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Im Jahr 1984 erhielt Gunnar Heinsohn eine Professur für Sozialpädagogik an
der Universität Bremen. Was sich dieser Professor mit seinem jüngsten
Artikel in der FAZ und auszugsweise in der „Blöd“-Zeitung leistete, ist ein
absolut (un)geistiger Rückfall in die Zeit der faschistischen Barbarei!
Heinsohn schreibt, daß die Kinder von Hartz IV – Opfern minderwertig,
dümmer und fauler seien als die Kinder von anderen deutschen Müttern. Diese
Kinder entstammten einer „Unterschicht“, die sich durch Sozialhilfe immer
mehr vergrößere und hemmungslos vermehre und den „Leistungsträgern“ auf der
Tasche liege. Während sich die „Unterschicht“ auf diese Weise vermehre,
bekämen die „deutschen Frauen der Leistungsträger zu wenige Kinder“. Der
Staat müsse also das weitere Kinderkriegen verhindern, „indem man deren
Angehörigen die Lebensgrundlage entzieht“. Deutschland brauche diese
minderwertigen Kinder nicht, sondern es brauche die sozial wertvollen
Kinder der Karrierefrauen.“
Ich traute zunächst meinen Augen nicht, und mir stockte fast der Atem, als
ich das las. Wird hier einer neuen Art von Euthanasie das Wort geredet? So
etwas hätte vor mehr als einem halben Jahrhundert genauso gut im
Nazi-Hetzblatt „Stürmer“ stehen können! Doch es stand in der ach so
seriösen „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, hinter der sich angeblich immer
ein kluger Kopf verbirgt. Für mich wäre das ein klarer Fall für den
Presserat – sofern dieser überhaupt noch als demokratisches Kontrollorgan
der Printmedien bezeichnet werden kann. Große Hoffnung, daß er gegen die
FAZ eine Rüge aussprechen wird, habe ich daher nicht.
Der Publizist Rudolf Stumberger stellt mit Blick auf Heinsohn zutreffend
fest, daß es hemmungslos sei, was Vertreter einer neuen Rassen- und
Klassenhygiene sich da trauten öffentlich von sich zu geben. Hartz IV –
Empfänger und ihre Familien spielten inzwischen die Rolle einer
Bevölkerungsgruppe, auf die man mittlerweile ungestraft einschlagen und ihr
die Lebensgrundlage absprechen könne. „Sozialhilfe auf fünf Jahre zu
begrenzen“ um sie so zu dezimieren, das sei der „grandiose“ Vorschlag
dieses Soziologie-Professors.
In einem Internet-Blog konnte ich kürzlich Folgendes lesen: „(…)Der Damm
ist längst gebrochen, der in Erinnerung an Auschwitz und andere Verbrechen,
die man gern schon als ,Geschichte’ betrachtet, die übelsten Ausfälle der
Hetzer zurückhielt. Herrengehabe ist auf den Plan getreten und hat mit dem
rechten Handrücken die Hindernisse vom Tisch gefegt, die dem freien Spiel
der Verachtung im Wege lagen. (…)Wer in dieser Welt von genetischen
Dispositionen faselt, will Menschen aussondern und ihnen die Schuld für das
Versagen einer Gesellschaftsorganisation als persönlichen unkorrigierbaren
Makel anheften“.
So ist es, und der Bremer Professor Gunnar Heinsohn setzt der allgemeinen
Hetze jetzt die Krone auf! Wo bleibt eigentlich eine entsprechende Reaktion
der Bildungsgewerkschaft GEW auf diese Ungeheuerlichkeit? Eine Strafanzeige
wegen Volksverhetzung gemäß § 130 StGB und Beleidigung gemäß § 185 StGB,
getragen von möglichst vielen Menschen und Organisationen, wäre das
Mindeste und ist ja auch bereits geschehen. Der Bremer Senat sollte ihm,
falls er noch an der Uni Vorlesungen hält, zwecks Rettung ihres Rufes so
schnell wie möglich den Lehrauftrag entziehen! Vom rot-grünen Bremer Senat
sei auch eine eigene Stellungnahme gefordert, um noch mehr Schaden von der
Stadt abzuwenden!
Wieland von Hodenberg, Mitstreiter der „Initiative Bremer Montagsdemo“
Quellen: Wikipedia
www.heise.de
www.faz.net
http://hamburglinks.wordpress.com
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