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Werden alle unsere Internetaktivitäten künftig überwacht? Werden alle
Datenströme von und zu unseren Computern und Smartphones darauf
durchgescannt, ob sie urheberrechtlich geschützte Informationen
enthalten? Stehen wir also bald alle unter Generalverdacht? Oder ist das
alles nur Panikmache? Leider nein.
Der geplante internationale Vertrag gegen Produktpiraterie mit dem Namen
ACTA schießt weit über das Ziel hinaus: Mit ihm würden Provider de facto
gezwungen, künftig die Internetaktivitäten von uns allen zu überwachen
und Zensur auszuüben.
Gegen ACTA gehen in ganz Europa in diesen Tagen Menschen auf die Straße.
Mit Erfolg: Polen, Lettland, Tschechien und die Slowakei haben daraufhin
das Abkommen auf Eis gelegt. Sie wollen erst einmal Experten prüfen
lassen, welche Auswirkungen dieses für die Bürger/innen hat. Die
Bundesregierung will sich dagegen über alle Bedenken hinweg setzen und
das Abkommen in Kürze unterzeichnen.
Am morgigen Samstag, den 11. Februar finden deshalb in zahlreichen
Städten von lokalen Bündnissen organisierte Aktionen gegen das ACTAAbkommen
statt.
Eine Karte, wo überall Aktionen geplant sind, finden Sie hier:
> http://bitly.com/acta-karte
> http://bitly.com/acta-liste
Mit ACTA sollen Internetprovider künftig für Urheberrechtsverletzungen
der Internetnutzer haften - etwa wenn diese illegale Inhalte aus dem
Internet downloaden oder mit anderen teilen. Um nicht haften zu müssen,
müssten die Internetprovider Datenströme überwachen und zu Zensoren
werden, die Inhalte löschen und Internetseiten sperren. Es wäre das Ende
des freien Internets. Private Firmen würden im Internet Polizeiaufgaben
wahrnehmen - ohne rechtsstaatliche Kontrolle.
Die einzelnen Bestimmungen des Abkommens sind so vage gehalten, dass sie
Grundrechte einschränken und zu einer Art privatisierten Zensur im
Internet führen können. Namhafte europäische Juristen warnen deshalb
eindringlich vor dem Abkommen.
Zugegeben: Die Frage, wie geistiges Eigentum im digitalen Zeitalter
geschützt werden kann, ist nicht leicht zu beantworten. Doch alle
Internetnutzer unter Generalverdacht zu stellen und zu überwachen ist der
falsche Weg. Auch beim Kampf gegen Urheberrechtsverletzungen und
Produktpiraterie darf die Freiheit nicht auf der Strecke bleiben!
Die Demokratiebewegungen in arabischen Ländern, aber auch die InternetZensur
in Ländern wie China oder dem Iran zeigen sehr deutlich, wie
wichtig ein freies Internet für eine demokratische Gesellschaft ist.
Darum beteiligen Sie sich bitte an den Protestaktionen gegen eine
Totalüberwachung des Internets.
Herzliche Grüße
Yves Venedey und Fritz Mielert
Campact - Demokratie in Aktion (http://www.campact.de)
Artilleriestr. 6 - 27283 Verden
info@campact.de
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