. Atomtransporte stoppen! Atomkraftwerke abschalten! Demo in Hameln am
  3. Februar Anfang 2010 will der Atomkonzern Eon plutoniumhaltige Mischoxid-Brennelemente (MOX) von der "Wiederaufbereitungsanlage" Sellafield in das niedersächsische Atomkraftwerk Grohnde transportieren. Die Brennelemente sollen zunächst per Schiff über die Nordsee gebracht, um anschließend per LKW nach Grohnde transportiert zu werden. Gegen diesen ersten Transport aus Sellafield seit 1996 regt sich Widerstand: Am 6. Februar findet in Hameln eine Demonstration gegen Atom-Transporte und Atomkraft statt. Diesen und weitere Termine hier: http://www.ausgestrahlt.de/meldungen/logbuch.html#c1491
  4. Fachtagung Endlagerung der BI Lüchow-Dannenberg am 17. April Am 17. April findet in Dannenberg eine Fachtagung zum Salzstock Gorleben statt. Unabhängige Wissenschaftler berichten über die Unzulänglichkeiten des geplanten Atommüll-Endlagers in Gorleben. Mehr Informationen: http://is.gd/63Ry7
  5. "Tödliche Nachbarn" - Bei Campact-Aktion Ballon starten lassen! Kurz bevor Konzerne und Regierung zu Verhandlungen über längere AKW-Laufzeiten zusammenkommen, möchte das Kampagnen-Netzwerk Campact an möglichst vielen AKWs zehntausende schwarz-gelbe Ballons als "radioaktive Wolke" aufsteigen lassen. Hinter jedem Ballon steht ein/e Bürger/in, der/die die Menschen im Land an die "tödlichen Nachbarn" erinnert. Starte auch Du einen Ballon: http://www.campact.de/atom2/sn7/signer
  6. Bewegung? Ja bitte! Film über die Bewegungsstiftung .ausgestrahlt wird unter anderem von der Bewegungsstiftung unterstützt. Hier gibt es einen kurzen Film zur Bewegungsstiftung: http://www.bewegungsstiftung.de/film0.html

.ausgestrahlt ist eine Mitmachkampagne gegen Atomenergie.
http://www.ausgestrahlt.de

Eintragen, Austragen, Adressänderungen:
https://listi.jpberlin.de/mailman/listinfo/ausgestrahltnews

11.01.10    Absender/-in: Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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