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Hallo liebe Leute,
anbei eine Pressemeldung vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und
Zensur. Auch auf
http://netzpolitik.org/2009/ak-zensur-zeigt-loeschen-statt-verstecken-es-funktioniert/
zu finden...
Hier noch der obligatorische Hinweis auf die Petition: http://zeichnemit.de/
Cheers,
Raffael
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Politik, Deutschland, Internet; 27. Mai 2009
http://ak-zensur.de/2009/05/loeschen-funktioniert.html
Löschen statt verstecken: Es funktioniert!
Innerhalb von 12 Stunden wurden 60 kinderpornographische
Internet-Angebote gelöscht
Im Streit um geeignete Maßnahmen gegen im Internet dokumentierten
Kindesmissbrauch ("Kinderpornographie") wird von Befürwortern bloßer
Sperren angeführt, dass es oftmals nicht oder nur mit erheblichem
Aufwand möglich sei, die Inhalte zu entfernen oder der Urheber habhaft
zu werden.
Jetzt machte Alvar Freude vom Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und
Zensur (AK Zensur) die Probe aufs Exempel, analysierte mit automatischen
Verfahren die diversen europäischen Sperrlisten und schrieb die Provider
an, auf deren Servern sich laut der Listen kinderpornographisches
Material befinden soll. Mit beeindruckender Resonanz: Innerhalb der
ersten 12 Stunden nach Aussenden der Mails wurden bereits 60 Webauftritte
gelöscht.
Weitere Resultate und Erkenntnisse:
- Die ersten Reaktionen bzw. Löschungen folgten bereits nach wenigen
Minuten und kamen unter anderem aus den USA, Holland, Dänemark, Russland
sowie Deutschland.
- Drei der jetzt vom Netz genommenen Webauftritte befanden sich auf
Servern in Deutschland.
- Insgesamt wurden automatisiert 348 verschiedene Provider in 46 Ländern
angeschrieben und über rund 1943 gesperrte vorgeblich illegale Webseiten
informiert. Eine manuelle inhaltliche Analyse der Webseiten hat vorher
nicht stattgefunden.
- 250 Provider haben auf die Anfrage geantwortet, haben aber
hauptsächlich legale Inhalte gefunden; mit Stichproben konnten diese
Angaben bestätigt werden.
- Zehn Provider gaben an, ingesamt 61 illegale Inhalte entfernt zu haben.
Mit einer einfachen E-Mail kann man also schon viel erreichen.
- Bei der überwiegenden Mehrheit der Webseiten, darunter einigen aus
Deutschland, zeigte sich bei der Überprüfung durch den Provider, dass
die Webseiten kein kinderpornographisches, teils überhaupt kein
irgendwie beanstandbares Material enthielten - die Webauftritte waren
folglich zu Unrecht gesperrt. In Finnland werden zudem auch mehrere
inländische Webseiten blockiert, die sich kritisch mit den dortigen
Internet-Sperren auseinandersetzen.
- Die Provider wurden bislang nicht darüber informiert, dass die bei
ihnen gehosteten Webauftritte auf einschlägigen Sperrlisten geführt
wurden.
- Wenn sie darauf hingewiesen werden, sind die Provider zur Kooperation
bereit und entfernen illegale Inhalte umgehend.
- Teilweise handelte es sich bei dem gesperrten Material um "gecrackte"
Webauftritte, also solche, die durch Ausnutzen von Sicherheitslücken zur
Verbreitung fremden Materials missbraucht wurden. Auch hier zeigten sich
die Provider sehr dankbar für die Hinweise.
Die Abschaltung von Webauftritten mit kinderpornographischen Inhalten
dauert nicht länger als die Übermittlung einer Sperrliste. Dies führt
die Argumentation der Befürworter des bloßen Sperrens ad absurdum - es
gibt keinen sachlichen Grund, strafbare Inhalte im Netz zu belassen und
sie für alle einschlägig Interessierten mit minimalem Aufwand weiterhin
zugänglich zu halten.
Was für eine Bürgerinitiative wie den Arbeitskreis gegen
Internet-Sperren und Zensur möglich ist, sollte für die deutsche
Regierung und Strafverfolgungsbehörden ein Leichtes sein und die hier
erzielten Ergebnisse deutlich übertreffen können.
Löschen statt Sperren - von Beginn an die Forderung des AK Zensur - ist
möglich!
Aussender: Arbeitskreis gegen Internet-Sperren und Zensur (AK Zensur)
Web: http://ak-zensur.de/
- Pressekontakt
- Alvar Freude
presse ät ak-zensur.de
(01 79) 13 46 47 1
Über den Arbeitskreis gegen Internet-Sperren (AK Zensur):
Der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur (AK Zensur) spricht
sich gegen die von der Bundesregierung geplanten Internetsperren aus und
fordert eine effektive Bekämpfung von Kindesmissbrauch anstatt einer
Symbolpolitik, die nur das Wegschauen fördert, den Opfern nicht hilft
und dafür eine Infrastruktur einrichtet, die Grundrechte der
Allgemeinheit einschränkt. Er koordiniert die Arbeit der Sperrgegner,
freut sich aber gleichzeitig über die vielen Aktivitäten, die dezentral
on- und offline stattfinden.
Dem AK Zensur gehören unter anderem an: der Chaos Computer Club, der
FoeBuD e.V, der Förderverein Informationstechnik und Gesellschaft e.V.
(FITUG), das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche
Verantwortung e.V. (FIfF), die MissbrauchsOpfer gegen InternetSperren
(MOGIS), netzpolitik.org, die Online-Plattform ODEM.org, der Trotz Allem
e.V. und zahlreiche Einzelpersonen.
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