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Aberwitziges CDU-Papier zum Atomausstieg

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Greenpeaceblog, 26.2.10

Aberwitziges CDU-Papier zum Atomausstieg

von Sven Teske

"Schneller Verzicht auf Atomkraft unmöglich!" titelt die Bildzeitung heute einen Artikel, in dem sie aus einem Papier des CDU/CSU Fraktionsvizes und Atomlobbyisten Michael Fuchs zitiert. Das achtseitige Papier soll belegen, dass der Atomausstieg nicht möglich ist. Der Streit um die Atomkraft nimmt immer merkwürdigere Züge an.

Die Argumente sind gewohnt dünn und zeugen von wenig Sachkenntnis: So sind die darin aufgeführten Zahlen von der Jahreserzeugung von Windkraftanlagen veraltet. Es heißt in dem Papier, dass der Anteil am Nettostromverbrauch Ende 2009 6,6 Prozent betrug - richtig ist, es waren 8,63 Prozent. Außerdem wird in dem Papier verschwiegen, dass der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Gesamtstromerzeugung Ende 2009 bereits rund 16 Prozent betrug. Atomkraftwerke hatten einen Anteil von rund 23 Prozent.

Weiter wird in dem Papier behauptet, dass der Ersatz von zwei Atomkraftwerken, die in diesem Jahr abgeschaltet werden müssten (Biblis A und Neckarwestheim), mit Erneuerbaren Energien gar nicht möglich sei. Auch hier wird verschwiegen, dass allein in der Nord- und Ostsee Baugenehmigungen für 2500 Offshore-Windkraftanlagen vorliegen. Und diese können mehr als nur zwei Atomkraftwerke ersetzen.

Die Erneuerbare-Energien-Industrie in Deutschland - die derzeit übrigens rund 10-mal soviele Arbeitsplätze als die Atomindustrie bietet - rechnet vor, dass bereits in 2020 47 Prozent des deutschen Stromes aus Erneuerbaren Energien kommen können. Dieser Wert wird schon erreicht, wenn das derzeitige Marktvolumen gehalten werden kann.

Fast alle diese Zahlen sind übrigens nachzulesen auf der Internetseite des von der CDU geführten Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Ja Herr Fuchs, Fakten sind wohl nicht ihre Stärke. Vielleicht, weil Sie Ihre Position als Atomlobbyist nicht untermauern können?

28.02.10    Absender/-in: Sabine Ellersick <S.ELLERSICK@NADESHDA.org>
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