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Connection e.V., DFG-VK Hessen und IVAW Europe
Internationaler Aktionstag für britischen Afghanistanverweigerer Joe Glenton
4./5. März 2010 - Frankfurt, Colchester, Cremona, Istanbul, London, Moskau,
Philadelphia, Rom
Mahnwache und Kundgebung in Frankfurt/M.
Donnerstag, 4. März 2010, 16.30 û 17.30 Uhr
Vor dem britischen Konsulat, Bockenheimer Landstr. 38
Zum Militärstrafverfahren gegen den britischen Afghanistanverweigerer Joe
Glenton fordern Antikriegsgruppen in verschiedenen Ländern die
Einstellung aller Verfahren gegen ihn und seine Entlassung aus dem
Militärdienst. Joe Glenton muss sich am 5. März vor einem Militärgericht
wegen Unerlaubter Abwesenheit verantworten. Ihm droht eine Haftstrafe von
bis zu zwei Jahren.
Auf mehrere Hundert Protestschreiben antwortete das britische
Verteidigungsministerium vor wenigen Tagen mit einem Standardbrief. Statt
auf die Beweggründe und das Verfahren gegen Joe Glenton einzugehen,
werden darin die "Operationen in Afghanistan" gerechtfertigt: Sie seien
unerlässlich "für unsere nationale und kollektive Sicherheit und den
Schutz unserer Lebensweise."
Joe Glenton hatte hingegen aus eigenem Erleben heraus feststellen müssen:
"Der Krieg in Afghanistan reduziert nicht den Terrorismus. Weit entfernt
davon, das Leben der Afghanen zu verbessern, bringt er Tod und Verwüstung
in ihr Land. Großbritannien hat dort nichts zu suchen." Er ist damit
einer der ersten Afghanistanverweigerer, der an die Öffentlichkeit
gegangen ist.
Seit 2009 wurden die Militäreinheiten von USA, Großbritannien und anderer
Alliierter in Afghanistan massiv aufgestockt. Der Krieg wird ausgeweitet,
in den Süden Afghanistans und auch nach Pakistan. Die von einem deutschen
Befehlshaber angeordnete Bombardierung von zwei Tanklastern in der Nähe
von Kundus, bei der mehr als 100 Menschen starben, zeigt, wer von der
Verschärfung des Krieges in erster Linie betroffen ist: Die größten Opfer
erleidet die Zivilbevölkerung. Nach neun Jahren Krieg wird Afghanistan
mehr denn je von Anschlägen und Kampfhandlungen heimgesucht. Es herrschen
Korruption, Rechtlosigkeit und Willkür. Die vor wenigen Tagen
beschlossene Aufstockung der deutschen Truppen in Afghanistan wird den
Krieg weiter verschärfen. Die Bundeswehr und alle ausländischen Truppen
müssen abgezogen werden. Ein Bruchteil des für den Krieg aufgewendeten
Geldes (allein 3 Mrd. Euro aus Deutschland) würde ausreichen, um durch
Unterstützung beim zivilen Aufbau wirklich die Lage der Not leidenden
Bevölkerung zu verbessern.
Joe Glenton verließ 2007, traumatisiert durch den Kriegseinsatz, seine
Einheit. Zwei Jahre später stellte er sich und machte seine Verweigerung
bei einer Demonstration öffentlich. Das Militär reagierte harsch: Da es
ihm zuvor jede öffentliche Äußerung untersagt hatte, klagte es ihn nun
wegen fünfmaliger Befehlsverweigerung an und nahm ihn in Haft. Erst nach
einem Monat wurde er auf Kaution mit der Auflage aus der Haft entlassen,
sich nicht weiter öffentlich zu äußern. In einer Vorverhandlung im
Februar 2010 wurden die Anklagen wegen Befehlsverweigerung zurückgezogen.
Die Anklage wegen Unerlaubter Abwesenheit besteht jedoch fort, ungeachtet
der inzwischen gutachterlich festgestellten posttraumatischen Störungen,
die er aufgrund seines Einsatzes in Afghanistan erlitten hat. Seine
damalige Bitte, ihn zu behandeln, war brüsk zurückgewiesen worden. Nun
wird er von denen vor Gericht gestellt, die ihm die Hilfe versagten.
Connection e.V., die Deutsche Friedensgesellschaft - Vereinigte
KriegsdienstgegnerInnen Hessen und Iraq Veterans Against the War Europe
fordern die sofortige Einstellung des Strafverfahrens gegen Joe Glenton
und seine unverzügliche Entlassung aus dem Militärdienst.
gez. Rudi Friedrich (Connection e.V., 069-82375534), Chris Capps-Schubert
(IVAW Europe, 06181-6104747), Gernot Lennert (DFG-VK Hessen, 069-431440)
Weitere Informationen finden Sie unter www.connection-ev.de/z.php?ID=993.
Protestfaxe können noch verschickt werden unter
www.connection-ev.de/aktion-gb.php
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