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Haiti: Kinder leben als moderne Sklaven
Pressemitteilung, amnesty international, 18.11.2009
Die UN-Sonderberichterstatterin über zeitgenössische Formen der
Sklaverei, Gulnara Shahinian, sprach nach ihrem Besuch in Haiti im Juni
2009 von einer "modernen Form von Sklaverei": In Haiti werden
Hunderttausende von Kindern aus zumeist mittellosen Familien als
"Hausangestellte " verkauft. Die Mehrheit der Kinder sind Mädchen. Das
UN-Kinderhilfswerk UNICEF hat 2007 geschätzt, dass allein 100.000
Mädchen zwischen sechs und 17 Jahren als Hausmädchen arbeiteten. Diese
Kinder werden kaum oder gar nicht entlohnt und oft Opfer von
Misshandlungen und sexueller Gewalt.
Amnesty International hat am Mittwoch eine Kampagne begonnen, mit der
die Regierung Haitis dazu gebracht werden soll, Kinderschutzmaßnahmen in
Kraft zu setzen. Die haitianischen Gesetze schützen Kinder bisher nur
unzureichend, und existierende Institutionen wie das Institut für
Wohlfahrt und Forschung oder der Nationale Plan zum Schutz verletzlicher
Kinder des Sozialministeriums, in Kraft seit 2007, bewirken in der
Praxis keine Verbesserung. Ressourcenmangel ist hier ein wesentliches
Hindernis. Amnesty fordert von der haitianischen Regierung, den Schutz
von Kindern in Gesetz und Praxis dringend zu verbessern. Die
internationale Gemeinschaft ist aufgefordert, Haiti hierbei zu unterstützen.
Hierfinden Sie die aktuelle Broschüre von Amnesty International zum Thema.
http://www.amnesty.de/downloads/amnesty-bericht-zu-haiti-november-2009
Für Interviews steht Ihnen die Haiti-Expertin von Amnesty International
in Deutschland, Jenny Schöberlein, zur Verfügung. Bitte kontaktieren Sie
die Amnesty-Pressestelle.
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